accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1951

Jahresbericht 
Nr. 6/1951 
26 
IV. MEERESKUNDE UND ERDMAGNETISMUS 
1. Allgemeines 
Bei den vielfältigen Verbindungen, die die Ozeanographie mit der See 
schiffahrt, der Fischerei und dem Küstenschutz hat, ließ sich eine einheitliche 
Planung und Programmgestaltung für die Arbeiten nicht immer durchführen. 
Im Frühjahr des vergangenen Jahres wurden in der Deutschen Bucht 
Schaufelradstrommessungen und Hochseepegelbeobachtungen für eine Dauer 
von drei Wochen angestellt. Für die seemännischen Arbeiten wurde vom 
Wasser- und Schiffahrtsamt Tönning der Tonnenleger „Kapitän Meyer" dan 
kenswerterweise zur, Verfügung gestellt, der sich auf Grund seiner tech 
nischen Einrichtung (Kran zum Auslegen der Geräte) vorzüglich bewährte. 
Die Beobachtungen dienen der Ermittlung der Gezeiten- und Restströme 
und ermöglichen eine Untersuchung des Einflusses des Windes auf die Ge 
stalt der Wasseroberfläche (Windstau). 
Im Juni fand eine größere Reise in die Hoofden mit dem Vermessungs- 
und Forschungsschiff „Gauss“ statt. Es wurden Strommessungen, Salzge 
halts- und Temperaturbeobachtungen, optische, chemische und geologische 
Untersuchungen durchgeführt. Anlaß zu der Fahrt gab die Frage nach der 
Herkunft und Ausbreitung der Scholleneier, während bei der vorjährigen Fahrt 
des Vermessungs- und Forschungsschiffes „Gauss“ die hydrographischen, chemi 
schen und planktologischen Verhältnisse an der Sprungschicht im Mittelpunkt 
der Untersuchungen standen. Englische und niederländische Wissenschaftler 
sind an den Ergebnissen interessiert und unterstützen mit Fahrzeugen der 
englischen und niederländischen Marine die Arbeiten, wofür ihnen auch hier 
gedankt sei. Der Internationale Rat für Meeresforschung in Kopenhagen 
sprach gelegentlich der Jahrestagung im Herbst 1950 seine besondere Emp 
fehlung zur erfolgreichen Durchführung der Fahrt aus und betonte die 
Wichtigkeit der Weiterführung der Arbeiten im Interesse der Fischerei. 
Eine Reise des Vermessungs- und Forschungsschiffes „Gauss“ zur Erprobung 
seismischer Aufschlußmethoden in der Deutschen Bucht, die gemeinsam mit 
der PRAKLA, Hannover, und dem Geophysikalischen Institut der Universität 
Hamburg durchgeführt wurde, fand im September statt. 
Außerdem stellte die Abteilung Ozeanographie Instituten und Wissen 
schaftlern Geräte für Arbeiten auf See zur Verfügung. 
Mit dem Aufbau der deutschen Handelsflotte wurde das von den 
Kapitänen und Schiffsoffizieren der Handelsmarine beigebrachte ozeanogra- 
phische Beobachtungsmaterial umfangreicher als in den vergangenen Jahren. 
Die Beobachtungen sind wertvoll für die Bearbeitung der Darstellung der 
Strömungen, der Temperatur, des Salzgehalts usw. Diese freiwillige Mit 
arbeit der Kapitäne und Schiffsoffiziere verdient besondere Anerkennung. 
Angehörige der Abteilung wirkten an den Arbeiten des Küstenaus 
schusses mit. Anfragen aus dem ozeanographischen Fachgebiet seitens des In- 
und Auslandes wurden bearbeitet und Gutachten und Auskünfte erteilt. Über 
die wissenschaftlichen Ergebnisse der Abteilung konnte auf Tagungen und 
Zusammenkünften berichtet werden. Gelegentlich von Ausstellungen und 
Besichtigungen wurden ozeanographische Geräte und Methoden erläutert. 
Der Besuch zahlreicher ausländischer Ozeanographen brachte den Angehö 
rigen mannigfaltige Anregung. Drei Angehörige der Abteilung nahmen 
regelmäßig am Windstau- und Sturmflutwarndienst teil.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.