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Full text: Jahresbericht 1951

Meereskunde und Erdmagnetismus 
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des praktischen Eisclienstes war das Fehlen sämtlicher Eismeldungen aus 
den Küstengebieten von der Trave bis zur finnischen Grenze. Während 
noch im Winter 1949/50 ein telegraphischer Austausch der Eismeldungen 
mit der Deutschen Demokratischen Republik erfolgte, blieben im letzten 
Winter, trotz aller Bemühungen des Deutschen Hydrographischen Institutes, 
die Eismeldungen aus dem Gebiet zwischen Trave und Oder aus. Der Aus 
tausch von Eismeldungen mit Polen, den Baltischen Staaten und der UdSSR 
ist seit Kriegsende noch nicht wieder zustandegekommen. 
Auch im vergangenen Winter mußte schon lange Zeit vor dem Auftreten 
von Eis an den deutschen Küsten mit der Ausgabe von schriftlichen Eisbe 
richten begonnen werden, um dem Bedürfnis der deutschen Schiffahrt nach 
Kenntnis der Eislage im Ostseegebiet entgegenzukommen. Die schriftlichen 
Eisberichte erfuhren insofern eine Erweiterung, als die Rückseite der wöchent 
lich ausgegebenen Übersichtskarte mit Mitteilungen allgemeiner Art über Ent 
stehung, Verteilung und Vorkommen des Meereises und über die Navigation 
im Eis usw. versehen wurde. Für die Kleinschiffahrt an den deutschen Küsten 
wurden wieder Eisberichte über den Nordwestdeutschen Rundfunk ausge 
strahlt. 
Um dem Bedürfnis der Schiffahrt nach allgemeinen Übersichten über 
den Zeitpunkt des Auftretens von Eis und dessen Verteilung entgegenzu 
kommen, wurde mit den Vorarbeiten zu einem „Atlas der Eisverhältnisse 
an den deutschen Küsten“ begonnen. Außerdem ist eine Kartei in Arbeit, 
die zum Zwecke einer raschen Erteilung von Eisauskünften sämtliche Eis 
beobachtungen des gesamten Nord- und Ostseegebietes umfaßt. 
In der Reihe der Arbeiten zur wissenschaftlichen Fundierung der Eis 
vorhersagen wurde eine Untersuchung über den Zusammenhang zwischen 
der sommerlichen Wärmespeicherung des Wassers und dem Beginn der 
Vereisung durchgeführt. Für Seehandbücher und Seekarten wurden Bei 
träge geliefert. 
4. Chemische Eigenschaften des Meerwassers 
Im abgelaufenen Jahr wurden etwa 10 000 Salzgehaltsproben titriert. Es 
war erforderlich, zur Erledigung dieser Arbeiten zeitweilig außerhalb des 
Instituts stehende Hilfskräfte heranzuziehen. Es konnte die Entwicklung 
einer Methode der Mikrotitration des Salzgehaltes und der Mikrochloro 
phyll-Bestimmung erfolgreich zum Abschluß gebracht werden. Die Unter 
suchungen über die Refraktometrierungs-Methode wurden fortgesetzt. Die 
in der nördlichen Nordsee aufgenommenen Untersuchungen der Produk 
tionseigenschaften des Meerwassers konnten im abgelaufenen Jahr gelegent 
lich der Untersuchungsfahrt des Vermessungs- und Forschungsschiffes 
„Gauss“ auf das Gebiet der nördlichen Hoofden ausgedehnt werden. Dabei 
gestatteten die oben genannten Mikromethoden eine sehr eingehende eng 
abständige Aufnahme des Untersuchungsgebietes. Während der 17tägigen 
Arbeiten auf See konnten 200 Oberflächen- und 145 Tiefenproben gewonnen 
werden, was ohne die Verwendung der neu entwickelten Methoden nicht 
möglich gewesen wäre. Im einzelnen wurden die Proben auf folgende Be 
standteile und Eigenschaften untersucht: Chlor, Silikat, Nitrit, Meerwasser- 
Eigenfluoreszenz und Trübung, sowie Meerwasserfarbton-Messungen. Es 
wurden insgesamt in diesem Zeitraum, ohne Salzgehalts- und Temperatur 
beobachtungen, nahezu 2000 Einzelmessungen durchgeführt. Ergänzt wur 
den die Beobachtungen durch Planktonuntersuchungen und Gesamt-Seston 
und Eiweiflbestimmungen, die von den Biologen des Instituts für Meeres-
	        
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