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Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst
kontakte von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Braunschweig, nach
Hamburg übermittelt und hier an die astronomischen Zeitbestimmungen ange
schlossen. Da diese Kontaktübertragung nach Ablauf der Versuchszeit zu einer
Dauereinrichtung werden soll, wurden über mehrere Monate die in den Postlei-
tungcn auftretenden Verzögerungen gemessen und untersucht.
Der quarzgesteuerte elektronische Dezimalzähler arbeitet bis auf die
durch die alte Zeitdienstanlage verursachten Beeinflussungen, die durch die
oben dargelegten Maßnahmen zum Verschwinden gebracht werden sollen, einwand
frei und wurde in immer stärkerem Maße für Vergleiche sowie im Zusammenhang
mit den im Vorjahre entwickelten Phasenschiebern auch für die Signaleinstel
lungen benutzt.
d) Zeitkundgebung. Für die Auslösung der Zeitsignale zur astronomisch
richtigen Zeit wurde nach einer eingehenden Erprobung die seinerzeit gebaute
mechanische Ausgleichungsapparatur herangezogen.
Die Weiterentwicklung der elektronischen Kontaktgeber konnte bis auf die
Beschaffung verschiedener hierzu benötigter Zusatzgeräte wegen des Umzuges
noch nicht weitergeführt werden.
Ab Frühjahr 1955- sollen über einen Sender der Bundespost nachts abwech
selnd Normalfrequenzen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und Sekun
denzeitzeichen des D.H.I. ausgestrahlt werden. Die Zeitzeichensendungen sol
len in erster Linie geodätischen Zwecken dienen. Die Vorarbeiten hierfür -
Konstruktion und Bau eines Signalgebers - sind im Gange.
Die Zusammenstellung der vom Institut abgegebenen Funkzeitzeichen hat
hinsichtlich der Sendefrequenzen erneute Änderungen erfahren. Interessenten
steht auf Anfordern die jeweils gültige Zusammenstellung der Sender, Sende
zeiten und Wellenlängen zur Verfügung.
■ An der laufenden Abgabe der Frequenzen von 440 Hz Und 1000 Hz an den
Nordwestdeutschen Eundfunk, an der wöchentlich einmaligen Ausstrahlung die
ser Frequenzen sowie an der Versorgung mehrerer Dienststellen der Bundespost
sowie der Instrumentenabteilung Nord des Deutschen Wetterdienstes mit 1000 Hz
für Prüf- und Meßzwecke hat sich nichts geändert.
Die Steuerung der Hauptuhr der Bundesbahndirektion Hamburg-Altona, von
der alle Bundesbahnuhren abhängen, verlief das ganze Jahr hindurch ohne nen
nenswerte Störungen.
Die tägliche Aufnahme in- und ausländischer Funkzeitzeichen sowie der Aus
tausch von Zeitsignalaufnahmen, die an die eigenen Zeitbestimmungen angeschlo
sen wurden, mit den entsprechenden Instituten des In- und Auslandes wurde er
weitert.
e) Zeitmesserprüfdienst. Die Anzahl der Schiffs-Chronometer- und Ge-
brauchsuhren-Brüfungen erfuhr im Berichtsjahr eine so starke Zunahme, daß ab