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Nautische Technik
Versuche, die im laufe des Sommers und Herbstes mit einem Entwicklungsmuster
auf See durchgeführt wurden, dienten außerdem der Einarbeitung des Vermes
sungspersonals im Bootsbetrieb und der Auswertung der Echogramme an Ort und
Stelle .ohne Unterstützung durch einen Spezialisten. Mit Rücksicht auf den ge
ringeren Verbrauch an Nickel für die Schwingergruppen wurde die -Schallfre
quenz auf 80 bzw. 50 kHz erhöht bei Beibehaltung der gleichen Bündelungs
schärfe wie bei den auf den größeren Vermessungsfahrzeugen eingebauten Schwin
gern; mit Rücksicht auf die zweckmäßige und schnelle Einsetzbarkeit der Anla
gen auf anderen Booten sowie auf die erhöhte Gefährdung der Schwinger bei
Grundberührungen wurde eine Außenbord-Schwingergruppe mit Schaft gewählt. Die
Anlagen werden aus der 12 Volt-Bootsbatterie betrieben und sind durch Kabel-
und Steckverbindungen derart zusammenschaltbar, daß sie innerhalb von etwa
5 Minuten betriebsklar auf- bzw. transportfertig abgebaut werden können. Die
Schreibgeräte besitzen einen Zungenfrequenzmesser, der es gestattet, die Dreh
zahl des Antriebsmotors innerhalb von 1420 bis 1520 m/sec auf die jeweils am
Orte gültige Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalls im Wasser einzustel
len und laufend zu kontrollieren. Eine Tiefgangskorrektur für den Nullschall
ist ebenfalls vorhanden, um Veränderungen der Eintauchtiefe der Schwinger
gruppe in Abhängigkeit von der lotfahrgeschwindigkeit, die bei kleinen Boo
ten einige Dezimeter betragen kann, kompensieren zu können.
Während der Forschungsfahrt in die südliche Nordsee im März des Be
richtsjahres wurden in Zusammenarbeit mit dem geologischen Laboratorium wei
teres Material gesammelt und viele Grundproben ausgewertet, um die gelegent
lich voraufgegangener Forschungsfahrten bereits festgestellte Abhängigkeit
der Echoamplitude von der Bodenhärte bzw. der Bodenreflexionsgüte näher zu
bestimmen. Nach Bodenproben bzw. Echogrammen getrennt hergestellte Bodenkar
tierungen der südlichen Nordsee zeigten sehr weitgehende Übereinstimmung,
wobei das Echogramm den Vorteil der fortlaufenden Registrierung hat, während
die Bodenprobe nur punktweise Ergebnisse mit zum Teil großen Zwischenräumen
bringt (s.Anhang 5.65 ff).Auch wurden Echogramme in der Kieler Bucht und den
schleswig-holsteinischen Förden mit dem 30 kHz-Lot aufgenommen, um die Lagen
und Mächtigkeiten von Schlickschichten zu bestimmen; hierüber wird in ein
schlägigen Fachzeitschriften berichtet werden. Weitere Untersuchungen auf
diesem Gebiet sind im kommenden Jahr beabsichtigt.
Die Untersuchungen über die Abbildung von Sanddünen auf dem Echogramm
wurden in der südlichen Nordsee weitergeführt; dabei stellte es sich heraus,
daß der Lotschreiber'ein ausgezeichnetes Mittel ist, um die Lage, die Rich
tung, die Höhe und Form solcher Unterwasserdünen abzubilden. Diese Arbeiten
haben zu einem gesteigerten Erfahrungsaustausch mit den in gleicher Richtung
arbeitenden Wasser- und Schiffahrtsämtern und dem Küstenausschuß "Nord- und
Ostsee" geführt.
Als Ergänzung zum registrierenden Koppelgerät"^ wurde ein "Positions
anzeigegerät" entworfen, das die geographischen Koordinaten des gekoppelten
Schiffsortes in Grad und Minuten abzulesen gestattet. Damit ist es nunmehr
1) Vgl. Jahresbericht Nr. 4/1949, S. 50 u. Nr. 5/1950, S. 51-