Nautische Technik
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folgende gesetzliche Einführung der verschärften technischen Bestimmungen
des WeltnadirichtenVertrages von Atlantic City 1947 in Verbindung mit denen
des letzten Londoner Schiffssicherheitsvertrages von 1948 ist hinsichtlich ihrer
Auswirkungen auf die Schiffahrt vorbereitet. An einem praktischen Beispiel
der Telefunken-Neuentwicklung der Goniometer-Bordpeilanlage PST 100/1
wurde die Zusammenarbeit aller Beteiligten und die Brauchbarkeit der Prüf
methoden erprobt; dem D. H. I. oblag dabei der nautisch-technische Teil der
Erprobungen, die auf dem VFS. „Gauss“ in Nord- und Ostsee mit gutem
Erfolg durchgeführt wurden.
Um die bei subjektiver Beobachtung bestehenden Unstimmigkeiten der
sich ergebenden Werte der Peilempfindlichkeiten von Anlagen verschiedener
Typen zu klären, wurde eine objektive Meßmethode hoher Genauigkeit aus
gebildet, die gestattet, an der mit einem Röhrenvoltmeter am Empfänger
ausgang in Abhängigkeit vom Peilazimut gemessenen Rausch-Ton-Spannung
den für die Qualität des Peilminimums allein maßgeblichen Verlauf der Ton
spannung zu bestimmen. Nach diesem Verfahren wurden unter anderem
auf einer Vermessungsfahrt des VFS. „Gauss“ in Zusammenarbeit mit der
Firma TELEFUNKEN G. m. b. H. Vergleichsmessungen über die Peilempfind
lichkeit der neuen Telefunken-Goniometer-Bordpeilanlagen PST100/1 (Telegon)
mit festem Kreuzrahmen und frei verspannten Kreuzschleifen, sowie diesen
und der auf VFS. „Gauss“ eingebauten Goniometer-Peilanlage mit frei ver
spannten Kreuzschleifen durchgeführt. Es zeigte sich, daß die Telegon-Peil-
anlage mit festem Kreuzrahmen von 0,95 m 2 Fläche die Peilempfindlichkeit
der Goniometer-Peilanlage auf VFS. „Gauss“ mit frei verspannten Kreuz
schleifen von etwa 10 m 2 wirksamer Fläche erreicht, während sich bei Ver
wendung der gleichen Schleifen am Telegonpeiler die Minimumsbreiten eines
gepeilten Senders noch im Verhältnis 1:2,4 verringern läßt. Die Versuche
haben ferner bestätigt, daß bei vorgegebener Selbstinduktion einer Schleife
zur Erzielung einer möglichst großen Windungsfläche und damit hohen Peil
empfindlichkeit zweckmäßig die Windungszahl der Schleife möglichst klein
und deren Fläche möglichst groß gemacht wird.
Für die Durchführung weiterer genauer Vergieichsmessungen wurden
Versuche eingeleitet, durch Einsatz eines stetig regelbaren Meßsenders mit
vertikaler T-Antenne am Empfangsort eindeutig definierte, beliebig einstell
bare Feldstärkewerte zu erhalten, um nicht auf zufällig arbeitende Sender
bestimmter Feldstärke angewiesen zu sein.
3. Prüfung und Attestierung nautischer Geräte. Nautische Auskünfte
Zur Prüfung eingeliefert und attestiert wurden insgesamt 16 932 nautische
Instrumente und Positionslaternen. Außerdem wurden 768 Kompaßregu
lierungen auf Anforderung durchgeführt und 12 770 nautische Auskünfte
erteilt. In diesen Zahlen sind die wegen festgestellter Mängel zurückgewie
senen, nicht attestfähigen Instrumente nicht enthalten. Die Inanspruchnahme
des Dezernates (einschließlich der Außendienststellen) für die Bearbeitung der
verschiedenen Sachgebiete in den einzelnen Monaten kann neben anderem
Zahlenmaterial der Gesamtstatistik (Anhang S. 61, Nr. 7) entnommen werden.
Die Vorprüfung der farbigen Einsatzgläser für Positionslaternen bei der
Glashütte DR. GENTEE & CO., Goslar, wurde nach dem im Jahresbericht
1950 dargestellten Verfahren durchgeführt und farbige Einsatzgläser mit einem
Ätzstempel versehen. Der Einsatz des Farbglasprüfgerätes für diese Serien
prüfungen erfolgt nach Überwindung bei der Lieferfirma aufgetretener Ferti
gungsschwierigkeiten bis Jahresende.