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Jahresbericht Nr.7/3-952
IV. MEERESKUNDE UND ERDMAGNETISMUS
1. Allgemeines
Die praktischen ozeanographischen Arbeiten auf See konnten auch im ab
gelaufenen Jahr erfolgreich fortgeführt werden. Im Februar/März fand eine
Untersuchüngsfahrt mit dem Vermessungs- und Forschungsschiff "Gauss" in die
südwestliche Nordsee statt, auf der der hydrographische Aufbau und die Ver
teilung und Vermischung der dort wirksamen Wassermassen beobachtet wurden.
Es wurden Schaufelradstrommessungen, Salzgehalts- und 1emperaturbsobachtun-
gen, optische, chemische und geologische sowie meeresbiologische Arbeiten
durchgeführt. Im Mittelpunkt des Interesses stand bei dieser Fahrt die Fra
ge nach der Verteilung der pelagischen Schollenbrut. Die-Untersuchungen wur
den in Zusammenarbeit mit dem Max Planck-Institut, Wilhelmshaven, dem Insti
tut für Meereskunde, Eiei, sowie mit englischen und niederländischen Ozeano-
graphen durchgeführtj es ergab sich Gelegenheit, die persönlichen Beziehun
gen zu den ausländischen Fachkollegen zu vertiefen.
Im August 1952 wurden mit dem Vermessungs- und Forschungsschiff "Gauss"
in der mittleren und nördlichen Nordsee die Arbeiten an der durch sommer
liche Erwärmung bedingten Sprungschicht fortgesetzt. Damit konnten die im
Jahre 1951 unterbrochenen Arbeiten zur Untersuchung der Sprungschicht in der
Nordsee wieder aufgenommen und fortgeführt werden.-Das Schwergewicht der Ar
beiten lag auf der Feststellung der räumlichen Ausdehnung der Sprungschicht
vor allem in südlicher und südöstlicher Richtung und in ihren zeitlichen Än
derungen. Neben den rein hydrographischen Arbeiten wurden meereschemische,
optische und geologische sowie planktolcgische Arbeiten durchgeführt.
Im September 1952 wurden in Gemeinschaftsarbeiten 1 mit der FRIEDA, Han
nover, und dem Geophysikalischen Institut der Universität Hamburg wiederum
seismisch-geologische Untersuchungen methodischer Art in der Eckernförder
Bucht angestellt. ..
Auf der in Hamburg im August 1952 veranstalteten Tagung &er Deutschen
Geophysikalischen Gesellschaft und der Meteorologischen Gesellschaft ergab
sich mannigfaltige Gelegenheit zur Unterrichtung über neueste Forschungser
gebnisse und deren praktische Anwendungsmöglichkeiten. Auf dieser Tagung so
wie während der Jubiläumstagung des Internationalen Rates für Meeresforschung
in Kopenhagen konnte über die erzielten Fortschritte berichtet werden.
Angehörige der Abteilung beteiligten sich an Arbeiten im Küstenausschuß.
Instituten und Wissenschaftlern wurden Ozeanographische Geräte für Arbeiten
auf See zur Verfügung gestellt. Aus dem In- und Ausland wurden Auskünfte und
Gutachten angefordert und bearbeitet. Die Sammlung von Sonderdrucken auf oze-
anographischem Gebiet wurde 1952 unter dem Titel "Deutsches Hydrographisches
Institut, Ozeanographie 1951" an die Interessenten im In- und Ausland ver
sandt und hat den Tauschverkehr günstig beeinflußt. Auch im abgelaufenen Jahr
wurden von Kapitänen und Schiffsoffizieren der Handelsmarine zahlreiche Beob-