Meereskunde und Erdmagnetismus
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diese Weise eine enge Zusammenarbeit zwischen den Instituten anzubahnen.
Wissenschaftler der Abteilung arbeiteten mit dem Küstenausschuß Nord-
und Ostsee zusammen. Auch im abgelaufenen Jahr wurden ozeanographische Geräte
Instituten und Wissenschaftlern für Arbeiten auf See zur Verfügung gestellt.
Aus dem'In- und Ausland angeforderte Gutachten und Auskünfte'wurden laufend
bearbeitet. Die Sammlung von Sonderdrucken ist unter dem Titel "Deutsches
Hydrographisches Institut, Ozeanographie 1953" erschienen und wurde an die
Interessenten des In- und Auslandes versandt. Drei Wissenschaftler der Ab
teilung nahmen regelmäßig am Windstau- und Sturmflutwarndienst teil.
2. Ozeanographie
Die laufenden meereskundlichen Beobachtungen
auf den deutschen Feuerschiffen der Nord- und Ostsee wurden in der bisherigen
Form fortgeführt. Auf der Position 53°44,9'N und 6°24,2'E wurde das Feuer
schiff "Borkumriff" ausgelegt. Einzelangaben Uber die auf den Feuerschiffen
gewonnenen Beobachtungen und deren Positionen sind in den Tabellen '3 und 4a
und b enthalten. Die Anzahl der Oberflächenproben auf der Eoute Hamburg-Hull
gibt Tabelle 4c. Die im Berichtsjahr angefallenen meereskundlichen Beobachtun
gen wurden aufbereitet und die Auswertung in Gang gebracht. Die Bearbeitung
der Strommessungen der Juli/August-Fahrt wird voraussichtlich im Frühjahr
1955 abgeschlossen sein. Diese Messungen versprechen eine gute Ergänzung der
bisherigen Kenntnisse der Gezeitenstromverhältnisse nördlich der Linie Hel
goland-Tönning. Weitere Untersuchungen bezogen sich auf die Ermittlung des
Zusammenhanges zwischen Windgeschwindigkeit und Reststrom auf Feuerschiff
"S 2". An Hand der Beobachtungen vom Juli/August 1954 konnten wertvolle Be
ziehungen zwischen Stromgesohwihdigkeit und Sinkstofftransport als auch Zwi
schen Sinkstofftransport und Durchsichtigkeit gewonnen werden. Eine einge
hende Auswertung dieser Messungen ist zur Zeit im Gange. Darüber hinaus konn
te das großräumig angelegte Meßprogramm Einblicke in die Vorgänge bei der
Ausbreitung des Elbwassers in der Deutschen Bucht geben.
Als Unterlagen für die im Frühsommer 1954 in London durchgeführte Inter
nationale Konferenz zur Verhütung der Ölverschmutzung des
Meeres und der Küsten wurden Karten mit den Angaben über Richtung und Ge--
schwindigkeit von Meeresströmungen angefertigt und'Gebiete vorgeschlagen, in
denen keine Ölrückstände von Schiffen abgegeben werden sollten.
Im Rahmen der Arbeiten über die winderzeugten Meeresströmungen und die
dadurch bedingten Wasserstandsänderungen wurden Triftstrom und Windstau in
der Nordsee für spezielle Windverteilung ermittelt. Dabei war es möglich,
auch zeitliche Änderungen des Windfeldes zu berücksichtigen. Die erzielten
Ergebnisse stehen im Einklang mit den Beobachtungen. Eine Intensivierung die
ser Untersuchungen scheint im Hinblick auf die große praktische Bedeutung
dieser Frage erforderlich.