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Full text: Jahresbericht 1952

Seite 41 - 
Nautische Technik 
Versuche, die im laufe des Sommers und Herbstes mit einem Entwicklungsmuster 
auf See durchgeführt wurden, dienten außerdem der Einarbeitung des Vermes 
sungspersonals im Bootsbetrieb und der Auswertung der Echogramme an Ort und 
Stelle .ohne Unterstützung durch einen Spezialisten. Mit Rücksicht auf den ge 
ringeren Verbrauch an Nickel für die Schwingergruppen wurde die -Schallfre 
quenz auf 80 bzw. 50 kHz erhöht bei Beibehaltung der gleichen Bündelungs 
schärfe wie bei den auf den größeren Vermessungsfahrzeugen eingebauten Schwin 
gern; mit Rücksicht auf die zweckmäßige und schnelle Einsetzbarkeit der Anla 
gen auf anderen Booten sowie auf die erhöhte Gefährdung der Schwinger bei 
Grundberührungen wurde eine Außenbord-Schwingergruppe mit Schaft gewählt. Die 
Anlagen werden aus der 12 Volt-Bootsbatterie betrieben und sind durch Kabel- 
und Steckverbindungen derart zusammenschaltbar, daß sie innerhalb von etwa 
5 Minuten betriebsklar auf- bzw. transportfertig abgebaut werden können. Die 
Schreibgeräte besitzen einen Zungenfrequenzmesser, der es gestattet, die Dreh 
zahl des Antriebsmotors innerhalb von 1420 bis 1520 m/sec auf die jeweils am 
Orte gültige Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalls im Wasser einzustel 
len und laufend zu kontrollieren. Eine Tiefgangskorrektur für den Nullschall 
ist ebenfalls vorhanden, um Veränderungen der Eintauchtiefe der Schwinger 
gruppe in Abhängigkeit von der lotfahrgeschwindigkeit, die bei kleinen Boo 
ten einige Dezimeter betragen kann, kompensieren zu können. 
Während der Forschungsfahrt in die südliche Nordsee im März des Be 
richtsjahres wurden in Zusammenarbeit mit dem geologischen Laboratorium wei 
teres Material gesammelt und viele Grundproben ausgewertet, um die gelegent 
lich voraufgegangener Forschungsfahrten bereits festgestellte Abhängigkeit 
der Echoamplitude von der Bodenhärte bzw. der Bodenreflexionsgüte näher zu 
bestimmen. Nach Bodenproben bzw. Echogrammen getrennt hergestellte Bodenkar 
tierungen der südlichen Nordsee zeigten sehr weitgehende Übereinstimmung, 
wobei das Echogramm den Vorteil der fortlaufenden Registrierung hat, während 
die Bodenprobe nur punktweise Ergebnisse mit zum Teil großen Zwischenräumen 
bringt (s.Anhang 5.65 ff).Auch wurden Echogramme in der Kieler Bucht und den 
schleswig-holsteinischen Förden mit dem 30 kHz-Lot aufgenommen, um die Lagen 
und Mächtigkeiten von Schlickschichten zu bestimmen; hierüber wird in ein 
schlägigen Fachzeitschriften berichtet werden. Weitere Untersuchungen auf 
diesem Gebiet sind im kommenden Jahr beabsichtigt. 
Die Untersuchungen über die Abbildung von Sanddünen auf dem Echogramm 
wurden in der südlichen Nordsee weitergeführt; dabei stellte es sich heraus, 
daß der Lotschreiber'ein ausgezeichnetes Mittel ist, um die Lage, die Rich 
tung, die Höhe und Form solcher Unterwasserdünen abzubilden. Diese Arbeiten 
haben zu einem gesteigerten Erfahrungsaustausch mit den in gleicher Richtung 
arbeitenden Wasser- und Schiffahrtsämtern und dem Küstenausschuß "Nord- und 
Ostsee" geführt. 
Als Ergänzung zum registrierenden Koppelgerät"^ wurde ein "Positions 
anzeigegerät" entworfen, das die geographischen Koordinaten des gekoppelten 
Schiffsortes in Grad und Minuten abzulesen gestattet. Damit ist es nunmehr 
1) Vgl. Jahresbericht Nr. 4/1949, S. 50 u. Nr. 5/1950, S. 51-
	        
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