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Volltext: Jahresbericht 1954

Jahresbericht Nr. 9/1954 
- Seite 24 — 
IV» MEERESKUNDE UND“ ERDMAGNETISMUS 
1. Allgemeines 
Im Jahre 1954 wurde gemeinsam mit anderen Instituten und Dienststellen 
eine umfangreichere meereskundliche Untersuchungsfahrt in der Deutschen 
Bucht durchgeführt, die vornehmlich die horizontale und vertikale Verteilung 
der Wasserbewegung' und den hydrographischen Aufbau im Vorfeld der schleswig- 
holsteinischen Westküste sowie die Ausbreitung des Elbwassers zum Gegenstand 
hatte. Von seiten des Deutschen Hydrographischen Instituts wurde das Vermes- 
sungs- und Forschungsschiff "Gauss" zur Verfügung gestellt. Das Institut für- 
Meereskunde der Universität Kiel arbeitete mit dem Forschungskutter "Südfall" 
und das Wasser- und Schiffahrtsamt Tönning führte Messungen mit Spezialfahr 
zeugen in der Eidermündung, in der Husumer Bucht und hm Helgoländer Bereich 
durch. Fahrzeuge der Wasser- und Schiffahrtsdirektionen Kiel und Hamburg wa 
ren an diesen Arbeiten durch Auslegen und Aufnehmen von selbstregistrieren 
den meereskundlichen Geräten beteiligt. Gemessen wurden die Wasserbewegung, 
der Salzgehalt, die Temperatur, die Trübung und der Sinkstoff. Wegen des ho 
hen Interesses, das diesen Messungen von wasserbaulicher Seite entgegenge 
bracht wird, wurde sofort die Bearbeitung der Beobachtungen begonnen und ist 
für wesentliche Teile bereits abgeschlossen. Im September 1954 unternahm VFS 
"Gauss" eine weitere Fahrt in Zusammenarbeit mit der PRAKLA zum Studium 
seismischer Methoden und Fragen, in Begleitung durch den Geologen des Insti 
tuts. 
Die laufenden hydrographischen Beobachtungen auf den deutschen Feuer 
schiffen und auf der Linie Hamburg-Hull wurden auch im Berichtsjahr fortge 
setzt. Sie wurden von den Offizieren und Besatzungen ausgeführt, denen für 
die dabei bewiesene Sorgfalt und Umsicht auch an dieser Stelle besonders ge 
dankt sei. 
Wissenschaftler der Abteilung berichteten über ozeanographische Arbeiten 
auf der Tagung der I.U.G.G. in Rom im September 1954 und anläßlich der Ta 
gung des Internationalen Rates für Meeresforschung, die in diesem Jahre in 
Paris stattfand. Zahlreiche, vornehmlich ausländische Wissenschaftler be 
suchten im Anschluß an die Tagungen in Rom und Paris die ozeanographische Ab 
teilung des Deutschen Hydrographischen Instituts. ORR Dr. Hansen war 
2 1/2 Monate im Institut für Meteorologie der Universität Stockholm, das unter 
der Leitung von Professor Ross by steht, tätig. Dort ergab sich Gele 
genheit, die modernen dynamischen Verfahren der Meereskunde und der Meteoro 
logie zu studieren, wie sie in Stockholm gepflegt werden und vorbildlich und 
richtungweisend für die internationale Forschung auf diesen Fachgebieten 
sind. Darüber hinaus war es möglich, für derartige wissenschaftliche Untersu 
chungen aus dem Aufgabenbereich der Abtlg. Ozeanographie des D.H.I. die in 
Stockholm befindliche Elektronenrechenmaschine B e s k einzusetzen, um auf
	        
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