Jahresbericht
Nr. 4/1949
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D. Berichte der Abteilungen
I. NAUTISCHE VERÖFFENTLICHUNGEN UND NAUTISCHE NACHRICHTEN
1. Allgemeines
Das Berichtsjahr stand im Zeichen angespannter Tätigkeit, um die Lücken
zu schließen, die die Kriegs- und Nachkriegszeit hinterlassen hatte. Die Eigen
art des nautischen Veröffentlichungswesens kennzeichnet sich u. a. in der Not
wendigkeit, die ständigen Veränderungen auf dem Gebiet der internationalen
Sicherheitseinrichtungen für die Seeschiffahrt zu erfassen. Derartige Verände
rungen waren und sind nach dem letzten Weltkrieg besonders umfangreich,
z. B. infolge der Einführung des international anerkannten Betonnungs
systems, und bedingen einen ungleich größeren Arbeitsaufwand als in nor
malen Zeiten, wo an gleicher Stelle zum Teil erheblich mehr Arbeitskräfte
zur Verfügung standen. Die Ausdehnung unseres Arbeitsbereichs auf den
nordatlantischen Raum und das Mittelmeer bedeutet eine erhebliche Ver
mehrung des Umfanges unserer Arbeiten. Das wiederholte dringliche Ver
langen der Schiffahrtskreise nach noch nicht erschienenen nautischen Büchern
beleuchtet die aus diesem Arbeitsandrang entstandene Sachlage. Das See
handbuchwerk im besonderen bedarf, um noch schneller aufholen zu können,
einer Erhöhung seiner Mittel.
Eine weitere Sorge bereitet in diesem Zusammenhang die Preisbildung der
nautischen Bücher. Die Schiffahrt klagt über die zu hohen Preise. Die Ge
stehungskosten unserer Seebücher lassen indes eine günstigere Preisbildung
erst zu, wenn sie ausschließlich in der Institutsdruckerei hergestellt werden
können; das war bisher jedoch nicht möglich.
Neben den Veröffentlichungsarbeiten wurde die Abteilung durch das Er
teilen von Auskünften, fachlichen Stellungnahmen und Berichten in Anspruch
genommen.
2. Die Auswertung der nautischen Tagebücher
beschränkte sich wegen Personalmangels hauptsächlich auf die Weiterführung
der vergleichenden Seegangsstatistik und die Gewinnung von Daten über
Schiffswege. Die Seegangsstatistik umfaßt jetzt in Form graphischer
Kurven und Tabellen die Gebiete der Ostsee, der südlichen Nordsee, des
Englischen Kanals, der Irischen See und der Biskaya. An ausgezogenen See
gangsbeobachtungen kommen hinzu solche des Europäischen Nordmeers, der
Barents-See, des weißen Meers und des Mittelmeers. Ausländischen Insti
tuten wurden auf Anforderung sowohl fertige Statistiken als auch rd. 14 000
Einzelbeobachtungen zur Verfügung gestellt.
Die Seegangs-Tabellen mit begleitendem Text dienen vornehmlidh als Bei
träge zu den Seehandbüchern und wurden bisher in drei dieser Bücher auf
genommen.
Die Bearbeitung der S c h i f f s w e g e, eines wichtigen Abschnittes in
den Seehandbüchern, erstreckte sich unter Verwendung von Daten und An
gaben aus den Schiffstagebüchern auf vier Handbuch-Nachträge.