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Full text: Jahresbericht 1950

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V. GEZEITEN, NAUTISCHE ASTRONOMIE, ZEITDIENST 
1. Allgemeines 
Das Dezernat VB und der Windstau- und Sturmflutwarndienst des De 
zernats YA wurden Anfang August aus dem Anbau in den zweiten Stock 
des Seemannshauses verlegt; der Umzug ging ohne nennenswerte Dienst 
unterbrechung vonstatten, nachdem die Institutswerkstatt die neuen Kabel 
anschlüsse für den Pegeltisch, den Windschreiber usw. hergestellt hatte. 
Aufteilung und Einrichtung der Räume, welche in dem bereits begonnenen 
Neubau für die Aufstellung der Gezeitenrechenmaschinen und für den Zeit 
dienst vorgesehen sind, wurden eingehend mit der Neubauleitung des Hoch 
bauamtes Hamburg festgelegt. 
Oberreg.-R. Horn besuchte in der Zeit vom 6. bis 17. Mai die folgen 
den Dienststellen und Institute in England: Tidal Branch und Oceanographi 
cal Branch, Hydrographic Department, Admiralty, London; Liverpool Ob 
servatory and Tidal Institute, Birkenhead; Oceanographical Institute, Uni 
versität Liverpool; Royal Greenwich Observatory, Herstmonceux Castle; 
Zeitdienst und Magnetisches Observatorium des Royal Greenwich Obser 
vatory, Abinger. Die Besichtigungen und Besprechungen, welche überall in 
den liebenswürdigsten Formen verliefen, erbrachten wertvolle Anregungen. 
2. Gezeiten 
a) Laufende Arbeiten und Veröffentlichungen 
Die „Gezeitentafeln für das Jahr 1951* erschienen im November 1950; 
Druck und Einband erfolgten bei der Abteilung II im Hause. Die Kalender 
der „Hoch- und Niedrigwasserzeiten für die Deutsche Bucht und deren Fluß 
gebiete 1951“ und die drei Teilausgaben für die Westküste Schleswig-Holtsteins, 
für das Elbe-Gebiet sowie für das Weser-Gebiet und Ostfriesland erschienen 
Anfang Dezember. Für 1950 wurden Anfang des Jahres noch einige kleinere 
Kalender herausgegeben, 29 Verlage erwarben Rechte zu einem kurzfristigen 
Vorausabdruck bestimmter Angaben in einer oder mehreren Tagezeitungen. 
Von dem seit einiger Zeit vergriffenen „Atlas der Gezeitenströme für das 
Gebiet der Nordsee, des Kanals und der britischen Gewässer“ wurde im 
Oktober nochmals ein nahezu unveränderter (bei der Druckerei der Abteilung II 
hergestellter) Nachdruck herausgebracht, jedoch nur in kleiner Auflage zur 
Deckung des dringendsten Bedarfs, da die Neubearbeitung bereits ziemlich 
weit fortgeschritten ist (vgl. Bericht der Abteilung IV auf S. 30). 
Der Gezeitendienst lieferte oder erhielt Gezeitenvorausberechnungen im 
Austausch mit: Hydrographie Department, Aclmirality, London; Service Hy- 
drographique de la Marine, Paris; Directie Algemeene Dienst, Rijkswater- 
staat, ’s-Gravenhage; Direcgao dos Servidos de Hidrografía, Lissabon; U. S. 
Coast and Geodetic Survey, Washington; Dirección General de Navegación 
e Hidrografía, Buenos Aires. 
Nach Fertigstellung der maschinengeschriebenen Druckvorlage für die 
„Gezeitentafeln 1951“ wuiden die .ausführlichen Vorausberechnungen der 
Hoch- und Niedrigwasserzeiten und -höhen 1952 für die deutschen Bezugsorte 
nach dem nonharmonischen Verfahren angefertigt und mit den Vorarbeiten 
für die Druckvorlage zu den „Gezeitentafeln 1952“ begonnen. Neben ver 
schiedenen Vorausberechnungen und anderweitigen Berechnungen sind mit der 
Gezeitenrechenmaschine erstmalig wieder die vorausberechneten Gezeiten 
kurven 1951 von Hamburg für den Tischpegel des Sturmflutwarndienstes ge 
zeichnet worden.
	        
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