Schott, G.: Die äquatorialen Strömungen des westlichen Stillen Ozeans. 257
Meere einem homogenen Tiefenstromfeld im Wege liegt und gibt eine schema-
tische Zeichnung der dadurch bedingten Störung der Stromlinien. Die Störung
besteht auf N-Br, in einer antizyklonalen Umbiegung des Stromfeldes. Hierauf
fährt Ekman mit folgenden Sätzen dort: „An eine wirkliche endgültige Bestäti-
gung ist... zur Zeit nicht zu denken... Ich habe auf den äquatorialen Gegen-
strom hingedeutet, der zugunsten der Theorie zu sprechen scheint, und vielleicht
wäre es möglich, durch eine sorgfältige statistische Untersuchung
der Bewegungsrichtungen im Gebiete dieses Stromes!) unter Berück-
sichtigung der Tiefenverhältnisse eine genauere Bestätigung zu er-
langen... In bezug auf den Einfluß der Bodentopographie hat man jedenfalls
den Vorteil, eine bunte Musterkarte zu besitzen ‚..“ Nun, eine genaue Prüfung
auf solche Zusammenhänge ist bei der unvollständigen Ablotung des hier be-
handelten Gebietes in der Tat heute wohl noch untunlich, obwohl der andere
Teil der Voraussetzung, die statistische Untersuchung der Stromversetzungen,
ausreichend nunmehr vorliegen dürfte, Aber die Untiefe ist bestätigt, und ihre
in antizyklonalem Sinne im Norden erfolgende Umgehung durch den Nordstrom,
der dabei zum Oststrom wird, ist so augenfällig, daß wir wohl wenigstens hier einen
lokalen Beweis für das Zutreffen der Ekmanschen Anschauung vor uns haben.
Allerdings wäre dann eine bis 4° N-Br. langgestreckte, rückenartige Erhebung,
wie sie van Riel (a. a. O0. Appendix, Fig, 30) annimmt, recht unwahrscheinlich,
und wir stünden, wenn auch diese Schlußfolgerung richtig sein sollte, vor dem
umgekehrten Fall, daß der Ozeanograph aus der starken Richtungsänderung einer
Oberflächenströmung auf eine gewisse Bodengestaltung der Tiefsee schließt.
Die Entstehung der sauerstoffarmen Zwischenschicht im Ozean.
Von H. Wattenberg, Institut für Meereskunde, Kiel).
Inhaltsübersicht, Einleitung, — Die Zufuhr von Sauerstoff zum Tiefenwasser. — Der vertikale
Gradient der Zehrung. — Wodurch ist die Abnahme der Zehrung mit der Tiefe bedingt? — Die
dynamische Erklärung der Sauerstoffminima, — Beziehungen zwischen Sauerstoffminima und Phos-
phatmaxima. — Zusammenfassung,
Einleitung,
Die auffälligste Erscheinung in der Sauerstoffverteilung im Weltmeere ist
das intermediäre Minimum, das alle drei Ozeane fast in ihrer ganzen Ausdehnung
durchzieht. Obwohl dieses Minimum schon bei den frühesten gasanalytischen
Bestimmungen beobachtet worden ist und auf der Challenger-Expedition ge-
nauer belegt wurde, bemüht man sich erst in neuster Zeit ernstlich, eine. Er-
klärung dafür zu finden,
Als nach Einführung der Titriermethode Serienanalysen des Sauerstoffs
möglich wurden, konnte Brennecke auf dem „Planet“ (1906) den ersten voll-
ständigen Sanerstofflängsschnitt durch den Atlantischen Ozean legen, der bereits
ein klares Bild von der mächtigen, den ganzen Ozean beherrschenden Minimum-
schicht vermittelte, Die — allerdings nicht sehr zahlreichen — Analysen aus
dem Indischen Ozean beweisen eindeutig die Existenz einer ähnlichen Zwischen-
schicht auch in diesem Teil des Weltmeeres, und später wurde dieselbe Er-
scheinung im Pazifischen Ozean wiedergefunden, Da der Atlantische Ozean hin-
sichtlich seiner Sauerstoffverhältnisse und seiner Tiefenwasserbewegungen durch
die modernen Expeditionen des „Meteor“, der „Discovery“ und der „Atlantis“
besonders gut untersucht ist, werden wir im folgenden diesen Teil des Weltmeeres
in der Hauptsache heranziehen,
Ein Blick auf die Verteilung des Sauerstoffs und des Salzgehalts in einem
Längsschnitt (s, Abb. 1 S. 258) zeigt deutlich die Schwierigkeiten, die einer Er-
klärung der Sauerstoffverteilung entgegenstehen. Aus der Verteilung des Salz-
gehalts läßt sich zwanglos die Ausbreitung verschiedener in hohen Breiten abge-
sunkener Wasserarten ableiten, welche die mehrere tausend Meter mächtigen Tiefen-
schichten des Atlantischen Ozeans erfüllen. Überträgt man diese Vorstellung auf
u D. bh. des pazifischen Gegenstrames, was aus 8, 38 bei Ekman hervorgeht,
3 Meereskundliche Arbeiten der Universität Kiel Nr. 62.