Jahresbericht Nr. 6/1951
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im Druck, Nr. 6 für 1948 ist druckfertig, 1949, 1950 und 1951 sind in Vor
bereitung. Das Jahrbuch für 1945 wurde im Austausch an 28 deutsche und 60
ausländische Institute versandt. Nach der vorläufigen Auswertung sind Jahres-,
Monats- und Tagesmittel bis einschließlich 1951 mitgeteilt worden.
Die dreistündlichen Kennziffern (three hour ranges indices) liegen für
Wingst ab 1940 vor. In Monatsberichten werden die laufenden Kennziffern
29 deutschen und 32 ausländischen Stellen zugeschickt, dazu in Jahresberichten
in graphischer Darstellung nach Sonnenrotationen geordnet. Den Monatsberich
ten angefügt werden die Sonneneruptionseffekte (solar flare effects, s.f.e.) und
die plötzlichen Sturmanfänge, die in diesem Jahre erstmalig unterteilt werden
in storm sudden commencements (s. s. c.), polar or pulsational sudderi commen-
cements (p.s.c.j und andere sudden impulses (s. i.). Diese Angaben werden
mit den Kennziffern werktäglich auch im Rahmen der Telegramme der
„Arbeitsgemeinschaft Ionosphäre der deutschen geophysikalischen Institute“ über
Norddeich Radio ausgestrahlt. Eine Tagung dieser Arbeitsgemeinschaft vom
4.-6. 8. 1951 hat die Zusammenarbeit der beteiligten Institute weiter gefördert
(vgl. Jahresbericht Nr. 5, 1950. S. 37). Zur Ableitung der planetarischen Kenn
ziffern Kp aus den Angaben von 11 Observatorien werden die Werte von
Wingst weiterhin von der internationalen Kommission für erdmagnetische
Störungen herangezogen.
Die im letzten Jahresbericht genannte Untersuchung über die Unterschiede
in den Z-Registrierungen in Niemegk und Wingst, die Studienrat Z e r 1) s t
als freiwilliger Mitarbeiter übernommen hat, stehen vor dem Abschluß.
Tägliche Kopien der Magnetogramme erhalten das Post- und Fernmelde
technische Zentralamt in Darmstadt im Tausch gegen die französischen URSI-
Telegramme über solare, ionosphärische und magnetische Beobachtungen, das
Observatorium Niemegk gegen die dortigen Registrierungen, das Geophysi
kalische Institut der Universität Göttingen und das Institut für Schwingungs
forschung der T. H. Berlin.
c) Erdmagnetise he V ermessungen -wurden im Berichtsjahre
nicht durchgeführt. Bei den für die Seevermessung bestimmten Geräten er
gaben sich technische Schwierigkeiten, die noch behoben werden müssen. Die
Verzögerung dieser Arbeiten ist vor allem darauf zurückzuführen, daß das
früher zur Gruppe Erdmagnetismus gehörende Referat Vermessungen und
Geräteentwicklung dem Personalabbau zum Opfer fiel und nicht wieder ge
schaffen werden konnte. Da die Abzweigung eines der beiden verbliebenen
Wissenschaftler der Gruppe für diese wichtige Aufgabe infolge der laufenden
Arbeiten nicht möglich ist, wird die Einsetzung einer zusätzlichen wissenschaft
lichen Kraft eines technischen Physikers immer mehr zur dringenden Not
wendigkeit.
d) ORR. Prof. Errulat vertrat das Fachgebiet Erdmagnetismus auf der
Tagung der Internationalen Union für Geodäsie und Geophysik in Brüssel
und erstattete dort den deutschen Landesbericht. Er wurde in die internatio
nale Kommission für die Säkularvariation gewählt. RR. Dr. O, Meyer
machte der Arbeitsgemeinschaft Ionosphäre der Deutschen Geophysikalischen
Institute gelegentlich ihrer Tagung Vorschläge zur laufenden Berichterstattung
über ionosphärische, erdmagnetische und solare Vorgänge.
Von den zahlreichen Besuchern des Observatoriums seien genannt: Prof.
Dr. Hasegawa (Tokio), Prof. Dr. Keränen, Prof. Dr. Heiskanen
und Dr. Suckstorff (Helsinki), Prof. Dr. Scherhag und Studierende
der Freien Universität Berlin.