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Full text: Jahresbericht 1950

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IV. MEERESKUNDE UND ERDMAGNETISMUS 
1. Allgemeines 
Entsprechend den erhöhten Anforderungen der Praxis, insbesondere aus 
dem Bereich der Seeschiffahrt, der Fischerei und dem Küstenschutz, steigerte 
sich der Arbeitsanfall der meereskuncllichen Abteilung im Jahre 1950. Für 
die Arbeit auf See, die wieder in stärkerem Maße in den Vordergrund tritt, 
war die Bereitstellung an wissenschaftlichem und technischem Personal in 
einem Umfange erforderlich, der schon jetzt klar erkennen läßt, daß die un 
erläßliche Bearbeitung der Ergebnisse nur dann laufend durchgeführt 
werden kann, wenn zusätzlich Hilfskräfte zur Verfügung stehen. Allein die 
Ausarbeitung und Nutzbarmachung des zur Zeit noch vorliegenden Materials 
würde die Arbeitskraft der Abteilung neben der Erledigung der laufenden 
Aufgaben auf lange Zeit hin voll in Anspruch nehmen. Andererseits kann 
nicht auf eine nach modernen ozeanographischen Gesichtspunkten aufge 
zogene Arbeit auf See verzichtet werden, wenn nicht der Zusammenhang 
mit den Forderungen der Praxis und der Forschung verloren gehen soll. 
Da es heute möglich ist, vom fahrenden Schiff aus ozeanographische Be 
obachtungen wie Strom-, Salzgehalts-, Temperatur- und optische Messungen 
durchzuführen, wird der Umfang des ozeanographischen Beobachtungs 
materials in Zukunft erheblich anschwellen. An einer Entwicklung auf 
ozeanographischem Gebiet, die dahin geht, synoptische Beobachtungen aus 
abgegrenzten Meeresgebieten laufend beizubringen, kann sich das D. H. I. 
aus Mangel an Mitteln nicht beteiligen. Es wird Aufgabe der Ozeanographie 
sein, unter weitgehender Hinzuziehung grundsätzlicher Überlegungen, ins 
besondere auf dem physikalischen Sektor, die Beobachtungen auf See so ein 
zurichten, daß mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Erkennt 
nissen und praktischen Ergebnissen erzielt wird. Aus diesem Grunde ist im 
vergangenen Jahr angestrebt worden, neben der Bearbeitung der Messungen 
die physikalischen Grundlagen, die den Vorgängen im Meere zugrunde 
liegen, auf gewissen Spezialgebieten eingehenderen Untersuchungen zuzu 
führen. 
Dem heutigen Stande der Ozeanographie entsprechend ist es erforderlich, 
bevor umfangreiche Mittel für Arbeiten auf See bereitgestellt werden, durch 
wesentlich weniger Aufwand erfordernde Untersuchungen im Labor, in der 
Modellversuchsanstalt und im Büro bereits über die grundsätzlichen Vorgänge 
eine Vorstellung zu gewinnen. 
Neben den Untersuchungen auf See mit dem Vermessungs- und Forschungs 
schiff „Gauss“ (eine Geräteerprobungsfahrt und eine Untersuchungsfahrt in der 
Nordsee) war die Abteilung beteiligt durch Bereitstellung von Geräten an 
Untersuchungen im Küstenbereich der Nord- und Ostsee, und für besondere 
Zwecke wurden Schiffen und Einzelpersonen meereskundliche Geräte leihweise 
überlassen. Anfragen des In- und Auslandes, die das Fachgebiet der Ozeano 
graphie betreffen, wurden beantwortet, Gutachten und Auskünfte erteilt. 
Über die wissenschaftlichen Ergebnisse der Abteilung berichteten Wissen 
schaftler auf Tagungen und in Zeitschriften. Durch Teilnahme an wissen 
schaftlichen Tagungen und Besprechungen mit Instituten, die auf benachbarten 
Wissensgebieten arbeiten, wurde die Verbindung mit der allgemeinen Fort 
entwicklung auf geophysikalisck-ozeanographischem Gebiet aufrechterhalten 
und die Verbindung zu den Stellen hergestellt, die an der praktischen Nutz 
anwendung ozeanographischer Ergebnisse interessiert sind. 
3 Angehörige der Abteilung nahmen regelmäßig am Windstau- und Sturm 
flutwarndienst innerhalb der Abtg. V teil.
	        
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