Meereskunde und Erdmagnetismus
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ben werden. Die .Ausstrahlung der Eismeldungen durch die Küstenstationen Nord-*
deich und Kiel sowie durch den Nordwestdeutschen Rundfunk erfolgte in der
bisherigen Weise, und zwar 26 mal gegenüber 37 i.J. 1950/51.
Die Eiskartei, die sämtliche Eismeldungen aus dem gesamten Nord- und
Ostseegebiet umfassen soll, wurde fortgeführt. Im Rahmen der Arbeiten zu der
wissenschaftlichen Fundierung der' Eisvorhersagen wurde eine zusammenfassende
Übersicht über die Eiswintertypen an den deutschen Küsten im Manuskript fer
tiggestellt. Für die Neuausgaben der Seehandbücher und Seekarten wurde die
Darstellung der Eisverhältnisse neu bearbeitet.
5• Chemische Eigenschaften des Meerwassers
Im abgelaufenen Jahr fielen, ähnlich wie 1951, rund 10 000 Meerwasser
proben an, deren Salzgehalt zu ermitteln war. Zur Bewältigung dieser Arbeiten
war es wiederum erforderlich, außerhalb des Instituts stehende Hilfskräfte
heranzuziehen. Die Arbeiten zur Vereinfachung der chemischen und physikali
schen Bestimmungsmethoden der ozeanographischen Elemente wurden fortgesetzt.
Gute Dienste leistete dabei ein neu entwickeltes Photometer der Firma ZEISS-
GPT0N.
Auf der "Gangs"- Fahrt im Frühjahr 1952 lag das Schwergewicht der Arbei
ten bei den Messungen des Chlorophyllgehaltes, der Zersetzungsstoffe, der
Eigenfluoreszenz sowie der Bestimmung der Trübungsmenge. Weiterhin wurden
Bestimmungen des Gesamtphosphorgehaltes an ausgewählten Punkten durchgeführt.
Die Untersuchungen wurden ergänzt durch Beobachtungen des Gesamtplanktons
und des Planktoneiweißes, die von Wissenschaftlern des Instituts für Meeres
kunde in Kiel ausgeführt wurden.
6. Physikalische Eigenschaften des Meerwassers und Instrumente
Im Jahre 1952 machten, ebenso wie im Vorjahre, die Instandsetzung, Prü
fung und Weiterentwicklung ozeanographischer Meßgeräte sowie die Vorberei
tung und Durchführung von Untersuchungsfahrten mit dem Vermessungs- und For
schungsschiff "Gauss" den wesentlichen Teil der geleisteten Arbeit aus.
Die in die Schaufelradstrommesser einzusetzenden Druck- und Temperatur
meßgeräte haben bei ihrer ersten Verwendung auf See zufriedenstellend gear
beitet. Der elektrische Wellenpegel wurde zur praktischen Erprobung an der
Außenmole des Büsumer Hafens aufgestellt. Er hat allen mechanischen Bean
spruchungen durch Wind und Seegang standgehalten und bisher zufriedenstel
lend gearbeitet. Die Versuchsmessungen werden fortgeführt und kleinere Ver
besserungen, die sich auf Grund der Betriebserfahrung als vorteilhaft erwie
sen haben, angebracht. Die Entwicklung von Geräten zur Messung von physika
lisch-chemischen Eigenschaften des Meerwassers vom fahrenden Schiff aus wur
den vorangetrieben und die Untersuchungen über die Brauchbarkeit der Leit
fähigkeitsmeßmethode zur Bestimmung des Salzgehaltes im Meerwasser wieder
aufgenommen. Ein von der Abteilung VI entwickeltes Kursdruckgerät konnte
auch für die Registrierung von Meßwerten des Bifilarstrommessers verwendet
werden.