Jahresbericht Nr. 9/1954
- Seite 32. -
der Angaben für den Indischen Ozean bringen. Die Bruekvorlagen beider Bände
waren am Jahresende zu etwa zwei Dritteln fertiggestellt. Bei der Vorberei- ■
tung leistete eine Kartei gute Dienste, die für alle Bezugs- und Anschlußorte
die wichtigsten Gezeitengrundwerte und -formzahlen enthalten soll und seit
Ende 1953 aufgebaut wird. Sie liegt für die nordwesteüropäischen Gewässer und
den Indischen Ozean fertig vor, die Abschnitte Ostküste Nord- und Südamerikas
und Westküste Afrikas befinden sich in Arbeit. Von den ausführlichen Voraus
berechnungen für die deutschen Bezugsorte beruhen nunmehr die Angaben für
Cuxhaven, Wilhelmshaven und Emden auf harmonischen Darstellungen der Un
gleichheiten in Hoch- und Niedrigwasserzeit und -höhe (vgl. c). Die Angaben
für die übrigen Orte sind vorläufig noch aus den Vorausberechnungen für Cux
haven durch Anbringen veränderlicher nonharmonischer Differenzen abgeleitet.
Der Austausch von Gezeitenvorausberechnungen mit Ämtern und Instituten
des Auslands erfuhr einige Erweiterung, die deutschen Vorausberechnungen für
1956 waren bis Anfang Dezember versandt. Die alljähflichen Berechnungen für
hydrographische Dienste des Auslandes und deutsche Institute (Gezeiten, vor
wiegend stündliche Wasserstände; Gezeitenströme; Gezeitenstörungen der Schwe
re) waren noch vor dem Abbau der Gezeitenrechenmaschine II ausgeführt worden.
Einige hinzugekommene Aufträge konnten mittels einer der tragbaren 10 Tiden-
Maschinen (Wasserstandsrechner für Bordgebrauch) erledigt werden.
Wie bisher stellten die Wasser- und Sqhiffahrts-, Wasserwirtschafts- und
Hafenverwaltungen des deutschen Küstenbereichs ihre Wasserstands- und Strom-
beobachtungen nach Bedarf zur Verfügung. Von etwa 95 Pegeln des Gezeiten
gebiets wurden die Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen fortlaufend gesammelt,
dabei die Pegelbögen zum Teil mit den betreffenden Ämtern"gemeinsam ausgewer
tet, sonst deren Wasserstandslisten verwendet. Der mittlere Wasserstand am
Pegel Cuxhaven wurde weiter aus Ablesungen stündlicher Werte bestimmt.
c) Besondere Arbeiten. Bel halbtägigen.Seichtwassergezeiten pflegt die
harmonische Darstellung der gesamten Gezeitenkurve hur unbefriedigend zu kon
vergieren. Wirksamer ist es, die Ungleichheiten ausgezeichneter Punkte (Hoch-'
und Niedrigwasser, mondstündliche Wasserstände) je für sich durch trigonome
trische Seihen darzustellen; Analyse und Vorausberechnung lassen sich dann
außerdem mit gewöhnlichen lochkartenmaschinen ausführen. Die seit längerem
betriebene Ausbildung dieses Verfahrens gelangte zum Abschluß. Nachdem sich
zur Darstellung der Ungleichheiten eine Auswahl von 44 periodischen Gliedern
als ausreichend erwiesen hatte, waren die Koeffizientenschemata zur Ausglei
chung 19jühriger Beobachtungen nach der Methode der kleinsten Quadrate auf
gestellt und die zugehörigen Systeme von Normalgleichungen mit 44 bzw. 45 *
Unbekannten unbestimmt aufgelöst worden. Verbessert wurde jetzt noch die Be
rechnung der Produktsummen,welche die rechten Seiten der Normalgleichungen
bilden. Bei den bisherigen Probeanalysen wäre.' verschiedene Näherungsverfah-
ren angewandt worden. Die erwünschte strenge Berechnung läßt sich jedoch mit
ähnlicher Ersparnis an Multiplikationen und erheblich besseren Kontrollmög-