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Full text: Jahresbericht 1954

Allgemeine Entwicklung des D.H.I. im Jahre 1954 
- Seite 5 - 
Die im Vorjahre mit der D. 87 begonnene Herausgabe großmaßstäblicher 
Deecakarten der deutschen Küste wurde durch die neuen Deccakarten Nr. 2 
"Mündungen der Jade und Weser", Nr. 84 "Die Westfriesischen Inseln" und Nr. 
138 "Elbmündung" fortgesetzt, obwohl die deutsche Kette 1954 noch nicht frei 
gegeben war + ^. Die Eeohenarbeiten für zwei weitere Deccakarten - D. 49 und 
D. 61 - sind abgeschlossen. 
Infolge des vermehrten Bedarfes an Seekarten der deutschen Küsten mit 
dem neuen Betonnungssystem stieg der Absatz von 74 000 auf 93 000 Exemplare, 
wovon 15vom Ausland bezogen wurden. 
Mit Dank vermerken wir auch in diesem Jahre die Bereitstellung von Mate 
rial aus den heimischen Gewässern durch die Wasser- und Schiffahrtsdirektio 
nen. 
Die Vermessungsarbeiten der Vermessungsfahrzeuge er 
streckten sich im Berichtsjahr in der Nordsee auf die Gebiete "Elbemündung, 
Wattengebiet zwischen Duechter Loch und Brunsbüttelkoog", "Norder- und Süder- 
piep", "Außen- und Inneneider", "Schmaltief", "Bummelloch", "Süderaue", 
"Landtief", "Eütergat" und "Borkum-Ei'ff", in der Ostsee auf das Seegebiet 
zwischen Schleimünde und der Eckernförder Bucht, 
Die Vermessung der Gebiete seewärts der 10-m-Tiefengrenze vor den Nord 
friesischen Inseln und der Eider-, Hever- und Elbemündung unterlag bisher 
immer besonderen Schwierigkeiten, da die normale Sichtweite für die Doppel- 
winkelmessungen etwa bei der 10-m-Tiefengrenze liegt. Decca ersetzt hier mit 
einem etwa ebenso großen Genauigkeitsgrad die bisher üblichen Hilfsmethoden, 
wie Hochseebojentriangulation pp. 
Auch die Ostseeaufgabe wurde mit Hilfe des Decca-Verfahrens erledigt. 
Trotz der langanhaltenden Schlechtwetterlage dieses Sommers liegt das Ge 
samtergebnis der abgelaufenen Lotprofile von über 8500 km Länge noch etwas 
über der Vorjahrsleistung. Diese Steigerung konnte erzielt werden mit Hilfe 
von Echographen auf den Vermessungsfahrzeugen und Barkassen sowie durch Her 
anziehung des obenerwähnten Decca-Verfahrens, durch das die Vermessung in 
größerem Umfange von den Sichtverhältnissen unabhängig gemacht wird. 
Das VFS "Gauss" führte neben seiner Vermessungstätigkeit insgesamt fünf 
Eorschungs- und Versuchsfahrten durch, die teilweise der Fortsetzung meeres- 
kundlicher bzw. seismisch-geologischer Arbeiten in der Nord- und Ostsee, der 
Erprobung nautisch-technischer Geräte und Versuchen mit funktechnischen Hilfs 
mitteln der Navigation dienten. 
Von den Wracksuchbooten "Atair" und "Wega" wurden in der Nord- und Ost 
see vorwiegend die im näheren Küstenbereich liegenden Zwangswege, Flußmündun 
gen und Vermessungsgebiete abgesucht und weitere 23 neue Wrackpositionen fest 
gestellt, daneben zahlreiche schon in den früheren Jahren bestimmte Wracks 
+) Die deutsche Decca-Kette ist zum 1.4.55 freigegeben; Arbeitsstunden täglich 
8-20 Uhr M.G.Z.
	        
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