Nautische Technik
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befanden sich 10 Grundüberholungen, 10 Anlagen wurden neu bzw. wieder
eingebaut. Die Arbeiten verteilen sich auf Schiffe folgender Nationalitäten:
Norwegen mit 35, England mit 8, USA und Schweden mit je 7, Holland mit 6,
Dänemark und Honduras mit je 5 und Deutschland und Italien mit je
2 Schiffen, sowie Indien und Isreal mit je 1 Schiff. Die Arbeiten wurden vor
allem in Hamburg in 63 Fällen und in Kiel in 18 Fällen ausgeführt.
b) Astronomische und optische Geräte
Die Entwicklung des objektiven Prüfgerätes für Farbgläser der Schiffs
positionslaternen wurde praktisch abgeschlossen. Die nach den Berechnungen
hergestellten Filterkombinationen zeigten eine gute Anpassung an die durch
die Internationale Beleuchtungskommission festgelegten Normalreizkurven des
Standardbeobachters. Unter Benutzung der experimentell gewonnenen Eich
konstanten des Gerätes wurden die Farborte verschiedener Schottscher Farb
gläser im Farbdreieck mehrfach bestimmt; die Streuung gegenüber den nach
dem Spektralverfahren gewonnenen Farborten dieser Gläser war nur gering
und lag in zulässigen Grenzen. Gegenüber kleinen Farbtonunterschieden bei
verschiedenen Farbtemperaturen der Lichtquelle zeigte das Gerät eine gute
Empfindlichkeit. Es wurde ein vereinfachtes Prüfverfahren ausgearbeitet, bei
dem für festgelegte Farbtongrenzen bestimmte Bereiche für die drei mit den
x-, y- und z-Filtern sich ergebenden Instrumentenausschläge für jede Glas
größe experimentell festgelegt werden, so daß aus den drei beobachteten! In
strumentenausschlägen unmittelbar über die Zulassung der Farbgläser ent
schieden werden kann. Eine Nachprüfung an einer großen Zahl von grünen
Vorsteckgläsern ergab, daß dieses nur geringen Zeitaufwand erfordernde Ver
fahren den an eine praktische Serienprüfung zu stellenden Anforderungen
voll entspricht. Die Festlegung der Farbtongrenzen für grüne Vorsteckgläser
erfolgte unter den wirklichen Einsatzverhältnissen auf See entsprechenden
Versuchsbedingungen durch 20 Beobachter der interessierten Dienststellen und
Schiffahrtsorganisationen. Als Grenzen, innerhalb deren die grünen Vorsteck
gläser einen eindeutigen grünen Farbeindruck vermitteln, ergaben sich bei der
für diese Gläser vorliegenden Sättigung von 15 bis 30% die farbtongleichen
Wellenlängen von 492 bzw. 525 m |M . Bei größerer Sättigung kann die Gelb
grenze nach längeren Wellenlängen verschoben werden. In Zusammenarbeit
mit den Glasschmelzen soll allgemein eine Erhöhung der Sättigung angestrebt
werden. Die konstruktive Durchbildung des Prüfgerätes zur Serienanfertigung
erfolgt nunmehr durch die nautische Industrie in Zusammenarbeit mit dem
Institut.
Die Möglichkeit zur objektiven Messung der Lichtstärke, insbesondere von
farbigen Positionslaternen, bei der Prüfstelle Hamburg wurde vorbereitet. Es
wird dazu ein an die Hellempßndlichkeit des menschlichen Auges angepaßtes
Selenphotoelement in Verbindung mit einem Multiflexgalvanometer verwendet.
Die Zelle wurde in Verbindung mit dem Filter nach Lichtstärken geeicht, so
daß die Meßanordnung in Kürze an die Prüfstelle Hamburg abgegeben werden
kann.
Untersuchungen zur Verbesserung der lichttechnischen Eigenschaften von
Positionslaternen zeigten bei Verwendung von Wolframlampen clurch Ände
rung der Glühfadenanordnung eine geringe Erhöhung des Wirkungsgrades und
gleichmäßigere Lichtverteilung der Laternen. Der Vorteil rechtfertigte jedoch
nicht ein Abgehen von der festgelegten Norm der Wolframlampen. Dagegen
sind erfolgversprechende Versuche zur Erhöhung der Lichtstärke von Petro
leumlampen durch eine zweckmäßigere Ausgestaltung der Zylinder noch nicht
abgeschlossen.