Allgemeine Entwicklung des D.H.I. im Jahre 1952
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Das "Nautische Jahrbuch" 1953, über dessen neuartige Dorm in der Zeit
schrift "Hansa" 1 ^ diskutiert wurde, konnte herausgegeben werden. Es wird er
hofft, daß die AnlaufSchwierigkeiten, die nun einmal mit derartigen Neuerun
gen verbunden sind, in Kürze überwunden werden können und die neue Form sich
zum Nutzen des Nautikers auf der Brücke auswirkt. Eine Untersuchungsreihe
über die Radar-Auffälligkeit im Küstengebiet der Bundesrepublik sowie eine .
systematische Untersuchung über die deutsche Decca-Kette wurde begonnen.
Der Zeitdienst konnte weiter, ausgebaut werden und verfügt heute über
acht Quarzuhren. Im Hinblick auf die insbesondere im Frequenzdienst gefor
derten hohen Genauigkeiten wurden die technischen Anlagen durch Beschaffung
und Selbstbau von neuartigen elektronischen Meß- und, Vergleichsgeräten ver
bessert, die Messungen von 0,00001 sec ermöglichen. Für die auf dem Gebiet
der astronomischen Zeitbestimmung ebenfalls notwendige Genäuigkeitssteige-
rung wurde mit den. Vorarbeiten für die Konstruktion eines in den Vereinig
ten Staaten bereits benutzten Zenitfernrohrs begonnen, dessen Arbeitsweise
und konstruktive Einzelheiten in Washington an Ort und Stelle besichtigt und
besprochen werden konnten.
Die Arbeitsmöglichkeiten auf dem Kompaßgebiet wurden verbessert durch
dis Vervollständigung der Prüfeinrichtungen u.a. durch eine PrüfSchaukel,
einen Rütteltisch für die dynamische Prüfung von Magnetkompassen sowie ein
Gerät für die selbsttätige Aufzeichnung von Rosenschwingungen.
Auf dem Echolotgebiet wurden vergleichende Untersuchungen über die Ge
nauigkeit von Hand- und Echolotungen in strömenden Gewässern und über Boden
materialien und Schlickmächtigkeiten mit Hilfe des Ultraschalls durchge
führt, Die Lotungen bei der Seeyermessung wurden von Handbetrieb auf Echo
lotschreibbetrieb, auch für kleine Wassertiefen, umgestellt.
Als funktechnische Hilfsmittel wurden Hör- und Sichtfunkpeiler einge
hend erprobt, Untersuchungen über die Auffaßreichweiten von Seezeichen mit
und ohne Reflektoren durch 3-cm-Hadargeräte, sowie Kontrollfährten zur Er
fassung der durchschnittlichen Ortungsgenauigkeit der deutschen Decca-Kette
in der Nordsee und westlichen Ostsee durchgeführt.
Die Zahl der in Hamburg und bei den Außendienststellen des Instituts
zur Prüfung eingereichten nautischen Instrumente und Positionslaternen hat
sich ebenso wie die Auskunftstätigkeit gegenüber dem Vorjahre leicht erhöht.
Im Juni 1952 könnten auf der Verkehrsausstellung im Rahmen- der Kieler Woche
Ausschnitte aus den Arbeitsgebieten des Instituts auch den der Schiffahrt
weniger nahestehenden Kreisen gezeigt werden.
1) G. Küster u.G. Clausen u. H.C. Fr eie sieben:
Die Änderung des ’ Nautischen Jahrbuchs, "Hansa"-, Hamburg 1952, Heft 41/4-2,
S. 1408 ff.