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Full text: Jahresbericht 1949

Jahresbericht 
Nr. 4/1949 
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5. Seekarten!) er ich tigung 
Die handschriftliche Berichtigung der Seekarten, die nach dem Druck 
und vor Abgabe an die Vertriebsstellen auf Grund der Nachrichten für 
Seefahrer vorgenommen werden mußte, wurde im vergangenen Jahr 
an zwei Stellen durchgeführt, bei der Hauptberichtigungsstelle in Hamburg 
und bei der Außenstelle in Kiel-Wik. Die Bemühungen, die Außenstelle in 
Kiel-Wik, die mit einem Auslieferungslager verbunden ist, aus Einsparungs 
gründen nach Hamburg zu ziehen, ließen sich bisher nicht durchführen, da 
geltend gemacht wurde, daß der Durchgangsverkehr ausländischer Schiffe 
durch den Kanal, der eine schlagartige Belieferung verlangt, stärker sei als 
vor dem Kriege. 
Durch den Druck „Neuer Ausgaben“ von Seekarten wurde die Arbeit der 
Berichtigungsstellen erleichtert. Auf der anderen Seite wirkte sich der Aus 
fall der im Jahre 1948 aufgelösten Berichtigungsstelle in Bremerhaven und 
die Erweiterung des Arbeitsgebietes des Seekartenwerks so aus, daß die von 
den amtlich zugelassenen Vertriebsstellen (AV- und AVB-Stellen) gestellten 
Seekartenanforderungen nicht immer mit Seekarten erfüllt werden konnten, 
die bis zum Aufgabetag berichtigt waren. Es mußten daher an diejenigen 
Vertriebsstellen, die zugleich Berichtigungsstellen sind, in zunehmendem Maße 
auch Seekarten geliefert werden, die in ihrem Berichtigungsstaud mehr oder 
weniger zurüdclagen. 
Um hierbei die Möglichkeit unterschiedlicher Seekartenpreise in den 
Küstenorten auszuschalten, wurden den AVB-Stellen Seekarten, deren Be 
richtigungsstand länger als sechs Monate zurücklag, zu einem ermäßigten 
Preise geliefert. Die AVB-Stellen verpflichteten sich dafür, sämtliche an sie 
gelieferten Seekarten nach handschriftlicher Berichtigung auf den neuesten 
Stand zu clen amtlich festgesetzten Preisen zu verkaufen. Diese Maßnahme 
wurde aus Übergangsgründen erst im Laufe der ersten Hälfte des Berichts 
jahres voll wirksam. 
Da die handschriftliche Berichtigung der Seekarten immer nur ein — im 
Hinblick auf die Schiffssicherheit allerdings notwendiger — Behelf gegen 
über der Fortführung der Seekarten vor dem Auflagedruck sein kann, so 
wirft die geschilderte Maßnahme ein helles Licht auf die immer dringender 
werdende Notwendigkeit der Unterstützung des Seekartenwerks. 
Im Berichtsjahr wurden von den beiden Berichtigungsstellen des D.H.I. 
etwa 30000 handschriftlich berichtigte Seekarten an die Vertriebsstellen 
abgegeben. Die Zahl der tatsächlich durch die Hände der Berichtiger gegan 
genen Karten beträgt aber ein Mehrfaches dieser Summe, weil für kurz 
fristige Anforderungen auch ein Teil des Lagerbestandes wöchentlich nach 
den N. f. S. berichtigt werden muß. 
6. Seekartenvertrieb 
Die Seekartenanforderungen im abgelaufenen Jahre waren sehr 
mannigfaltig. Die Anforderungen der Ost- und Nordseeschiffahrt hielten 
sich ungefähr die Waage. Wäre die reibungslose Versorgung der AV-Stel- 
len in der Ostzone (Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald) möglich 
gewesen, so hätten die Anforderungen für die Ostsee wahrscheinlich über 
wogen, da dort ein Seekartenvakuum entstanden ist. In den letzten Mona 
ten war die Nachfrage nach Karten der englischen Ostküste besonders leb 
haft. Leider konnten die Wünsche nicht voll erfüllt werden, weil einige
	        
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