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Full text: Jahresbericht 1952

Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst 
Seite 35 - 
Nautical Almanac Office und vom Astronomischen Recheninstitut Heidelberg erst 
malig auch vom U.S. Nautical Almanac Office Washington (Mond-Auf- und Unter 
gänge in höheren Breiten). 
Der Wunsch, Höhentafeln nach Art der amerikanischen Tafeln HO 214 zu ver 
wenden, wurde mehrfach an -das Institut herangetragen, Benutzer ausländischer 
Tafeln sind näher über das Verfahren unterrichtet worden. Weitere Verfahren 
der Standlinienermittlung, auch mechanischer Art, waren zu begutachten. 
Eine weitere Arbeit bildete die Berechnung von Helligkeitsverhältnissen, 
auch für forensische Zwecke. Auch über die Kimmtiefe wurden Auskünfte gege 
ben. Die seit Jahren abgeschlossene Bearbeitung der Vorkriegsbeobachtungen 
erschien im Druck. 
Anfang des Jahres konnte die Schrift "Das Decca-Navigationsverfahren - 
Aufbau, Wirkungsweise und Anwendung" herausgegeben werden. Sie wurde Weit 
über die angesprochenen Schiffahrtskreise hinaus auch in der Wissenschaft 
und Technik beifällig aufgenommen und war wie die früher erschienenen Schrif 
ten "Hinweise für die Verwendung von Radargeräten" und "Consolfunkfeuer" bald 
vergriffen. Ein Neudruck war möglich. Diese Erfolge ermutigten dazu, die wie 
derholt, u.a. auch vom Ausschuß des Seeverkehrsbeirats, gegebene Anregung zu 
verfolgen, die nautische Zeitschrift "Der Seewart" wieder herauszugeben. Die 
Vorarbeiten dafür wurden geleistet. Die Zeitschrift wird künftig vom Deut 
schen Hydrographischen Institut gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst, 
Seewetteramt, Hamburg, der ein Drittel des Inhalts redigiert, herausgegeben 
werden. Das erste Heft befand sich am Ende des Jahres im Druck. Die Möglich 
keit, kurzabständig Gedanken mit den fahrenden Nautikern auszutauschen, die 
die Zeitschrift bietet, wird allgemein begrüßt^. 
Auf zwei Versuchsfahrten mit "Gauss" konnten Erfahrungen zu der Frage 
gesammelt werden, welche Bedeutung das Radar als Hilfsmittel der Ortsbestim 
mung besitzt und wie im Bereich der deutschen Küsten solche Erfahrungen nutz 
bar gemacht werden können. Auf einer Fahrt nach Narvik konnte Kapt.S c h n e- 
gelsberg Erfahrungen auch aus dem geographisch-morphologisch ganz an 
dersartigen Gebiet der norwegischen Küste gewinnen. Das Ergebnis dieser eige 
nen Untersuchungen läßt das Zögern der ausländischen Fachkreise, Erfahrungs 
berichte herauszubringen, verständlich erscheinen. Die Vielzahl der physika 
lisch möglichen Änderungen in den Ausbreitungs- und Reflexionsverhältnissen 
erschwert es schon jetzt, zu wirklich allgemein gültigen Aussagen zu kommen. 
Vor allem scheinen nach dem heutigen Stand unserer Erkenntnisse außerhalb 
der Reviere Radarkarten nicht zu empfehlen zu sein; vermutlich sind hierfür 
Hinweise in den Seehandbüchern durch Text und Bild vorzuziehen. Die theore 
tischen Grundlagen möglicher Störungen wurden an Hand in- und ausländischer 
Literatur studiert. 
Die genannten Fahrten mit "Gauss" dienten auch der Untersuchung der 
deutschen Decca-Kette. Daneben wurden für diese Kette noch verschiedene Be 
rechnungen zur Herstellung von Decca-Karten durchgeführt. Consol-Beobachtun- 
1) Das erste Heft in der neuen Folge erschien im Januar 1953.
	        
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