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Full text: Jahresbericht 1949

Seekartenwerk und Nautische Geodäsie 
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gegebenen Veränderungen aber konnten bisher nicht in den Druckplatten 
berücksichtigt werden, sondern wurden der Schiffahrt über die handschrift 
liche Berichtigung von Zustandsdrucken der alten Druckplatten durch eine 
AVB-Stelle kartenmäßig zugänglich gemacht. Es bedarf keiner Erläuterung, 
daß dies auf die Dauer ein unhaltbarer Zustand ist. 
Auf den Tagungen des Beirats für das Deutsche Vermessungswesen in 
der britischen Zone, dessen Arbeitsbereich sich auf das gesamte Vermessungs- 
wesen erstreckt, wurde das D. H. I. durch Dr. Jung vertreten. 
2. Nautische Geodäsie 
Die Gruppe Nautische Geodäsie beschäftigte sich im Berichtsjahr mit 
geodätischen und kartographischen Aufgaben. Dabei lag das Schwergewicht 
der Arbeiten zeitlich gesehen in der kartographischen Richtung, da das durch 
Personalmangel stark behinderte Seekartenwerk dringend der Unterstützung 
bedurfte. 
Auf geodätischem Gebiet wurde der Frage der Wiederholung des Nord 
seeküstennivellements besondere Aufmerksamkeit gewidmet.*) Um die seit 
langem umstrittene und für die Arbeiten an der Küste (Küstenschutz, Land 
gewinnung, Vorflut) äußerst wichtige Frage zu klären, ob die deutsche Nord 
seeküste allmählich absinkt oder ob beobachtete Änderuügen in der Höhe 
des mittleren Wasserstandes auf eine Erhöhung des Wasserstandes des 
Meeres zurückzuführen sind, wurden bekanntlich in den Jahren 1928 bis 1937 
durch das ehemalige Reichsamt für Landesaufnahme und die ehemalige Lan 
desanstalt für Gewässerkunde und Hauptnivellements besondere Feinein 
wägungen durchgeführt. Dieses Präzisionsnivellement, das auf den als geo 
logisch sicher angesehenen Höhenfestpunkt Wallenhorst bezogen ist, sollte 
im Abstande von etwa 25 Jahren wiederholt werden, um aus den Verände 
rungen der Höhenfestpunkte an der Nordseeküste auf die Bewegungen der 
Küste schließen zu können. Da nun die beiden vorgenannten Dienststellen 
in ihrer alten Form nicht mehr bestehen, hat als erste Stelle das Hauptver 
messungsamt Schleswig - Holstein im Sommer 1948 an der nordfriesischen 
Küste mit Präzisionseinwägungen begonnen, die neben ihrem Hauptzweck, 
der Schaffung zuverlässiger Höhenangaben für den Küstenschutz, auch einer 
Wiederholung des Nordseeküstennivellements dienen sollen. Auf Einladung 
der Bundesanstalt für Gewässerkunde fand am 26. 8. 1949 beim Hauptver 
messungsamt Schleswig - Llolstein eine Besprechung der interessierten Ver 
messungsdienststellen der Länder Niedersachsen, Schleswig - Holstein, der 
Hansestädte Hamburg und Bremen sowie der Wasser- und Schiffahrtsver- 
waltung und des D. H. I. Statt, in der allgemein die Bedeutung einer Wieder 
holung des Nordseeküstennivellements festgestellt und betont wurde. Da 
diese umfangreiche Arbeit unter den heutigen Umständen nur durch Zu 
sammenwirken aller interessierten Dienststellen geleistet werden kann, 
wurde zur Bearbeitung der Fragen der Wiederholung des Nordseeküsten 
nivellements ein Ausschuß gebildet, dem von Seiten des D. H. I. Dr. Jung an 
gehört. Darüber hinaus wird sich das D. Id. I. an der Ausführung der Präzi 
sionsmessungen beteiligen, soweit Wattennivellements und Übergänge zu 
den Nordseeinseln in Frage kommen. Zu Erprobungszwecken wurden auf der 
Versuchsstrecke des Hauptvermessungsamtes Schleswig - Holstein Präzisions 
nivellements durchgeführt, die zu guten Ergebnissen führten. Für die Be 
schaffung und Herstellung der für die kürzeren und längeren Priel- und 
Inselübergänge notwendigen Zielgeräte wurden Vorbereitungen getroffen. 
*) Siehe auch Jahresbericht Nr. 2 für 1947, S. 20.
	        
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