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Full text: Jahresbericht 1950

Jahresbericht 
Nr. 5/1950 
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Bord übertragen, deren Zeiger stetig und praktisch trägheitslos den Bewegun 
gen der Strommesserfahne folgt. Der Bau eines Registriergerätes wurde vor 
bereitet. 
Die meereskundliche Tätigkeit auswärtiger Dienststellen und Institute 
wurde durch leihweise Überlassung ozeanographischer Geräte weiterhin unter 
stützt. Insbesondere wurden für die Vermessung des Brodtener Ufers Strom 
messer, Hochseepegel, Pegel usw. zur Verfügung gestellt. Zur Durchführung 
von Wasserstandsbeobachtungen auf See und im Flußmündungsgebiet vor der 
französischen Westküste wurden Hochseepegel den zuständigen französischen 
Dienststellen zur Verfügung gestellt und Fachleute zur Ausführung der Mes 
sungen dorthin abgeordnet. 
Die meeresoptischen Meßmethoden und Geräte konnten 
weiterhin verfeinert und vervollkommnet werden. Zur Salzgehaltsmessung 
auf See wurde ein elektrodenloses Leitfähigkeitsmeßgerät entwickelt, dessen 
Erprobung ini Labor zur Zeit läuft. Die Pegel in Cuxhaven und Hamburg, 
deren Angaben für den Windstau- und Sturmflutwarndienst benötigt werden, 
wurden laufend betreut. Die Feuerschiffe und einige Fischdampfer -wurden 
mit Geräten versorgt. Geräte- und Geräteliteraturkartei wurden auf dem 
laufenden gehalten. Gelegentlich von Besichtigungen und Vorführungen 
wurden den interessierten Kreisen die von der Abteilung verwendeten ozeano- 
graphischen Meßmethoden und Meßgeräte vorgeführt. Während der erwähnten 
7-tägigen Fahrt mit dem Vermessungs- und Forschungsschiff „Gauss“ im -Juni 
dieses Jahres wurden die meereskundlichen Geräte erprobt und die Schiffs 
besatzung mit dem Auslegen und Aufnehmen ozeanographischer Meßgeräte 
vertraut gemacht. 
Während der Augustfahrt mit dem Vermessungs- und Forschungsschiff 
„Gauss“ wurden zahlreiche Durchsichtigkeitsmessungen mit dem stetig registrie 
renden D-Gerät ausgeführt. An Hand der Messungen sollte ein Überblick 
über die Trübungs- und Gelbstoffverteilung der Nordsee gewonnen werden, 
gleichzeitig liefern diese Beobachtungen einen Beitrag zum Verständnis des 
allgemeinen hydrographischen Aufbaus in der Nordsee und weisen insbeson 
dere auf einen innigen Zusammenhang zwischen den Trübschichten und den 
in der sommerlich erwärmten Nordsee auftretenden Temperatursprungschichten 
hin. Es zeigt sich, daß ebenso wie in der Ostsee auch in der Nordsee die 
Sprungschicht im allgemeinen durch intensive Trübschichten gekennzeichnet 
ist. Durch rasch aufeinanderfolgende Durchsichtigkeitsregistrierungen konnten 
vertikale Verlagerungen der Trübschichten und der damit gekoppelten Sprung 
schichten um Beträge von mehreren Metern innerhalb weniger Minuten 
beobachtet werden. Weiterhin wurde festgestellt, daß die Wassermassen ober 
halb der Temperatursprungschicht von den Wassermassen unterhalb der 
Temperatursprungschicht in bezug auf Lichtdurchlässigkeit und Gelbstoffgehalt 
in charakteristischer Weise unterschieden werden können und somit die 
optischen Methoden auch in der Nordsee zur Charakterisierung der Wasser 
massen mit Erfolg angewendet werden können. 
7. Geologie und Morphologie des Meeres 
Im geologischen Labor wurden rund 1300 Grundprobenuntersuchungen 
aus der Nord- und Ostsee und aus der Elbe und Eider auf ihre Korngröfien- 
zusammensetzung, ihren Kalkgehalt und ihren Glühverlust untersucht. Die 
Sammlung konnte um 1200 Grundproben erweitert werden. Von der 
Forschungsstelle Norderney wurde eine Kollektion von Emsproben und die 
dort erarbeiteten Untersuchungsergebnisse zur Verfügung gestellt. Die 
Kartei weist 3100 neue Karten mit Grundproben auf.
	        
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