III. SEEVERMESSUNG
1. Allgemeines
Infolge der außergewöhnlich günstigen Wetterverhältnisse des Spät
sommers der vergangenen Vermessungsperiode war es möglich, trotz des
durch Werftarbeiten verzögerten Einsatzes des Vermessungs- und For
schungsschiffes „Gauss“, den größten Teil der im Vermessungsplan 1951 vor
gesehenen Aufgaben zu erledigen.
Nach Freigabe des in der Westerems gelegenen Sperrgebietes wurde
zu Anfang der Vermessungsperiode mit allen zur Verfügung stehenden Fahr
zeugen die Vermessung der Emsmiinclung durchgeführt, um die baldmöglichste
Betonnung und Freigabe der Westerems als Fahrwasser zu ermöglichen.
Mit Anschluß an die Vermessungen des Vorjahres ist nunmehr die durch
gehende Kontrollvermessung des Wattenweges von der Elbe bis zur Ems
durchgeführt. Dies entsprach einem lange gehegten Bedürfnis der Küsten-
und Wattenschiffahrt. Die durch die größeren Landgewinnungs- und Deich
arbeiten in der Ley-Bucht hervorgerufenen neuen Verhältnisse und die sich
zwangsläufig hieraus ergebenden Veränderungen der Tiefenverhältnisse und
des Seekartenbildes konnten nunmehr kartographisch neu überarbeitet
werden. Im Zuge dieser Vermessungen bei den Ostfriesischen Inseln wurde
auch der Ostfeil der Insel Norderney, der weitgehende Veränderungen gegen
über dem Kartenbild zeigte, topographisch neu aufgenommen.
Die von der Landesvermessung zur Verfügung gestellten Pläne des
Hafens von Langeoog wurden um einige, die Seefahrt interessierende Einzel
heiten topographisch ergänzt und mit Tiefeneintragungen versehen. Alle
bisherigen noch vor den Ostfriesischen Inseln eingetragenen Strandsperren
gebiete wurden ebenfalls neu ausgelotet, so daß auch diese Gebiete das
zusammenhängende Seekartenbild nicht mehr stören.
In Anbetracht der fortdauernden Veränderung und Versandung der
Eicler wurde, wie in den letzten 3 Jahren geschehen, die vom Bundesver-
kehrsministerium als dringlich bezeichnete Vermessung der Innen- und
Außeneider erneut durchgeführt. Die ursprünglich geplante Vermessung der
„Mitielhever“ wurde nach See zu erheblich erweitert und im Ostteil durch
Hinzunahme der „Norderhever“ bis zum „Strand“ ausgedehnt (s. Anl. 1).
2. Fachlicher Einsatz der Vermessungsschiffe
Zur Verfügung standen nach beendeter Werftinstandsetzung. Entmagne
tisierung, Meßfahrten in der E. M.-Stelle, Kompensieren, Funkbeschickung,
Meilenfahrten usw. folgende Vermessungsfahrzeuge mit insgesamt 5 Ver
messungsgruppen:
1. Verm. u. Forschungsschiff „Gauss“ ab 29. Mai 1951 mit 2 Vermessungs
gruppen
2. Peilboot „Rüden“ ab 12. März 1951 mit 1 Vermessungsgruppe
3. Peilboot „Hooge“ ab 12. März 1951 mit 1 Vermessungsgruppe
4. Reserve-Peilboot „Rungholt“ ab 16. Mai 1951 mit 1 Vermessungsgruppe
Da „Gauss“ durch das Legen eines Holzdecks und den Einbau einer
Radar- und Decea-Anlage länger als gewöhnlich in der Werft liegen mußte
und da weiter zu erwarten war, daß das Schiff während der notwendigen
Forsehungs- und Versuchsfahrten für die Vermessungsarbeiten zeitweilig aus-
fallen würde, wurde das in Reserve liegende Peilboot „Rungholt“ (KFK-Typ)
mit einer Vermessungsgruppe des „Gauss“ besetzt und in Dienst gestellt.