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Full text: Jahresbericht 1954

- Seite 41 
Nautische Technik 
TI, NAUTISCHE TECHNIK 
1. Nautische Instrumente 
a) Kompasse. Die Tätigkeit des Magnetkompaßlaboratoriums war weiterhin 
vornehmlich auf die Verbesserung der Geräte und Verfahren für eine dynami 
sche Kompaßprüfung ausgerichtet. Durch Paralleluntersuchungen derselben Kom- 
'passe auf dem Schaukelgerät im Laboratorium und bei mehrtägigen Schlechtwet 
tererprobungen im Frühjahr und im Herbst an Bord des Forschungsschiffes 
"Gaues 1 ! konnte festgestellt werden, daß die Kompasse nahezu unabhängig von 
der anregenden Frequenz bei gleichen tangentialen Beschleunigungen etwa die 
gleichen dynamischen Ablenkungen erleiden, so daß eine Übertragung der im La 
boratorium gewonnenen Meßergebnisse auf das voraussichtliche Verhalten der 
Kompasse an Bord zulässig erscheint. Nähere Aufschlüsse hierüber werden er 
wartet durch weitere Untersuchungen mit dem gegen Ende des Jahres in Betrieb 
genommenen großen Schaukelgerät (vgl. Jahresbericht 7, 1952, S. 38). Bei die 
sem von der Institutswerkstatt hergestellten Gerät (s. Abb. bei S. 8 ) kann 
die Schwingungsdauer im Bereich von etwa 6 bis 25 sec beliebig eingestellt 
werden, 'Während die Schwingungsweite bis zu + 2,5 m betragen kann. Hierbei 
ergibt sich ein Maximalwert der Tangentialbeschleunigung vom rund 0,3fachen 
der Erdbeschleunigung. Die bisher mit diesem Gerät gemachten Erfahrungen und 
die Ergebnisse der Bordversuche sollen laut Beschluß des Ausschusses für die 
Angelegenheiten des-D.H.I. im Seeverkehrsbeirat ihren Niederschlag in beson 
deren Bestimmungen für eine neu einzuführende dynamische Prüfung im Kähmen 
der Kompaßprüfvorschrift des B.H.I. finden. 
In Fortführung der Untersuchungen zur Festlegung von Mindestabständen vom 
Magnetkompaß wurde die Kompaßbeeinflussung durch die einzelnen Bauteile von 
Echographen verschiedener Herkunft sowie von Klarsichtscheiben bei verschiede 
nen magnetischen Feldstärken geprüft. 
In der Berichtszeit wurde ein weiteres Neigungs- und Beschleunigungsmeß 
gerät gebaut. Gegenüber dem früheren unterscheidet es sich dadurch, daß es 
auf einem einzigen Kegistrierstreifen gleichzeitig den Schlingerwinkel, den, 
Scheinlotwinkel und die Vertikalbeschleunigung eines Schiffes aufzeichnet. 
Mit beiden Geräten wurden im Herbst auf VFS "Gauss" Messungen durchgeführt. 
Für die Auswertung der gewonnenen Kegistrierkurven, insbesondere der für die 
Beanspruchung von Kompassen an Bord maßgeblichen Scheinlotwinkelkurve, wird 
ein geeignetes Verfahren ausgearbeitet und erprobt werden. 
Das Kreiselkompaßprüffeld prüfte 32 komplette Kreiselkompaßanlagen ver 
schiedener Systeme sowie Kreiselkugeln oder Trichterschwimmer. Weitere 10 
Prüfungsscheine wurden für MKF-Anlagen ausgestellt. In 45 Fällen wurden In 
standsetzungsarbeiten an Kreiselkompaß- und MKF-Anlagen bundeseigener Schif 
fe ausgeführt.
	        
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