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Full text: Jahresbericht 1950

Nautische Technik 
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erfolgte im 2. Jahresclrittel. Nach einer eingehenden Prüfung im Labor wurde 
das Gerät auf VFS: „Gauss“ eingebaut. In der derzeitigen Ausführung be 
steht das komplette Gerät aus dem Steuerteil und dem Registrierteil (Wege 
zeichner und Meilenzählwerk für die Standortkomponenten), die örtlich ge 
trennt an geeigneter Stelle des Schiffes angebracht werden können; sie werden 
lediglich mit einer elektrischen Leitung verbunden. Das Koppelgerät wurde 
ini Laufe des Berichtsjahres während mehrerer kleinerer und größerer Reisen 
auf „Gauss“ erprobt. Der Weg des Schiffes durch das Wasser wird in der vor 
liegenden Erstausführung im Maßstab 1 :100 000 aufgezeichnet. Zur elektri 
schen Mafistabsänderung wurde eine Zeitraffereinrichtung entworfen und ge 
baut, die es erlaubt, ohne Änderung am Gerät selbst neben dem Hauptmafi 
stab noch vier weitere kleinere Maßstäbe durch Betätigen eines Druckknopfes 
einzustellen. Zur nachträglichen Feststellung der gefahrenen Geschwindigkeiten 
und der Zusammenhänge zwischen Uhrzeit und Positionen ist ferner beim 
Registriergerät eine automatische Zeitmarkierung vorhanden. 
Die Entwicklung des elektrischen Koppelgerätes ist damit abgeschlossen. 
Das Gerät befindet sich an Bord von VFS. „Gauss“ und wird vom Schiffs 
personal betreut und weiter erprobt. Entsprechend seinem Zweck, der Hoch 
seevermessung zu dienen, wird das Gerät vor allem dann mit Vorteil ver 
wendet, wenn beispielsweise zur Auslotung von Rinnen häufige Kursänderun 
gen erforderlich sind. 
Bei der Tiefenmessung mit dem Echolot wirken sich naturgemäß Tief 
gangsänderungen des Schiffes aus, und zwar um so mehr, je geringer die 
Tiefen sind. Um eine Korrektion der mit dem Echolot gemessenen kleinen 
Tiefen vornehmen zu können, wurde die Entwicklung eines einfachen Tiefen 
messers aufgenommen, der es erlaubt, Tiefgangsänderungen des Schiffes an 
beliebiger Stelle anzuzeigen. Zur Lösung dieser Aufgabe wurden verschie 
dene Wege versucht, um durch eine elektrische Fernübertragung ent 
sprechende Anzeigerorgane zu betätigen. Die Laborversuche sind noch nicht 
abgeschlossen. 
d) Verschiedenes 
Für den geplanten zweiten Bauabschnitt des „Hauses des Seeverkehrs“, 
der unter anderem auch von der Abteilung VI bezogen werden wird, sowie 
für das neuerbaute freistehende Magnetkompafilaboratorium wurden um 
fangreiche Installationspläne entworfen. 
Für „Gauss“ wurde der Plan einer erweiterten elektromagnetischen Minen 
schutzanlage in Gestalt von drei weiteren, durch die Kreiselkompafianlage 
kursabhängig geregelten Zusatzwicklungen entworfen, deren Inbetriebnahme 
eine erhöhte Schutzwirkung erbrachte. 
Die im Vorjahre auf „Gauss“ eingebauten nautischen Anlagen und Geräte 
wurden geschaltet und in Betrieb genommen. 
Während der ersten Meilenfahrt von „Gauss“ wurde die Fahrtmeßanlage 
(Stevenlog) geeicht; die Eichung wurde auf einer zweiten Meilenfahrt nach. 
Auswechseln der Schiffsschraube wiederholt. 
Auf den umgebauten Peilbooten „Hooge“ und „Rüden“ wurden die Kreisel 
kompaßanlagen versetzt. 
Das Kreiselkompaß-Prüffeld wurde durch Aufstellung einer ANSCHÜTZ- 
Kreiselkompaßanlage mit 12 Watt-Verstärker vervollständigt. 
Die infolge Umbaues des St. Pauli-Bunkers notwendige Umlagerung der 
Kreiselkompafiteile wurde durchgeführt.
	        
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