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Full text: Jahresbericht 1950

Jahresbericht 
Nr. 5/1950 
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aber auch das hohe Nebelmaximum im Frühsommer im Kanal, das von der 
Schiffahrt gefürchtet ist, fanden aus diesen Zusammenhängen eine Erklärung. 
Zur Lösung von vielen praktischen und wissenschaftlichen Anforderungen 
bildet die Kenntnis der Oberflächentemperatur des Meeres eine Grundvor 
aussetzung. Für Nord- und Ostsee und die angrenzenden Gewässer fehlte 
bisher eine Gesamtdarstellung. Sie wurde nach langwierigen Vorarbeiten 
unter Heranziehung des gesamten erreichbaren Materials, das auf rund 
3 Millionen Einzelbeobachtungen beruht, zum Abschluß gebracht. Das Meteo 
rologische Amt für Nordwestdeutschland unterstützte diese Arbeit, indem es 
aufbereitetes Material aus seinem Beobachtungsarchiv zur Verfügung stellte. 
Die Ergebnisse liegen in vorläufiger Form von 12 Monatskarten vor. Die 
Drucklegung des Atlasses ist für 1951 geplant 1 ). 
Ergebnisse der kritischen Bearbeitung der Beobachtungsgrundlagen zu 
diesem Atlas erlauben es, zu systematischen Verfälschungen der Schiffs 
beobachtungen allgemein Stellung zu nehmen. Sie können sowohl für 
die Verbesserung der Bestimmungen des Wärmeumsatzes zwischen Ozean 
und Atmosphäre als auch für Verbesserungen der Beobachtungsmethoden 
nutzbar gemacht werden. 
4. Eisdienst 
Der Eisdienst wurde im wesentlichen nach, den in den Vorjahren 
gesammelten Erfahrungen fortgeführt. Es wurde die Funkaufnahmeanlage 
zum Empfang ausländischer Funkeismeldungen verbessert, so daß auch unter 
normalen Funkverhältnissen die finnischen Eismeldungen aufgenommen werden 
können. Von den deutschen Küstengebieten östlich Travemünde wurden 
täglich die Eismeldungen vom Ostsee-Observatorium Greifswald übermittelt. 
Der verstärkte Schiffsverkehr nach den Häfen der mittleren und nördlichen 
Ostsee machte es erforderlich, mit der Drucklegung der Eisberichte bereits zu 
einem Zeitpunkt zu beginnen, in dem an den deutschen Küsten noch kein Eis 
auftrat. Außerdem Wurde den Eisberichten wöchentlich einmal eine Karte mit 
den Eisangaben für das ganze Ostseegebiet beigelegt. Der Kleinschiffahrt 
wurden täglich während des Auftretens von Eis an den deutschen Küsten die 
Eis- und Schiffahrtsverhältnisse über den Nordwestdeutschen Rundfunk durch 
gegeben. Es erfolgte die Drucklegung des Atlasses der Eisverhältnisse des 
Nordatlantischen Ozeans mit Übersichtskarten der Eisverhältnisse des Nord- 
und Südpolargebietes (s. Anhang, S. 65). 
Reg.-R. Dr. Nus s e r nahm vom Februar bis April 1950 an der Fahrt des 
Robbenschlägers „Sachsen“ in das Grönlandeis teil. Über die wissenschaftlichen 
Ergebnisse dieser Reise wird gesondert berichtet. An Hand der beobachteten 
Eistypen im Ostgrönlandstrom wurden Vorschläge für eine Vereinheitlichung 
der bestehenden, nicht eindeutigen Terminologie ausgearbeitet, die einem 
größeren wissenschaftlichen Kreise zur Stellungnahme zugeleitet werden soll. 
Während einer stärkeren Frostperiode mit Temperaturen von mehr als —14 Q 
konnte bei Meerwasser von 34% Salzgehalt die Neueisbildung studiert werden. 
Der Wind hat auf die Ausbildung der Eisdecke einen maßgebenden Einfluß. 
5. Chemische Eigenschaften des Meerwassers 
Zur Bestimmung des Salzgehaltes der von den Feuerschiffen und den 
Forschungsfahrten auf See beigebrachten Meerwasserproben wurden etwa 
9000 Titrationen ausgeführt. Damit ist das chemische Laboratorium voll aus 
gelastet. Wegen der im Verlaufe der „Gauss“-Fahrt eingetretenen Verzögerung 
bei den laufenden Titrationsarbeiten wurde es erforderlich, außerhalb des 
Instituts stehende Hilfskräfte zur Titration heranzuziehen. Daneben wurden 
x ) Erschienen im Frühjahr 1951.
	        
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