accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Jahresbericht 1950

Nautische Technik 
47 
Die Arbeiten am Induktionskompaß konnten nach der Beschaffung von 
speziellen Hilfsgeräten für das Laboratorium in der Weise fortgeführt werden, 
daß es gelang, die einzelnen Ursachen für das Auftreten von systematischen 
Anzeigefehlern voneinander zu trennen. Obwohl die Versuche noch nicht ab 
geschlossen sind, mußten sie während des letzten Vierteljahres zu Gunsten 
anderer Arbeiten zurückgestellt werden. 
So wurde der Bau elektronischer Impulszähler nach Art des amerikani 
schen „electronic counter" auf genommen. Die Geräte werden für den Zeit 
dienst zur Messung von Zeitdifferenzen hoher Genauigkeit benötigt. 
Für die dem Institut obliegenden amtlichen Prüfungen von Magnetkom 
passen sowie für die Erprobung neuer entwickelter Magnetkompaßtypen ist 
die Aufnahme des Schwingungsbildes des Rosensystems notwendig. Bisher er 
folgte die Aufzeichnung der Rosenschwingungen durch punktweise Aufnahme 
unter Verwendung einer Stoppuhr. Dieses Verfahren ist langwierig und ins 
besondere bei sehr kleinen Amplituden nicht sehr genau. Nacht eingehenden 
Vorversuchen wurden zwei verschiedene elektrische Meßanordnungen auf ge 
baut, die die Schwingungen des Rosensystems automatisch auf Registrier 
streifen in Form eines Kurvenzuges aufzeichnen; dabei bestanden von vorn 
herein insofern gewisse Schwierigkeiten, als die Kompaßrose und der Ablauf 
ihrer Schwingungen in keiner Form gestört werden darf und der geschlossene 
Kompaßkessel (Fluidkompaß) auch die kleinsten Eingriffe am System — wie 
z. B. Anbringung eines kleinen Spiegels — nicht zuläfit. Welche der beiden Re 
gistrierverfahren gewählt werden wird, ist noch nicht endgültig entschieden. 
Mit Hilfe der hier vorhandenen technischen Einrichtungen wurde auch 
anderen Abteilungen des Instituts Unterstützung und Hilfe geleistet. So 
wurden z. B. für das Dezernat VB: „Zeitdienst“ die technischen Einrich 
tungen von zwei großen Walzen-Chronographen wieder vervollständigt und 
in einen betriebsfähigen Zustand gebracht. 
Die im vorhergehenden Jahresbericht erwähnten beiden neuen Konstruk 
tions-Prinzipien, die zur Entwicklung eines kleinen Kreiselkompasses führen 
sollten, haben sich im Verlaufe des Jahres bei Versuchen im Labor und an 
Bord gut bewährt. Auf Grund der Versuchsergebnisse wurde ein erstes Labor 
modell eines kleinen Kreiselkompasses gebaut. Zur Unterdrückung des inter 
kardinalen Schlingerfehlers wird das bekannte und bestens bewährte Mittel 
eines Zweikreisel-Verbandes benutzt. Die beiden Kreisel des Verbandes sind 
aber in ihrer Llochachse nicht mehr in Präzisionskugellagern gelagert, sondern 
zwischen Drahtbündeln aufgehängt, die unter einer bestimmten Mindest 
spannung stehen. Der Gegenlaufzwang der beiden Kreisel wird durch eine 
gekreuzte Drahtverspannung erzielt. Das nordweisende System ist unterge 
bracht in einer Kugel mit trichterförmigem Ausschnitt. Der Trichter reicht bis 
in die Kugelmitte, wo sich eine Zentrierplatte mit Zentrierloch befindet. Die 
Trichterkugel schwimmt zwischen zwei nicht mischbaren Flüssigkeiten (wässe 
rige Flüssigkeit und Quecksilber). Gegen seitliche Verschiebungen ist sie durch 
einen Zentrierstift gesichert, der in die Zentrierplatte eingreift. Eine Tempera 
turregelung ist dadurch überflüssig geworden. Die angegebenen Merkmale er 
möglichen es, Gewicht, Größe und elektrischen Leistungsbedarf des Kompasses 
erheblich herabzusetzen und den Aufbau des nordsuchenden Systems zu ver 
einfachen. Bei der Erprobung des Gerätes im Stand und auf der Prüfschaukel 
wurden die vom D. H. I. aufgestellten Prüfbedingungen erfüllt. Die Entwick 
lung des Kreisel-Mutterkompasses ist damit im wesentlichen abgeschlossen. 
Das gleiche gilt für einen Magnetverstärker, der für Zwecke der Nachdrehung 
und Übertragung entwickelt und gebaut wurde. Zur Zeit wird noch versucht, 
die Übertragungseinrichtung selbst zweckmäßig umzugestalten.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.