Jahresbericht
Nr. 5/1950
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magnetischen Effekte sofort mit ionosphärischen, Erdstrom-, Höhenstrah
lung-, Sonnen-Effekten usw. zu vergleichen. Eine Tagung dieser Arbeits
gemeinschaft vom 8. bis 10. August hat die Zusammenarbeit der beteiligten
Institute stark gefördert. Tägliche Kopien der Magnetogramme erhalten:
das Post- und Fernmeldetechnische Zentralamt in Darmstadt im Tausch
gegen die französischen URSI-Telegramme über solare, ionospärische und
erdmagnetische Beobachtungen: das Observatorium Niemegk gegen die
dortigen Registrierungen; das Geophysikalische Institut der Universität
Göttingen. Für Vermessungen wurden Magnetogramme einzelner Tage ab
gegeben an: Landesanstalt für angewandte Geologie Kiel, das Amt für
Bodenforschung Celle und an private Stellen. Momentbestimmungen von
Magneten wurden ausgeführt für das Hessische Landesamt für Boden
forschung, Wiesbaden.
An Besuchern waren im Observatorium: Dr. M a c h t, Kiel; Dipl.-
Ing. Marsch, Kiel, Landesanstalt für angewandte Geologie; Dr. Junge,
Frankfurt a. M., Univ.-Inst. für Met. Geophysik; Direktor Dr.Werner
und Dipl.-Ing. Haalk von den MiSXAiV/A-Werken, Berlin; Prof. Dr. Bock,
Amt für Bodenforschung, Celle; Dir. Dr. Burmeisier und Dr. Burk
hart, Observatorium Fürstenfeldbruck; Dipl.-Ing. Ostermeier, Mering
bei Augsburg; Dipl.-Ing. Menzel, Post- und Fernmeldetechnisches
Zentralamt, Darmstadt.
Für die Deklinationsmessungen wurden im Berichtsjahr durch Abt. VB
die Azimute der Miren durch Gestirnsbeobachtungen kontrolliert. Eine
Apparatur zur Registrierung der Horizontalintensität mit Differential-
Fotozelle und Fallbügelschreiber -wurde aufgebaut und in Betrieb ge
nommen. Für die Pulsationsregistrierung der kurzzeitlichen Änderungen
von dH/dt und dZ/dt wurde eine Eichapparatur entwickelt und ausprobiert.
Das große indische Beben vom 15. VIII. 1950 gab auf der Z-Komponente
ein interessantes Diagramm, auf dem die P-, S- und L-Wellen gut erkenn
bar sind (vgl. Anl. 5).
c) Erdmagnetische Vermessung. Die im Jahr 1948 ausgeführten
Messungen zur Erfassung der Säkular variation in NW-Deutschland sind
veröffentlicht. Von den Vermessungsschiffen wurden wieder im Küsten
bereich der Nordsee Mißweisungsbeobachtungen ausgeführt.
Die Tauch- bzw. Schleppgeräte für die magnetische Seevermessung
werden z. Z. in der Werkstatt des Instituts wieder hergerichtet und sollen
zum Einsatz im kommenden Sommer bereit sein. Die F ö r s t e r - Sonde
ist vom Hersteller nach Reparatur zurückgegeben worden und wird für
den Einsatz geprüft.