Jahresbericht Nr.7/1952
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Das Institut für Bioklimatologie und Meeresheilkunde der Universität
Kiel, Forschungsstation Westerland, wurde durch Zusammenstellung von Gezei
tenbeobachtungen und verschiedene Berechnungen bei seinen Untersuchungen
statistischer Zusammenhänge mit den Gezeiten unterstützt.
Zahlreiche Auskünfte, Beratungen und Gutachten über Gezeiten und Gezei
tenströme sind an Schiffahrtskreise, Privatpersonen und Gerichte erteilt wor
den. Besichtigungen der Gezeitenrechenmaschine durch Gäste des Instituts, Ex
kursionen, Dehrgänge usw. fanden wiederum in großer Zahl statt.
c) Windstau- und Sturmflutwarndienst« Der Dienst wurde wie im Vorjahr
unter wetterkundlicher Beratung durch den Deutschen Wetterdienst Hamburg (Me
teorologisches Amt für Nordwestdeutschland) und mit personeller Unterstützung
seitens der Abteilung IV durchgeführt. Die Vorhersagen der Hochwasserstände
wurden regelmäßig über den Nordwestdeutschen Bundfunk im Anschluß an die
Nachrichtensendungen um 08.45 und 22.15 Uhr (im Winter um 08.55 und 21.45
Uhr) verbreitet. "Sturmflutwarnungen" und "Wärnungeh an die Schiffahrt" -
letztere bei Gefahr besonders niedriger Hochwasser -wurden wie bisher über
den Rundfunk, ferner an einen festen Empfängerkreis, der auf über 100 Behör
den und Firmen angewachsen ist, durch Posttelegramme und fernmündlich ausge
geben. Insgesamt sind Sturmflutwarnungen an 39 Tagen, Warnungen an die Schiff
fahrt an 5 Tagen ausgegeben und dabei 478 Telegramme versandt worden. Auch
bei ruhigem Wetter waren zahlreiche Auskünfte über die zu erwartenden Hoch-
und Niedrigwasserstände an Behörden, Schiffahrtskreise, Firmen und Privatleu
te zu erteilen.
2. Nautische Astronomie und Navigationamethoden
Im September erschien der Jahrgang 1953 des "Nautischen Jahrbuchs", als
erster in der neuen Form, die statt der Geraden Aufsteigungen die stündlichen
Werte des Greenwicher Stundenwinkels bringt. Einige Wochen vorher wurde ein
Teil des Jahrbuchs als "Auszug für lehrzwecke" zum halben Preis herausge
bracht. Dieser Auszug ist bereits vollständig verkauft, obwohl die Auflage
doppelt so hoch war wie der von den Seefahrtschulen angemeldete voraussicht
liche Bedarf. Erwartungsgemäß haben einige Stimmen aus der Praxis die neue
Form des Jahrbuchs kritisiert oder sogar als unzweckmäßig abgelehnt. Daneben
Ist aber auch viel Zustimmung geäußert worden, so daß hoffentlich nach einer
kurzen Periode des Übergangs der Nutzen der neuen Jahrbuchform allgemein an
erkannt werden wird. Wesentliche Änderungsvorschläge sind im Rahmen der zu
stimmenden Kritik nur wenige gemacht worden. Sie beziehen sich vor allem auf
das Vorwort, das mit Rücksicht auf die mathematisehen Symbole, die die See- .
fahrtschulen festlegen wollen, ohnehin noch zu ändern ist.
Die Druckvorlage für den Jahrgang 1954 wird in gleichem Umfang wie für
den Jahrgang 1953 (wiederum mit dem Varityper) hergestellt; sie war im Dezem
ber zu fast zwei Dritteln druckfertig. Da die beantragte Planstelle für eine
Hilfskraft noch nicht bewilligt'war, konnten die Arbeiten nur mit personel
ler Unterstützung seitens der Verwaltungsabteilung termingerecht erledigt
werden. Unterlagen für die Arbeiten erhielt das Institut außer vom britischen