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Full text: Jahresbericht 1954

Jahresbericht Nr. 9/1954 
2. Funktechnische Hilfsmittel der Navigation 
Die mehrfachen Forschungs- bzw. Erprobungsfahrten des VPS "Gaues" in die 
östliche und südliche Nordsee wurden dazu benutzt, weiteres Material Über die 
Ortungsgenauigkeit der deutschen Beeca-Kette zu sammeln. Dabei wurde festge- 
stellt, daß die Ortungsgenauigkeit in der inneren Deutschen Bucht durch die 
seit Januar 1954 innerhalb des Sendesystems eingeführte laufende.Phasennach 
stellung, die die jahreszeitlichen Schwankungen der Hyperbelseharea unter 
band, wesentlich verbessert wurde 1 ^. Die Anwendung von Monitoranlageh für die 
Seevermessung zur Steigerung der Ortungsgenauigkeit auf Peilbooter. hat sich' 
für Entfernungen von mehr als 30 km zwischen den beobachtenden Fahrzeugen 
nicht befährt, wie synoptische Beobachtungen mit mehreren Fahrzeugen und in . 
Entfernungen bis zu 100 km gezeigt haben. Die Untersuchungen werden im kom 
menden Jahr fortgesetzt werden. 
Die Prüfung der Bäumst er von Navigationsfunkanlagen wurde in Zusammen 
arbeit mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt der Deutschen Bundespost in 
bewährter Weise fortgesetzt. 
Das zur objektiven Bestimmung der Minimumbreite von -Funkpeilanlagen 
durchgebildete Verfahren^ wurde durch Entwicklung eines Getriebes vervoll 
kommnet, über das vom Peiler- bzw. Goniometer-Sandrad aus der Papiervor 
schub eines Neumannschen DämpfungsSchreibers angetrieben wurde. Noch einfa 
cher für die Messung und Auswertung ließ sich das Verfahren anwenden, indem 
man die im Peilmaximum erhaltene Signalspannung üg und die im Peilminimum 
vorhandene Hauschspannung U-^ mit einem Röhrenvoltmeter mißt und mit dem be 
rechneten Quotienten aus einem einfachen mit dem Verfahren gewonnenen ana 
lytischen Gesetz die Minimumbreite £ bestimmt. Zahlreiche Peilungen ver 
schiedener Beobachter zeigten gute Übereinstimmung mit dem Meßbefund. Das 
auf zwei Spannungsmessungen zurückgeführte Verfahren ist wegen seiner Ein 
fachheit besonders geeignet für Bestimmung der Peilempfindlichkeit (Feld 
stärkebedarf pro Grad Minimumbreite) bzw. des Peilgütemaßes ^•¿‘bei Baumu 
sterprüfungen Von Peilfunkanlagen an Bord. 
Bei folgenden Peilfunkanlagen wurde der nautisch-technische Teil der 
Baumusterprüfungen auf See unter Bedingungen'des praktischen Betriebes 
durchgeführt: 
1. Goniometer-Peilanlage GPA 50 (GP7 50 mit Empfänger E 75 der Firma 
Hagenuk) 
2. Drehrahmen-Peilanlage PKP 52 mit Empfänger E 50 der Firmen C. 
Plath., Hamburg, und Hagenuk, Kiel 
5. Goniometer-Peilanlage GPE 52 der Pinnen C. Plath, Hamburg, und 
Hagenuk, Kiel 
4. Kreuzrahmen-Peilanlage Telegon II, Type P-St-310 der Firma Tele- 
funken. 1 2 
1) vgl.Jahresbericht Nr.8, 1953, S.40 
2) vgl.Jahresbericht Nr.6, 1951 
- Seite 44
	        
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