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Full text: Jahresbericht 1954

- Seite 39 - 
Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst 
kontakte von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Braunschweig, nach 
Hamburg übermittelt und hier an die astronomischen Zeitbestimmungen ange 
schlossen. Da diese Kontaktübertragung nach Ablauf der Versuchszeit zu einer 
Dauereinrichtung werden soll, wurden über mehrere Monate die in den Postlei- 
tungcn auftretenden Verzögerungen gemessen und untersucht. 
Der quarzgesteuerte elektronische Dezimalzähler arbeitet bis auf die 
durch die alte Zeitdienstanlage verursachten Beeinflussungen, die durch die 
oben dargelegten Maßnahmen zum Verschwinden gebracht werden sollen, einwand 
frei und wurde in immer stärkerem Maße für Vergleiche sowie im Zusammenhang 
mit den im Vorjahre entwickelten Phasenschiebern auch für die Signaleinstel 
lungen benutzt. 
d) Zeitkundgebung. Für die Auslösung der Zeitsignale zur astronomisch 
richtigen Zeit wurde nach einer eingehenden Erprobung die seinerzeit gebaute 
mechanische Ausgleichungsapparatur herangezogen. 
Die Weiterentwicklung der elektronischen Kontaktgeber konnte bis auf die 
Beschaffung verschiedener hierzu benötigter Zusatzgeräte wegen des Umzuges 
noch nicht weitergeführt werden. 
Ab Frühjahr 1955- sollen über einen Sender der Bundespost nachts abwech 
selnd Normalfrequenzen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und Sekun 
denzeitzeichen des D.H.I. ausgestrahlt werden. Die Zeitzeichensendungen sol 
len in erster Linie geodätischen Zwecken dienen. Die Vorarbeiten hierfür - 
Konstruktion und Bau eines Signalgebers - sind im Gange. 
Die Zusammenstellung der vom Institut abgegebenen Funkzeitzeichen hat 
hinsichtlich der Sendefrequenzen erneute Änderungen erfahren. Interessenten 
steht auf Anfordern die jeweils gültige Zusammenstellung der Sender, Sende 
zeiten und Wellenlängen zur Verfügung. 
■ An der laufenden Abgabe der Frequenzen von 440 Hz Und 1000 Hz an den 
Nordwestdeutschen Eundfunk, an der wöchentlich einmaligen Ausstrahlung die 
ser Frequenzen sowie an der Versorgung mehrerer Dienststellen der Bundespost 
sowie der Instrumentenabteilung Nord des Deutschen Wetterdienstes mit 1000 Hz 
für Prüf- und Meßzwecke hat sich nichts geändert. 
Die Steuerung der Hauptuhr der Bundesbahndirektion Hamburg-Altona, von 
der alle Bundesbahnuhren abhängen, verlief das ganze Jahr hindurch ohne nen 
nenswerte Störungen. 
Die tägliche Aufnahme in- und ausländischer Funkzeitzeichen sowie der Aus 
tausch von Zeitsignalaufnahmen, die an die eigenen Zeitbestimmungen angeschlo 
sen wurden, mit den entsprechenden Instituten des In- und Auslandes wurde er 
weitert. 
e) Zeitmesserprüfdienst. Die Anzahl der Schiffs-Chronometer- und Ge- 
brauchsuhren-Brüfungen erfuhr im Berichtsjahr eine so starke Zunahme, daß ab
	        
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