Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst
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V. GEZEITEN, NAUTISCHE ASTRONOMIE, ZEITDIENST
1. Gezeiten
a) Allgemeines. Der Umzug in das neue Dienstgebäude ging Anfang März in
wenigen Tagen -vonstatten, verursachte aber das ganze Jahr hindurch mancherlei
Mehrarbeit. Zudem ergaben sich größere Ausfälle durch Krankheit. Im Zusammen
hang ■ mit der Eingliederung des lochkartenbetriebs (1.11.53) wurde die erle
digte Stelle eines wissenschaftlichen Angestellten zugunsten des Zeitdienstes
eingespart.
Die Gezeitenrechenmaschine II, mit deren Abbau’ die Institutswerkstatt im
Dezember 1953 begonnen hatte, bedurfte einer eingehenderen Überholung als zu
nächst angenommen wurde; u.a. mußten zum erstenmal, sämtliche 62 Tidengetriebe
vollständig auseinandergenommen werden. Die Abnutzung der Maschine ist nach
15 Jahren noch unerheblich, nur von den 4000 Kugellagern war etwa ein Zehntel
zu erneuern. Das Druckwerk erhielt einen von der Werkstatt entworfenen und
angefertigten neuen Antrieb. Der Wiederaufbau der Maschine an der neuen Stel
le war im November beendet, hieran schlossen sich Genauigkeit3prüfungen und
Versuche mit verschiedenen Summationsbändern. Vorausberechnungen werden im Ja
nuar 1955 wieder beginnen können. Die Instandsetzung der Gezeitenrechenma
schine I mußte die Werkstatt aufschieben.
Die Lufttemperatur und -feuchtigkeit in den neuen Maschinenräumen und im
Lochkartenlager werden durch eine Klimaanlage konstant gehalten: für den Be
trieb der Lochkartenmaschinen eine erhebliche Verbesserung gegenüber den bis
herigen Arbeitsbedingungen, die oft zu Störungen Anlaß gaben. In den Räumen
der Gezeit’enmaschinen wiesen die Temperaturregelung- und Belüftung noch eini
ge Unzulänglichkeiten auf, die Anfang 1955 behoben werden sollen.
b) Laufende Arbeiten und Veröffentlichungen. Die "Gezeitentafeln für das
Jahr 1955" erschienen im gleichen Umfang wie für das Vorjahr, Band II (At
lantischer Ozean) Ende September, Band I (Europäische Gewässer) Anfang Okto
ber. Mitte November folgten die Kalender der "Hoch- und Niedrigwasserzeiten
für die Deutsche Bucht und deren Flußgebiete, 1955", wie bisher in einer Ge
samtausgabe und vier Teilausgaben, einige mit erweitertem Inhalt. Druck und
Einband der Tafeln und Kalender besorgte wiederum die Abteilung II. Etwa 45
Verlage, darunter auch ausländische, erwarben Rechte zum Abdruck von Gezei
tenvorausberechnungen in Nautischen Almanachen, Kalendern und Tageszeitungen.
Das Manuskript der Gezeitenkalender war im März fertiggestellt, die
Druckvorlage für die "Gezeitentafeln 1955" vollständig erst im Juni, da eini
ge Auslandsbeiträge sehr spät eingingen. Das Ziel, die Tafeln bereits im Som
mer herauszubringen, wird künftig leichter erreichbar sein, weil der techni
sche Betrieb der Abteilung II zeitiger mit dem Druck des Nautischen Jahrbuchs
beginnen kann (vgl. unten 2). Die "Gezeitentafeln 1956" werden erstmalig wie