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Full text: Jahresbericht 1954

- Seite 37 - 
Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst 
ten wesentlich., der in diesem Jahr lebhaft war. 
Gelegentlich der Frequenzumstellung der Consolfunkfeuer Lugo und Sevilla 
wurden die ne-uen Leit strahlen und ihre Lage in einigen Karten berechnet. In 
Zusammenarbeit mit VIB wurde an der Untersuchung der Ortungsgenauigkeit des 
Consol-Funkfeuers Stavanger gearbeitet. Teilweise wurden für die mit dem 
Schreibgerät gewonnenen Peilungen die Großkreise errechnet, teilweise wurden 
auf Sekunden genaue Schnittpunkttabellen hergestellt. Die Untersuchung der 
Verschiedenheit der Ortungsergebnisse nach der deutschen, dänischen und aüd- 
ostenglischen DeccakeVte in der Nordsee wurde gemeinsam mit IIA weiterge 
führt, ist aber noc.h nicht abgeschlossen. 
Wie im Vorjahr würden 6 Hefte der Zeitschrift "Der Seewart" in Zusammen 
arbeit mit dem Seewetteramt des Deutschen Wetterdienstes herausgegeben. Er 
freulicherweise ist die Zahl der Beiträge von fahrenden Nautikern weiter an 
gestiegen. Die Veröffentlichungsreihe über An- und Einsteuerung mit Radar 
wird mit dem ersten Heft 1955 abgeschlossen. Neben der deutschen Schiffahrt 
interessiert sich auch das Ausland in steigendem Maße für die Zeitschrift. 
3. Zeitdienst und Chronometrie 
a) Neubau. Der weitere Ausbau sowie die Durchführung des laufenden Zeit 
dienstes wurden im Berichtsjahr durch den Umzug aus dem Seemannshaus in den 
Neubau der Bundesverkehrsbehörden stark beeinträchtigt. 
Nach Freiwerden der für den Zeitdienst bestimmten und seinerzeit durch 
Einbau von Kabelkanälen bereits vorbereiteten Räume wurde nach einem vorher 
festgelegten Plan mit dem Verlegen der Starkstrom-, Schwachstrom- und Fre- - 
quenzleitungen begonnen. Darauf folgte der Aufbau der Gerätegestelle, soweit 
diese in der noch laufenden Anlage entbehrlich waren, und die Errichtung der 
Antennenanläge. Bei letzterer erteilte die Senderüberwachungsstelle Witts 
moor des Nordwestdeutschen Rundfunks wertvollen Rat. 
Die zukünftig beabsichtigte elektronische Registrierung aller Kontakte 
machte es erforderlich, sämtliche Geräte vor dem Wiederaufbau von der bisher 
einadrigen auf zweiadrige (bifilare) Verdrahtung umzustellen und aus dem 
gleichen Grunde die Betriebsspannung von bisher 8 Volt auf 24 Volt zu erhö 
hen. 
Im August konnten die ersten drei Quarzuhren (B, G und H) sowie einige 
Hilfs- und Registriergeräte in den neuen Räumen in Betrieb genommen werden, 
nachdem auch eine Notstrombatterie mit zugehörigem Umformer im Keller aufge 
stellt und angeschlossen war. Im Oktober folgte die erste der beiden Signal 
geberanlagen, 'Ihre Verdrahtung war Ende des Jahres fertiggestellt. 
Voraussichtlich kann der Zeitdienst Anfang 1955 seine Tätigkeit in den 
neuen Räumen aufnehmen; auch dann wird noch eine gewisse Zeit vergehen, bis 
sämtliche Geräte ihre Aufgaben betriebssicher erfüllen.
	        
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