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Volltext: Jahresbericht 1949

Jahresbericht 
Nr. 4/1949 
20 
Das Schwer gewicht der kartographischen Arbeiten lag in der Nordsee 
bei den Flußmündungen der Eider, Elbe, Weser, Jade, Ems, Schelde und 
Themse, die dauernd starken Veränderungen unterworfen sind. In der Regel 
sind zunächst nur die größtmafistäblichen Karten fortgeführt worden. Dies 
hat im wesentlichen zwei Ursachen. Einmal müssen die eingetretenen Än 
derungen aus technischen Gründen der Fortführung zuerst in die Karten 
großen Maßstabes eingetragen werden, zum anderen können die wenigen 
Kräfte des Seekartenwerks nur schwerpunktmäßig angesetzt werden. Die 
kleinmaßstäblichen Karten bleiben somit .naturnotwendig in ihrem Berichti 
gungsstand hinter den Karten großer Maßstäbe zurück, Es wäre daher auch 
aus diesem Grunde im Hinblick auf die Schiffssicherheit eine falsche Spar 
samkeit, wenn die Schiffahrt —• wie dies den Berichten der Vertriebsstellen 
gelegentlich entnommen werden konnte — versuchen -würde, mit den klein- 
maßstäblichen Karten auszukommen. Ein Teil der kleinmaßstäblichen Karten 
soll, wie die Aufstellung im Anhang nachweist, nach Möglichkeit im nächsten 
Jahre bearbeitet werden und in „Neuer Ausgabe” erscheinen. 
Von den im Anhang zum Jahresbericht Nr. 3/1948 erwähnten 44 ge 
planten oder in Vorbereitung befindlichen Karten sind 20 im Laufe des 
Jahres herausgegeben worden. Die Zahl der notwendigen Neuausgaben hat 
sich inzwischen auf fast 80 Kartennummern erhöht. Die neu herausgege 
benen oder in „Neuer Ausgabe” erschienenen Karten wurden, soweit dies an 
gebracht und arbeitstechnisch möglich war, farbig gedruckt. Insbesondere 
sind die flachen Seegebiete von 0 bis 6 m Tiefe durch eine blaue Tönung 
herausgehoben. In Karten, in denen diese flachen Gebiete noch weiter auf 
geteilt werden konnten, sind die Stufen von 0 bis 2. 2 bis 4 und 4 bis 6 m 
Tiefe durch verschiedene blaue Tönung unterschieden. Vergleicht man die 
neuen Ausgaben mit den früheren, so erkennt man ohne weiteres die Vor 
züge und Vorteile der farbig gegliederten Darstellung der Tiefenverhält 
nisse im engeren Küstenbereich. 
In Vorbereitung bzw. in Arbeit befinden sich bei Ende des Berichtsjahres 
insgesamt 8 neue Karten und 75 neue Ausgaben (vgl. Anhang S. 64 f.). Diese 
Arbeiten sind nach den eingegangenen Unterlagen dringend notwendig. Mit 
den vorhandenen Mitteln und Kräften kann jedoch nur ein Teil der Karten 
durchgearbeitet und neu herausgebracht werden. Hierbei befindet sich auch 
eine Funkortungskarte für die Ostsee sowie eine für die nordeuropäischen 
Gewässer, die ein Interpolationsnetz für die Consolfunkfeuer Stavanger und 
Bushmills enthalten werden. Die Forderungen der Fischerei gehen dahin, 
das Interpolationsnetz in alle Fischereikarten der Fanggebiete um Island 
und Bären Insel einzudrncken. 
4. Technischer Betrieb 
Der Aufbau des Technischen Betriebes konnte, wie im vorigen Jahre 
berichtet wurde, 1948 im wesentlichen beendet werden. Dieser Umstand 
wirkte sich im Berichtsjahr zum ersten Mal voll aus. Auch konnte ein Teil 
der Ersatzteil-. Rohstoff- und Materialschwierigkeiten, die im Bericht des 
Vorjahres noch herausgestellt werden mußten, inzwischen überwunden 
werden. So gelang es u. a. zu Anfang des Jahres Gelatinefolien sowie Ei 
weiß aus dem Ausland zu erlangen und für die Druckplattenschleiferei einen 
großen, säurefesten Ätztrog zum Abätzen ausgedruckter Aluminumplatten 
zu beschaffen. Weiter konnte die Kopiereinrichtung für Metallplatten durch 
Ersatz einer durch die Kriegsfolgen verlorengegangenen Punktlichtlampe er 
gänzt werden. Ferner besteht nunmehr begründete Aussicht, in Kürze auch 
wieder gute Lithographietusche zu erhalten, wodurch bei der Bearbeitung
	        
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