Nautische Technik
47
möglichkeiten der Echolote ausgenutzt: im Mai Erprobung des neuen Atlas-Bandschreibers
und Versuche zur Ermittlung der Meeresbodenbedeckung mit
Hilfe von Ultraschall, im Juni Feststellung von Echoschichten in der Nordsee,
Bestimmung der Grenzen von Gebieten gleicher Bodenbedeckung und
Ermittlung von unterseeischen Sanddünen, im September Kontrolle der Tiefen
der Norwegischen Rinne und Versuche zum Wiederfinden ausgelegter
Strommesser, im Dezember Vergleiche zwischen Hand- und Echolotungen in
Abhängigkeit von Tiefe und Wasserströmung.
Nach vorbereitenden Laboratoriumsversuchen zur Entwicklung eines
Tiefgangsmessers wurde im ersten Jahresdrittel eine Versuchsanordnung
auf VFS. „Gauss“ erprobt. Der Tiefgang wurde durch ein Mefirohr erfaßt,
das mit dem Seewasser unmittelbar in Verbindung steht. Es besitzt eine
Reihe von Kontakten, wobei jedem Kontakt eine Glimmlampe als Anzeigeorgan
zugeordnet war. Die durch den Tiefgang des Schiffes veränderliche
Wassersäule im Meßrohr schloß über diese Kontakte einzelne Stromkreise,
so daß die zugeordneten Glimmlampen aufleuchteten. Das beschriebene Verfahren
mit Glimmlampenanzeige war zwar sehr einfach, erforderte aber eine
erhebliche Anzahl von Fernleitungen.
Im letzten Jahresdritte'l war eine Versuchsanordnung erstellt, die diesen
Nachteil vermeidet. Das Meßrohr (als Geberorgan) wurde in unveränderter
Form übernommen. Eine im Dezember durchgefiihrte Borderprobung des
Tiefgangsmessers in der jetzigen Ausführung ist erfolgreich verlaufen.
d) Verschiedenes
Der am Ende des vergangenen Berichtsjahres begonnene Bau von elektrischen
Impulszählern zur Kurzzeitmessung hoher Genauigkeit (10.10— B
sec) für Zwecke des Dezernats „Zeitdienst“ wurde weitergeführt. Die Entwicklung
einzelner Teilgeräte konnte abgeschlossen werden. Diese Teilgeräte
wurden ausschließlich mit deutschen Röhren bestückt. Durch geeignete
Dimensionierung der einzelnen Schaltungen gelang es, die sichere
Funktion der dekadischen Untersetzer des Impulszählers in einem weiten
Bereich unabhängig zu machen von den Schwankungen der Betriebsspannungen,
so daß deren Stabilisierung nicht notwendig ist. Die Arbeiten am vollständigen
Gerat sind zur Zeit noch nicht beendet.
Eine Reihe von Hilfsgeräten für den Gebrauch in verschiedenen Laboratorien
wurden entworfen und selbst gebaut: Netzgeräte, Spezialverstärker,
Freqirenzteiler, Kathodenstrahloszillograph nebst Gleichstromverstärkern.
Ein Gerät zur Kursdifferenzanzeige und ein Gerät zur gleichzeitigen
Registrierung von Impulsserien und des Kurses in einstellbaren Zeitintervallen
wurde entworfen und der Bau der Institutswerkstatt übertragen.
Für die Laternenprüfstelle Hamburg wurde eine neue Schalttafel mit
verbesserter Regel- und Meßmöglichkeit für die Lampenspannungen entworfen
und von der Institutswerkstatt gebaut.
Ferner wurde der Prüfstelle eine aus einem optischen Pyrometer und
einem Filter-Photoelement bestehende Meßanordnung zur Messung der Farbtemperatur
und Lichtstärke von Wolframlampen für Schiffspositionslaternen
übergeben.
Mehrere an das Institut herangetragene Erfindungsvorschläge auf dem
Gebiet der nautischen Instrumente wurden überprüft und begutachtet.
Verschiedenen industriellen Firmen wurde Gelegenheit gegeben, auf Anregung
des D. H. I. neu entwickelte nautisch-technische Geräte im Institutsgebäude
einer größeren Anzahl von Interessenten aus Behörden- und Schifffahrtskreisen
vorzustellen.