Gezeiten, Nautische Astronomie
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fenclen Dienst eingesetzt werden. Zwangsläufig wird damit eine Verbesserung
der Quarzuhrkontakte erforderlich; entsprechende Versuche wurden durch
geführt und stehen vor dem Abschluß. Für Frequenzvergleiche ist ferner
mit eigenen Mitteln ein Sägezahnschreiber entwickelt und gebaut worden,
der es gestattet, laufend die Frequenzunterschiede von bis zu 6 Uhren gegen
einander nach Vorzeichen und Größe mit einer relativen Genauigkeit von
KD 9 aufzuzeiehnen.
b) Für die Zeitkundgebung wurde der zweite Onogo-Geber um die
Mitte des Jahres fertiggestellt, verdrahtet und in Betrieb genommen, nachdem
sämtliche für die Signalabgabe erforderlichen Geräte (Kontaktgeber, Signal
geber, Verstärker, Relais-, Umschalt- und Sicherungsfelder) in zwei getrennten
Gestellen untergebracht waren. Dieser trennbare Doppelaufbau soll bei dem
zu erwartenden Umzug des Instituts eine störungsfreie Weiterführung der
Signalabgabe ermöglichen. Die im letzten Jahresbericht erwähnten elektro
nischen Kontaktgeber befinden sich nach Durchführung zahlreicher Versuchs
messungen im Bau und werden Anfang 1952 erprobt werden.
Die vorjährige Zusammenstellung der vom Institut ausgestrahlten Funk-
zeitzeichen gilt auch für das Jahr 1951, jedoch mit dem Zusatz, daß das
Koinzidenz-Signal von 1055 bis 1100 Uhr MGZ vom Nordwestdeutschen Rund
funk über den Kurzwellensender Osterloog ab August auf zwei Wellenlängen
(7290 kHz = 41,15 m und 11795 kHz = 25,43 m) ausgestrahlt wurde.
Wie im Vorjahre wurden neben den Zeitsignalen laufend 440 und 1000 kHz
an den Nordwestdeutschen Rundfunk für die Musikabteilung und zur Kon
trolle der Rundfunk-Normalfrequenzen abgegeben. Beide Frequenzen wurden
außerdem jeden Montag von 1100 bis 1108 Uhr MEZ über den Sender Hamburg
(971 kHz = 308 m) ausgestrahlt. Ferner erhielten wie im Vorjahre die Dienst
stellen der Bundespost in Lokstedt, Elmshorn und Kiel für Eichungen, Mes
sungen die Normalfrequenz von 1000 Hz.
Für schnelle Messungen von Frequenzunterschieden, wie sie z. B. beim
Trimmen von Quarzen nötig sind, wurde nach Unterlagen, die der Nordwest
deutsche Rundfunk entgegenkommenderweise zur Verfügung stellte, ein oszillo-
graphiseher Schwebungsmesser gebaut, der momentane Frequenzunterschiede
nach Größe und Vorzeichen mit einer relativen Genauigkeit von 10~ 9 zu be
stimmen gestattet.
Die Steuerung der Hauptuhr bei der Bundesbahndirektion Hamburg-
Altona, von der sämtliche Uhren der Bundesbahn abhängen, ging das ganze
Jahr hindurch ohne nennenswerte Störungen vor sich.
Für die Aufnahme von Zeitsignalen, insbesondere auf kurzen Wellen
längen, wurde ein Kurzwellen-Mefiempfänger der Firma Rohde & Schwarz
(Type CEK) in Betrieb genommen. Insgesamt sind im Berichtsjahr rund
7000 Funkzeitzeichen (Onogo-, Koinzidenz-, Sekunden- und Kurzzeitzeichen)
der Stationen Beltsville, Hamburg, Monte Grande, Moskau, Norddeich, Pon-
toise, Potsdam, Rugby und Washington registriert worden. Die Abweichungen
der eigenen und fremden Zeitsignale gegen die astronomisch ermittelte Zeit
wurden laufend berechnet und als Monatstabellen an 114 interessierte Stellen
versandt. Eine mechanische Ausgleichsapparatur, die möglicherweise an die
Stelle der zeitraubenden rechnerischen Ausgleichungen treten wird, ist fertig
gestellt worden; die ersten Vergleichsrechnungen mit ihr sollen Anfang 1952
durchgeführt werden.
Im Austausch erhielt das Institut regelmäßig die Signälaufnahmezeiten
von folgenden Stellen übersandt: Bureau International de l’Heure, Paris:
Royal Greenwich Observatory; U. S. Naval Observatory, Washington; In-