Nautische Technik
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erfolgte im 2. Jahresclrittel. Nach einer eingehenden Prüfung im Labor wurde
das Gerät auf VFS: „Gauss“ eingebaut. In der derzeitigen Ausführung be
steht das komplette Gerät aus dem Steuerteil und dem Registrierteil (Wege
zeichner und Meilenzählwerk für die Standortkomponenten), die örtlich ge
trennt an geeigneter Stelle des Schiffes angebracht werden können; sie werden
lediglich mit einer elektrischen Leitung verbunden. Das Koppelgerät wurde
ini Laufe des Berichtsjahres während mehrerer kleinerer und größerer Reisen
auf „Gauss“ erprobt. Der Weg des Schiffes durch das Wasser wird in der vor
liegenden Erstausführung im Maßstab 1 :100 000 aufgezeichnet. Zur elektri
schen Mafistabsänderung wurde eine Zeitraffereinrichtung entworfen und ge
baut, die es erlaubt, ohne Änderung am Gerät selbst neben dem Hauptmafi
stab noch vier weitere kleinere Maßstäbe durch Betätigen eines Druckknopfes
einzustellen. Zur nachträglichen Feststellung der gefahrenen Geschwindigkeiten
und der Zusammenhänge zwischen Uhrzeit und Positionen ist ferner beim
Registriergerät eine automatische Zeitmarkierung vorhanden.
Die Entwicklung des elektrischen Koppelgerätes ist damit abgeschlossen.
Das Gerät befindet sich an Bord von VFS. „Gauss“ und wird vom Schiffs
personal betreut und weiter erprobt. Entsprechend seinem Zweck, der Hoch
seevermessung zu dienen, wird das Gerät vor allem dann mit Vorteil ver
wendet, wenn beispielsweise zur Auslotung von Rinnen häufige Kursänderun
gen erforderlich sind.
Bei der Tiefenmessung mit dem Echolot wirken sich naturgemäß Tief
gangsänderungen des Schiffes aus, und zwar um so mehr, je geringer die
Tiefen sind. Um eine Korrektion der mit dem Echolot gemessenen kleinen
Tiefen vornehmen zu können, wurde die Entwicklung eines einfachen Tiefen
messers aufgenommen, der es erlaubt, Tiefgangsänderungen des Schiffes an
beliebiger Stelle anzuzeigen. Zur Lösung dieser Aufgabe wurden verschie
dene Wege versucht, um durch eine elektrische Fernübertragung ent
sprechende Anzeigerorgane zu betätigen. Die Laborversuche sind noch nicht
abgeschlossen.
d) Verschiedenes
Für den geplanten zweiten Bauabschnitt des „Hauses des Seeverkehrs“,
der unter anderem auch von der Abteilung VI bezogen werden wird, sowie
für das neuerbaute freistehende Magnetkompafilaboratorium wurden um
fangreiche Installationspläne entworfen.
Für „Gauss“ wurde der Plan einer erweiterten elektromagnetischen Minen
schutzanlage in Gestalt von drei weiteren, durch die Kreiselkompafianlage
kursabhängig geregelten Zusatzwicklungen entworfen, deren Inbetriebnahme
eine erhöhte Schutzwirkung erbrachte.
Die im Vorjahre auf „Gauss“ eingebauten nautischen Anlagen und Geräte
wurden geschaltet und in Betrieb genommen.
Während der ersten Meilenfahrt von „Gauss“ wurde die Fahrtmeßanlage
(Stevenlog) geeicht; die Eichung wurde auf einer zweiten Meilenfahrt nach.
Auswechseln der Schiffsschraube wiederholt.
Auf den umgebauten Peilbooten „Hooge“ und „Rüden“ wurden die Kreisel
kompaßanlagen versetzt.
Das Kreiselkompaß-Prüffeld wurde durch Aufstellung einer ANSCHÜTZ-
Kreiselkompaßanlage mit 12 Watt-Verstärker vervollständigt.
Die infolge Umbaues des St. Pauli-Bunkers notwendige Umlagerung der
Kreiselkompafiteile wurde durchgeführt.