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Full text: Jahresbericht 1954

Jahresbericht Nr. 9/1954 
Seite 6 - 
auf Zustand, läge und Tiefe überprüft. Die Gesamtzahl der seit Kriegsende 
von den Wracksuchbooten in den heimischen Küstengewässern festgestellten 
Wracks beträgt nunmehr 700, wovon etwas mehr als die Hälfte wieder beseitigt 
oder im Laufe der Jahre versandet ist. 
Nach einem gemeinsamen mit Wasserbaudienststellen aufgestellten Programm 
führte "Gauss" in Zusammenarbeit mit dem Kieler Institut für Meereskunde 
ozeanographische Arbeiten vor der Westküste Schleswig-Holsteins durch, um die 
horizontale und vertikale Verteilung der Wasserbewegung im Zusammenhang mit 
Sinkstoffen in diesem Gebiet zu erkunden. Als Gemeinschaftsarbeit mit der 
PEAKLA wurde eine-kürzere Untersuchungsfahrt zur Erforschung des tieferen Un 
tergrundes der Deutschen Bucht mittels sprengseismischer Untersuchungen unter 
nommen. Die rechnerische Ermittlung des Windeinflusses auf Meeresströmungen 
und die Gestalt der Meeresoberfläche bei nichtstationären Windfeldern wurde 
fortgesetzt. 
Pür die "Ergebnisse der erdmagnetischen Beobachtungen" des Observatoriums 
Wingst erhält das Institut im Tauschverkehr von ausländischen Stationen genü 
gend Zahlenmaterial , um der Seefahrt hinreichende Angaben für die magneti 
sche Navigation zu machen, und zwar für die Isogonenkarten, für die textli 
chen Beiträge in den Seehandbüchern und für die Rosenangaben auf den Seekar 
ten. Immer mehr erweist der magnetische Dienst der Seefahrt indirekt, erheb 
lichen Nutzen, da die Güte des Punkverkehrs nach dem Strömungsgrad der erd 
magnetischen Unruhe beurteilt werden kann. Entsprechende Meldungen des Ob 
servatoriums Wingst gelten z.T. als repräsentativ für Westeuropa und werden 
im Rahmen der URSI-Sendungen mehrmals täglich über Radio Paris ausgestrahlt. 
Der in Vorbereitung befindliche Jahrgang 1956 der Gezeiten ta- 
f e 1 n wird erstmalig wieder Angaben für den westlichen Indischen Ozean 
bringen. Den Bemühungen, die Tafeln früher als in den letzten Jahren heraus 
zubringen, sind gewisse Grenzen durch die Arbeitslage bei der Abteilung II 
und durch das Verfahren internationalen Austausches gewogen, sie werden je 
doch mit allen Mitteln fortgesetzt. 
Der Windstau- und Sturmflutwarndienst wurde neben seinen Hauptabnehmern 
rege von der Kleinschiffahrt zur Bemessung von Ladetiefen sowie von Werften 
anläßlich von Stapelläufen und Dockungen in Anspruch genommen. 
Der Umzug gab Anlaß zu einer gründlichen Überholung der großen Gezeiten 
rechenmaschine. Die Arbeiten, von der Institutswerkstatt mit großer Sorgfalt 
ausgeführt, zogen sich über ein halbes Jahr hin. 
Die Arbeiten zur maschinellen Aufbereitung der deutschen Verkehrssta 
tistik, die seit einigen Jahren beim Deutschen Hydrographischen Institut für 
das Bundesverkehrsministerium durchgeführt werden, konnten erheblich verein 
facht werden, insbesondere durch Entgegenkommen der statistischen Landesämter; 
Verhandlungen zwischen Bundesverkehrsministerium und Statistischem Bundesamt 
stellen eine weitere Entlastung durch Aufteilung der Arbeiten in Aussicht.
	        
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