Jahresbericht
Nr. 6/1951
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erledigt werden. Schwierigkeiten, die durch verlängerte Lieferfristen —
vor allem bei Stahl und Eisen —- aufgetreten sind, wurden mit Mühe über
brückt. Nachteilig für die Arbeiten in der Werkstatt wirkten sich die er
heblichen Preissteigerungen, vor allem bei Metallen, aus.
Vorwiegend war die Werkstatt beschäftigt mit der Instandsetzung und
Überarbeitung des gesamten ozeanographischen Gerätebestandes des Institutes
sowie mit der gerätetechnischen Torbereitung der Vermessungs- und For
schungsfahrten. An der Verbesserung der Betriebssicherheit und der Meß
genauigkeit der ozeanographischen Geräte wird laufend gearbeitet.
Die bei den letzten Messungen mit Schaufelrad-Strommessern eingetre
tenen Ausfälle sollen durch einen neuen Schaltkontakt an Stelle des bisher
verwendeten Wischkontaktes behoben werden. Hervorgerufen wurden diese
Ausfälle infolge Durchbrennens der Belichtungslampe, die zum Ausgleich
der kurzen Schaltzeit mit Überspannung brennen mußte, sowie durch Kon
taktfehler des nicht erschütterungsfesten Wischkontaktes beim Aussetzen des
Strommessers. Nachteilig machte sich auch die Verwendung von Film-
material verschiedener Lichtempfindlichkeit bemerkbar, da die Belichtungs
zeit nicht reguliert werden konnte. Der neue Schaltkontakt besteht aus einer
gegen Stöße unempfindlichen Schaltwalze mit zwei die Belichtungszeit regu
lierenden Stromabnehmern, einem Räderhemmwerk und einer Torsionsfeder,
die ihre ständige Vorspannung durch das Uhrwerk erhält. Im Dauerversuch
mit 120 000 Schaltungen bei gleicher Glühlampe und normaler Spannung
wurde der Schaltkontakt erprobt und soll bei der nächsten Vermessungsfahrt
in 3 Strommessern zum Einsatz kommen.
Eine Weitere Verbesserung wird mit dem Umbau von 5 Graafen-
Pegeln, die aus einer früheren Fertigung stammen, angestrebt. Die aus Eisen
bestehenden Druckräume wurden durch Druckräume aus Messing ersetzt
und die U-Rohre durch eine bessere Konstruktion erneuert.
Die Herstellung eines neuartigen Wellenpegels ist nahezu abgeschlossen.
Das hierfür erforderliche Registriergerät ist fertig und im Werkstattversuch
erprobt. Für die dem Seewasser ausgesetzte Geberanlage war die Verwen
dung von magnetischen Vakuumkontakten geplant. Die von einschlägigen
Firmen gefertigten Kontakte genügten jedoch nicht den zu stellenden An
forderungen wegen unzureichender Sicherung gegen Erschütterungen. Ein
von der Werkstatt entwickelter magnetischer Schaltkontakt mit Schwimmer-
betätigung, bei dem als wesentliche Konstruktionselemente 2 Stabmagnete
Verwendung finden, arbeitet sicher und erschütterungsfrei und hat sich im
Dauerversuch bewährt.
Gleichlaufend mit den Arbeiten an ozeanographischen Geräten wurden
Instandsetzungsarbeiten und Verbesserungen an nautischen Instrumenten
wie Kreisel- und Magnetkompassen, Sextanten, Kursanzeigern, Tiefgangs
messern und Prüfgeräten durchgeführt. An neuartigen Gleichstromgebern
im Potentiometerprinzip und Pendellotschreibern wurden die Entwicklungs
arbeiten zum Abschluß gebracht.
Die Tauch- und Schleppgeräte für magnetische Seevermessung wurden
überholt und vervollständigt. Da die im Observatorium Wiugst vorgenom
menen Eichungen noch keine befriedigenden Ergebnisse zeigten, ist eine Neu
konstruktion des ZRG-Gerätes beabsichtigt.
Weiter war die Werkstatt beschäftigt mit den laufenden Instandsetzungs
arbeiten und Verbesserungen der technischen Betriebsanlagen und Einrich
tungen des Instituts und der Vermessungs-Schiffe und Kraftfahrzeuge.