Meereskunde und Erdmagnetismus
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Registrierungen der Observatorien Rude Skov, Witteveen, Wingst, Nie-
megk, Fürstenfeldbruck ünd Chambon la Forêt, deren Jahresmittelwerte
bis 1949,5 zur Verfügung standen. An amtliche und private Stellen
wurden in zunehmendem Maße Auskünfte über örtliche magnetische
Werte erteilt. Für das Mineralogisch-Geologische Institut in Würzburg
wurde eine D-Karte von Kreta für 1940,5 entworfen.
In Arbeit befindet sich z. Zt. eine Mißweisungskarte für das Dampfer
handbuch. des Atlantischen Ozeans.
Eine Untersuchung über die örtlichen Unterschiede der Säkular
variation in Westdeutschland wurde abgeschlossen. Sie ergab, daß nur
regional ausgeglichene Werte für kartographische Arbeiten zu empfehlen
sind.
J. Saldukas berechnete das Normalfeld von Z für die Länder um
die Ostsee und fertigte eine Karte der regionalen Z-Anomalien. Begonnen
wurden eine Untersuchung über die Differenzen in den Z-Registrierungen
in den Observatorien Niemegk und Wingst. Es soll dadurch geklärt
werden, ob gewisse Bay-Störungen in Wingst auf regionale Bedingungen
zurückzuführen sind.
b) Im Observatorium Wingst wurden die Registrierungen und
Terminbeobachtungen wie bisher fortgeführt. Zur Basisbestimmung wurde
zweimal im Monat D am Faden, J mit dem Erdinduktor und H mit QHM
gemessen; außerdem wurde H viermal im Jahr nach der L a m o n t ’ sehen
Methode beobachtet, so daß die Basiswerte hinreichend gesichert sind.
Die Registrierungen erfolgten mit je 2 Systemen für D, H und Z. Im
Hauptsystem registrieren zwei Z-Waagen, um Fehlerquellen durch Basis
sprünge weitgehend zu vermeiden. Der Skalenwert des D-Variometers
wurde im Berichtsjahr magnetisch kontrolliert, die anderen Skalenwerte
über H e 1 m h o 11 z - Spulen auf diesen Wert bezogen. Die laufenden
galvanometrischen Bestimmungen ergaben folgende Skalenwerte:
f D
£ H
* Z i
e z ä
Registr.»
Geschw.
Hauptsystem
0.841 '/mm
6.00 ;'/mm
5.28 y\mm
2.85 y/mm
20 mm/h
Sturmsystem
5.2
30
31
3 „
Über die Ergebnisse der Beobachtungen in den Jahren 1943 und 1944
berichteten die Jahrbücher Nr. 1 und 2 des Observatoriums; Nr. 3 für 1945
ist im Druck, 1946 bis 1948 sind in Vorbereitung. Nach der vorläufigen Aus
wertung sind Jahres-, Monats- und Tagesmittel bis September 1950 ver
sandt worden. Die dreistündlichen Kennziffern der Aktivität (three-hour-
ranges indices) liegen für Wingst ab 1940 vor; die für Wilhelmshaven von
1932 und 1933 wurden ausgewertet und für die internationale Bearbeitung
des Polarjahres zur Verfügung gestellt. In Monatsberichten werden die
laufenden Kennziffern 25 deutschen und 28 ausländischen Stellen zugestellt,
dazu Jahresübersichten in graphischer Darstellung nach Sonnenrotationen
geordnet. Zur Ableitung der planetarischen Kennziffer Kp aus den An
gaben von 11 Observatorien werden die Werte von Wingst weiterhin von
der internationalen Kommission für erdmagnetische Störungen herange
zogen. Die plötzlichen Sturmeinsätze (sudden commencements, s. c.) und
Sonneneruptionseffekte (solar flare effects, s.f.e.) werden den Monats
berichten beigegeben. Im Berichtsjahr wurde die „Arbeitsgemeinschaft Iono
sphäre der deutschen geophysikalischen Institute“ gegründet. Durch täg
lichen Telefon- und Telegrammdienst ist die Möglichkeit geschaffen, die