Seekartenwerk: und Nautische Geodäsie
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II. SEEKARTENWERK UND NAUTISCHE GEODÄSIE
1. Allgemeines
Das Arbeitsgebiet und der Personalbestand des Seekartenwerkes haben sich
im Jahre 1952 gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Durch die im Berichts
jahr zusätzlich zur Verfügung gestellten Mittel war es möglich, kartographi
sche, Zeichen- und Sticharbeiten an Fifmen und Einzelarbeiter in erhöhtem Um
fange zu vergeben, so daß eine weitere Steigerung der Anzahl der Neuen Ausga
be von Seekarten erreicht wurde.
2. Nautische Geodäsie
Im Vordergrund des Arbeitsprogramms des Dezernats "Nautische Geodäsie"
stand die Fortsetzung der im vorigen Berichtsjahr begonnenen Einrechnung der
Nullhyperbeln der Deutschen Decca-Kette in deutsche Seekarten von der Nord-
seeküste*^ . Anschließend an die bereits vorliegenden Rechenergebnisse, die
sich vor allem auf den Bereich der Karte D 50: "Deutsche Bucht" erstreckten,
wurden die Unterlagen für die Eintragung der Nullhyperbeln in die beiden
Blätter der D 53 "Nordansteuerung zum Kanal" im Maßstab 1 : 300 000 und eine
Reihe großmaßstäblicherer Seekarten dieser Bereiche geschaffen. Ferner wur
den die Nullhyperbeln in die D 30 "Kieler Bucht" als Arbeitskarte für eine
Untersuchung der Sendungen der Deutschen Decca-Kette in diesem Gebiet einge
rechnet. Die Rechenarbeiten wurden in den beiden ersten Monaten des Berichts
jahres durch einige Hilfskräfte, die von dem Vermessungspersonal der Abtei
lung III zur Verfügung gestellt worden waren, unterstützt.
Für die Herausgabe der D 239 "Kanal und Biscaya-Bucht" mit den Interpo
lationsnetzen der Consolfunkfeuer Bushmills, Plone'is und Lugo wurden die
Schnittpunkte der Sektorenleitstrahlen und dazwischenliegender Strahlen die-•
ser Consolfunkfeuer mit dem geographischen Netz bestimmt.
Die -erstmalig nach dem Decca-Verfahren durchgeführte SchiffsortbeStim
mung bei der Vermessungsaufgabe "Amrum-Bank" (N32/1952) machtedie Einzeich
nung von Hyperbeln gleicher Phasendifferenz in die Arbeitskarte der Seever
messung notwendig. Auf Grund der bekannten Daten der dänischen Decca-Kette,
die lagemäßig am geeignetsten war, wurden unmittelbar die Schnittpunktskoor-
dinaten der-roten und violetten Nullhyperbeln, die allein hierfür in Frage
kamen, mit den Gauß-Krüger-Netzlinien berechnet. Inder gleichen Weise wurde
eine Arbeitskarte für die geplante Vermessung der Loreley-Bank vorbereitet.
Bei der praktischen Durchführung der Aufgabe "Amrum-Bank", an der Dipl.
Ing. A n s o r g e teilnahm, wurden zahlreiche Vergleiche zwischen der
Schiffsortbestimmung mit Hilfe der Doppelwinkelmessung und des Decca-Verfah-
rens vorgenommen. Die eingehende Auswertung dieses sowie des umfangreichen
Vergleichsmaterials, das gelegentlich der Vermessungsaufgabe "Westküste Sylt"
1) Vgl. Jahresbericht Nr. 6/1951, S. 16.