Jahresbericht Nr.7/1952
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gen deutscher Schiffe wurden, ausgewertet. Erfahrungen auf allen Gebieten der
modernen Funknavigation waren Gegenstand verschiedener Besprechungen und Be
suche auf deutschen und-anderen Schiffen im Hamburger Hafen. Diese Fühlung
nahme ist auch im Hinblick auf die Redaktion des "Seewart" unerläßlich.
3• Zeitdienst und Chronometrie
a) Zeitbestimmung. An dem 70 mm-Durchgangs-Instrument wurden im Berichts
jahr von drei Beobachtern insgesamt 107 astronomische Zeitbestimmungen ange
stellt. Wie im Vorjahre sind mit der Hamburger Sternwarte über eine feste
Leitung laufend Zeitbestimmungen und Quarzuhrenkontakte ausgetauscht worden.
Für den Bau des photographischen Zenitfernrohrs wurden das Objektiv -
2BO/3750 mm - sowie die Normalfrequenzlage zur quarzgesteuerten Bewegung der
Photoplatte in Auftrag gegeben. Der Sachbearbeiter, Dr. Treusein,
erhielt bei- einem dienstlichen Besuch des Ü.S. Naval Observatory in Washing
ton und Miami in entgegenkommendster Weise Einblick in Konstruktion, Aufstel
lung und Benutzung der dort befindlichen Zenitfernrohre. Es ergaben sich
wertvolle Hinweise für die Konstruktion des eigenen Instruments. Im Norden
Hamburgs wurde nach sorgfältiger Untersuchung der Bodenverhältnisse, bei der
das Geophysikalische Institut der Universität dankenswerterweise die Messung
der Bodenunruhe übernahm, ein geeignetes Gelände für die Aufstellung des In
struments gefunden. Die Verhandlungen mit der Hansestadt Hamburg wegen Über
lassung dieses Grundstücks zum Bau eines Beobachtungshauses sind eingeleitet.
Mit den Konstruktionsarbeiten für das Instrument wurde begonnen.
b) Zeitbewahrung. Die hierzu dienenden Quarzuhren B, D, E, F, G und H
zeigten befriedigende Gangleistungen. Die Uhr A mußte zur Beseitigung grober
Störungen der Herstellerfirma übergeben werden, die Uhr C wurde zur Neuschal
tung aus dem Betrieb genommen. Vier weitere Uhren - I, K, L und M - sind in
eigener Werkstatt bis auf die Quarze, deren Lieferung noch aussteht, fertig
gestellt worden.
Das bisherige zeitraubende Verfahren, die Thermostatenschaltzeiten der
Quarzuhren mittels Glimmlampen und Stoppuhr zu ermitteln, wurde bei zunächst
vier Uhren durch den Einbau von Gesprächszählern ersetzt. Die Vermehrung der
Quarzuhren machte für Frequenzvergleiche der Uhren untereinander den Bau
eines weiteren Sägezahnschreibers erforderlich, der Mitte des Jahres in Be-
■ trieb genommen wurde. Die beiden für die Quarzührenversorgung benutzten Not
strombatterien wurden wegen Überalterung durch neue ersetzt.
Der im vorigen Jahr für die schnelle Messung von Frequenzunterschieden
in Betrieb genommene oszillographische Schwebungsmesser wurde für den täg
lichen Vergleich der eigenen Quarzuhrfrequenzen mit der vom englischen Sender
MSF ausgestrahlten Normalfrequenz von 60 kHz eingesetzt.
Über eine feste Leitung wurden laufend Uhrkontakte und -frequenzen mit
dem Fernmeldetechnischen Zentralamt in Darmstadt ausgetauscht.
Die quarzgesteuerten elektronischen Dezimalzähler, die die Abteilung VI
für den Zeitdienst entwickelt und baut, konnten wegen Lieferschwierigkeiten