accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1950

Meereskunde und Erdmagnetismus 
33 
die Arbeiten zur Vereinfachung und Beschleunigung der Salzgehaltsbestimmun 
gen fortgesetzt. Nach den bisher vorliegenden Erfahrungen kommen hierfür 
entweder Refraktometer-Messungen oder eine neuartige Mikrotitration in 
Frage. Die hydrographischen Untersuchungen des Rantum-Beckens auf Sylt 
wurden in Zusammenarbeit mit der Biologischen Anstalt Helgoland fortgeführt. 
Im Mittelpunkt der meereskundlich-chemischen Arbeit standen die Unter 
suchungen über die Fruchtbarkeit des Meeres in Abhängigkeit von örtlichen 
und zeitlichen Faktoren. Die Fruchtbarkeit wird dabei gemessen durdi die 
Menge des in der Volumeneinheit enthaltenen Chlorophylls, das insofern eine 
entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Organismen auf dem Lande und 
im Meere spielt, als es die Pflanzen in die Lage versetzt, die Sonnenenergie 
zum Aufbau organischer Substanz auszunutzen. Während auf der festen Erde 
diese Umwandlungsprozesse auf eine relativ dünne Schicht konzentriert sind, 
können sie sich im Meere über große Tiefen erstrecken. Zur Ermittlung der 
Fruchtbarkeit im Meere werden ähnliche Methoden angewandt wie in der 
Landwirtschaft, und zwar wird die Fruchtbarkeit entweder in Zusammenhang 
mit dem Gehalt des Bodens an anorganischen Nährsalzen oder mit der im 
Laufe eines Jahres produzierten Substanz gebracht. In der Meereskunde 
scheint die Untersuchung des Chlorophyllgehalts aussichtsreich zu sein. Im 
chemischen Laboratorium wurde zunächst ein Verfahren zur Bestimmung des 
Chlorophyllgehaltes an Bord ausgearbeitet, das bereits mit Wasserproben 
von 100 ccm brauchbare Ergebnisse liefert. Während der Versuchsfahrt des 
Vermessungs- und Forschungsschiffes „Gauss“ in der mittleren und nördlichen 
Nordsee im August 1950 hat sich die Methode bewährt. Es wurde an 33 
verschiedenen, dicht beieinander liegenden Stationen von der Oberfläche bis 
zum Meeresboden der Chlorophyllgehalt bestimmt. Es zeigte sich, daß bei 
einem geringen Chlorophyllgehalt an der Oberfläche und am Boden in mitt 
leren Schichten zwischen 30 und 50 m Tiefe zum Teil beträchtliche Chlorophyll 
mengen vorhanden waren. Die gleichzeitige Beobachtung von Temperatur, 
Salzgehalt und Durchsichtigkeit des Meerwassers und die Verteilung der 
Schallgeschwindigkeit im Meerwasser deuten darauf hin, daß die im Meere 
festgestellte Sprungschicht in Zusammenhang mit dieser starken Chlorophyll 
anreicherung steht. Diese Untersuchungen über die Verteilung des Chlorophyll 
gehalts im Meere stehen in enger Beziehung zu den parallel durchgeführten 
fischerei-biologischen Arbeiten im Heringsfanggebiet. 
6. Physikalische Eigenschaften des Meerwassers und Instrumente 
Im Labor wurden die Überprüfung und Eichung von Thermometern, 
Umkippthermometern und Druckmeßgeräten vorgenommen und meeresoptische 
Meß- und Registriergeräte erprobt und geeicht. Die Ersatzbeschaffung für. 
verlorengegangene ozeanographische Geräte Avurde weiterhin vorgenommen. 
Insgesamt wurden 17 Schaufelradstrommesser, 7 für das D. H. I und 10 für 
andere Behörden, angeliefert. Die Geräte wurden geeicht und längeren Lauf 
proben unterzogen und, soweit erforderlich, kompensiert. Einige Geräte wur 
den bereits im Einsatz erprobt. Die Abbildungen 3—6 auf Anl. 9 zeigen Werk 
aufnahmen des Schaufelradstrommessers. 
Die ersten 2 Probegeräte des neu entwickelten Bifilarstrommessers wurden 
abgeliefert und auf See erprobt. Bei diesem Gerät wird die Geschwindigkeit 
mittels eines Propellers gemessen, dessen Umdrehungen über einen magneti 
schen Kontakt auf ein Zählwerk an Bord übertragen werden. Durch Vermeiden 
der üblichen Schleifkontakte konnte die Reibung klein und die Anlaufs 
geschwindigkeit niedrig gehalten werden. Der Winkel zwischen Strommesser 
rahmen und -fahne wird mittels einer elektrischen Welle auf eine Rose an
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.