Seekartenwerk und Nautische Geodäsie
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II. SEEKAETENWEHK UND NAUIISCHE GEODÄSIE
1. Allgemeines
Mit der Einrichtung der neuen Kartengruppe "Stiller und Indischer Ozean"
am 1. Oktober 1954 wurde der Arbeitsbereich des deutschen Seekartenwerks auf
alle Meeresgebiete und damit wieder auf den Vorkriegsstand ausgedehnt. Er um
faßt z. Zt. 1093 Seekarten. Von dem neu hinzugekommenden Arbeitsgebiet sollen
zuerst die Ozean- und Übersichtskarten überarbeitet und herausgegeben werden,
sofern nicht dringende Gründe die bevorzugte Bearbeitung großmaßstäbiger Kar
ten für besondere Zwecke, z. B. für die Bahrt nach den Ölhäfen des Persi
schen Golfes., notwendig machen.
Die Einführung des internationalen Betonnungssystems in den Küstengewäs
sern der Bundesrepublik erforderte sowohl in der Kartographie wie im techni
schen Betrieb umfangreiche und zeitraubende Arbeiten. Durch besondere organi
satorische Maßnahmen gelang es jedoch, der Schiffahrt die davon betroffenen
45 Seekarten, teils als Neuausgaben, teils in sogenannten "Großen Berichti
gungen", bis zum Sommer mit der neuen Betonnung zur Verfügung zu stellen.
2. Nautische Geodäsie
Das im Jahre 1952 aufgestellte Programm für die Einrechnung von Decca-
Hyperbeln der deutschen Kette in großmaßstäbige Seekarten der Nordseeküste
konnte im Berichtsjahr mit der Fertigstellung der Berechnungen für die Decca-
Karten Nr. 2 "Mündungen der Jade und Weser" (1 : 50 000), Nr. 138 "Elbmün
dung" (1 : 50 000), Nr. 49 "Mündungen der Jade, Weser und Elbe" (1 : 100 000)
und Nr. 61 "Die Nordfriesischen Inseln mit Helgoland", Nord- und Südblatt,
(1 100 000) abgeschlossen werden. Für eine geplante neue Ausgabe der
Decca-Karte Nr. 50 "Deutsche Bucht" (1 : 250 000), die zur Erleichterung der
Schiffsortbestimmung auf der Karte jede einzelne Nullhyperbel statt - wie
bisher - jede zweite enthalten soll, wurden die Unterlagen für die Eintra
gung der zusätzlichen Nullhyperbeln geschaffen.
Die 1953 wegen der angekündigten Frequenzänderung der Consolfunkfeuer
lugo und Sevilla zurückgestellte Einrechnung von Consol-Interpolationsstrah-
len in weitere deutsche Seekarten wurde am Ende des Berichtsjahres mit der
Einrechnung der neuen Interpolationsstrahlen (Position Lines) von lugo in
die schon bestehende Consolfunkfeuerkarte Nr. 239 "Kanal und Biskaya-Bucht"
1)
wieder aufgenommen '.
1) Inzwischen stellte sich während einer Untersuchungsfahrt des VFS "Gäuss"
heraus, daß in den Sektoren A-j und B-| nach der Frequenzumstellung (Shift-
ing of Frequency) des Consolfunkfeuers lugo zwischen dem in D 2396 für
lugo abgedruckten und dem tatsächlich empfangenen Peilzeichenschema (Con-
sol Pattern) keine Übereinstimmung besteht.