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II. SEEKARTENWERK UND NAUTISCHE GEODÄSIE
1. Allgemeines
Das Arbeitsgebiet des Seekartenwerkes mußte im Berichtsjahr trotz
der vielfachen Wünsche und Anregungen der Schiffahrtskreise auf die bisherige
Ausdehnung beschränkt bleiben. Die im September 1950 bewilligte Personalvermehrung
wurde restlos dafür eingesetzt, um den durch Krieg und Nachkriegszeit
bedingten Nachholbedarf im Berichtigungsstand in etwas schnellerem
Tempo zu beseitigen. Im Oktober 1951 wurden erstmalig zusätzlich
einmalige sächliche Mittel zur Verfügung gestellt, die dazu verwendet
wurden, um kartographische, Stich- und Zeichenarbeiten an Firmen und
Einzelarbeiter zu vergeben. Die durch die Personalvermehrung und die
vermehrte Vergebung von Arbeiten außerhalb des Hauses erreichte Leistungssteigerung
kommt in dem Bericht „Kartographie“ in erfreulichem Maße zum
Ausdruck. Er bestätigt, daß das Seekartenwerk auf dem richtigen Wege ist.
Es bleibt zu hoffen, daß diese Entwicklung anhält, und daß die hierfür
benötigten Mittel auch weiterhin zur Verfügung gestellt werden. Die Erweiterung
des Seekartenwerkes auf den Nordatlantischen Ozean konnte
trotz der dringenden Anforderungen der deutschen Schiffahrt bisher aus
Mangel an Mitteln noch nicht in Angriff genommen werden.
Um die Darstellung der deutschen Küsten nach dem neuesten topographischen
Stand in die Seekarten übernehmen zu können, wurde mit den
Landesvermessungsämtern Niedersachsen und Schleswig-Holstein ein Abkommen
getroffen, daß das neueste Material dem Seekartenwerk zur Verfügung
gestellt wird.
Auf Wunsch der Hochseefischerei wurden in die Fischereikarten D 251,
D 964, D976 und D1182 die Interpolationsnetze der Consolfunkfeuer Bushmills
und Stavanger eingedruckt. Eine neue Aufgabe ist dem Seekartenwerk
durch den Bau der deutschen Decca-Kette entstanden, Für die Hyperbelnavigation
mit Decca-Geräten, die sich in England und Dänemark bereits
bewährt hat, ist die Herstellung von Sonderkarten notwendig, die die Hyperbeln
gleicher Phasendifferenz von den deutschen Sendern in unterschiedlichen
Farben bringen. Die speziellen Arbeiten sind bei dem Abschnitt
„Nautische Geodäsie“ näher erläutert.
Die Vermehrung der deutschen Handelsschifftonnage machte sich in
einer weiteren Erhöhung des Seekartenabsatzes auf rd. 61400 Stüde (1950
rd. 51000 Stück) bemerkbar.
In der Abteilungsleitung fand durch die Berufung von Oberregierungsrat
Dr. Jung zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule
in Aachen ein Wechsel statt. Die Leitung des Seekartenwerks wurde
Regierungsrat E r m e 1 übertragen, dem bisherigen Leiter der Kartographischen
Abteilung des Landesvermessungsamtes Schleswig-Holstein in
Kiel. B.R. E r m e 1 wurde außerdem zum Mitglied des Oberprüfungsamtes
für die höheren technischen Verwaltungsbeamten in Frankfurt a.M. bestellt 1 ).
2. Nautische Geodäsie
Die Arbeiten des Dezernats „Nautische Geodäsie“ dienten in diesem
Berichtsjahr fast ausschließlich dem Seekartenwerk durch Berechnung und
Bereitstellung der Unterlagen für die Eintragung von Consolfunkfeuerund
Deeca-Netzen in deutsche Seekarten.
Die am Ende des vorigen Berichtsjahres für die Eintragung der Interpolationsnetze
der beiden Consolfunkfeuer Bushmills und Stavanger in die i)
i) RR. Eimel wurde mit Wirkung vom 26. 2. 52 zum Oberregierungsrat ernannt.