- Seite 41
Nautische Technik
TI, NAUTISCHE TECHNIK
1. Nautische Instrumente
a) Kompasse. Die Tätigkeit des Magnetkompaßlaboratoriums war weiterhin
vornehmlich auf die Verbesserung der Geräte und Verfahren für eine dynami
sche Kompaßprüfung ausgerichtet. Durch Paralleluntersuchungen derselben Kom-
'passe auf dem Schaukelgerät im Laboratorium und bei mehrtägigen Schlechtwet
tererprobungen im Frühjahr und im Herbst an Bord des Forschungsschiffes
"Gaues 1 ! konnte festgestellt werden, daß die Kompasse nahezu unabhängig von
der anregenden Frequenz bei gleichen tangentialen Beschleunigungen etwa die
gleichen dynamischen Ablenkungen erleiden, so daß eine Übertragung der im La
boratorium gewonnenen Meßergebnisse auf das voraussichtliche Verhalten der
Kompasse an Bord zulässig erscheint. Nähere Aufschlüsse hierüber werden er
wartet durch weitere Untersuchungen mit dem gegen Ende des Jahres in Betrieb
genommenen großen Schaukelgerät (vgl. Jahresbericht 7, 1952, S. 38). Bei die
sem von der Institutswerkstatt hergestellten Gerät (s. Abb. bei S. 8 ) kann
die Schwingungsdauer im Bereich von etwa 6 bis 25 sec beliebig eingestellt
werden, 'Während die Schwingungsweite bis zu + 2,5 m betragen kann. Hierbei
ergibt sich ein Maximalwert der Tangentialbeschleunigung vom rund 0,3fachen
der Erdbeschleunigung. Die bisher mit diesem Gerät gemachten Erfahrungen und
die Ergebnisse der Bordversuche sollen laut Beschluß des Ausschusses für die
Angelegenheiten des-D.H.I. im Seeverkehrsbeirat ihren Niederschlag in beson
deren Bestimmungen für eine neu einzuführende dynamische Prüfung im Kähmen
der Kompaßprüfvorschrift des B.H.I. finden.
In Fortführung der Untersuchungen zur Festlegung von Mindestabständen vom
Magnetkompaß wurde die Kompaßbeeinflussung durch die einzelnen Bauteile von
Echographen verschiedener Herkunft sowie von Klarsichtscheiben bei verschiede
nen magnetischen Feldstärken geprüft.
In der Berichtszeit wurde ein weiteres Neigungs- und Beschleunigungsmeß
gerät gebaut. Gegenüber dem früheren unterscheidet es sich dadurch, daß es
auf einem einzigen Kegistrierstreifen gleichzeitig den Schlingerwinkel, den,
Scheinlotwinkel und die Vertikalbeschleunigung eines Schiffes aufzeichnet.
Mit beiden Geräten wurden im Herbst auf VFS "Gauss" Messungen durchgeführt.
Für die Auswertung der gewonnenen Kegistrierkurven, insbesondere der für die
Beanspruchung von Kompassen an Bord maßgeblichen Scheinlotwinkelkurve, wird
ein geeignetes Verfahren ausgearbeitet und erprobt werden.
Das Kreiselkompaßprüffeld prüfte 32 komplette Kreiselkompaßanlagen ver
schiedener Systeme sowie Kreiselkugeln oder Trichterschwimmer. Weitere 10
Prüfungsscheine wurden für MKF-Anlagen ausgestellt. In 45 Fällen wurden In
standsetzungsarbeiten an Kreiselkompaß- und MKF-Anlagen bundeseigener Schif
fe ausgeführt.