Jahresbericht Nr. 9/1954
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Mit Hilfe eines neugebauten Horizontalrütteltisches wurden einige Krei
selkompaßstände und Kompaßkesselfederaufhängungen geprüft. Für die Untersu
chung sehr schneller mechanischer Schwingungsvorgänge wird künftig auch ein
Lichtblitzstroboskop aufschlußreiche Ergebnisse liefern. An Bord des VFS
"Gauss" wurden weitere Registrierungen der Schlinger- und Stampfbewegungen,
der Vertikalbeschleunigungen und der Schlingerscheinlotwinkel ausgeführt.
An einem geeigneten Verfahren zur elektrischen Frequenz- und Amplituden-Ana
lyse der gewonnenen Registrierungen wird noch gearbeitet.
Auf dem Echolotgebiet wurde auf tiefem Wasser die Erprobung
von zwei modernen Lotschreibertypen der Industrie durchgeführt und bei die
ser Gelegenheit Untersuchungen mit Sendeschwingern verschiedener Frequenzen
und Bündelungsschärfen vorgenommen. Außerdem wurden die Änderungen der Tie
fenerfassung, Auflösungsfähigkeit und Aufzeichnungsgüte von Fisch- und Boden
echos normaler Lotschreiberanlagen in Abhängigkeit von der Impulsleistung und
-länge untersucht. Während mehrerer Fahrten des VFS "Gauss" wurde die Boden
bedeckung der westlichen Ostsee, der Ostseeausgänge und des Kattegatts mit
dem Lotschreiber aufgenommen.
Als funktechnische Hilfsmittel wurde eine Reihe von Funkpeil-
anlagen verschiedener Firmen auf See unter den Bedingungen des praktischen
Betriebes eingehend geprüft. Mit den Fahrzeugen des Institutes wurden ferner
wiederholt Kontrollfährten zur statistischen Erfassung der durchschnittli
chen Ortungsgenauigkeit der deutschen Decca-Kette und ihrer Ortungskonstanz
durchgeführt. Ferner wurden die Hordsee-Consol-Funkfeuer bezüglich ihrer Or
tungskonstanz im Nah- und Fernfeld registrierend beobachtet.
Ebenso wie im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der in Hamburg und bei den
Außendienststellen des Institutes zur Prüfung eingereichten nautischen In
strumente und Positionslaternen und die Auskunftstätigkeit mit der Vergröße
rung der Handelsflotte weiter an. Eine auf Anregung des Ausschusses des See
verkehrsbeirates für die Angelegenheiten des-Deutschen Hydrographischen In
stituts gegründete Kommission, die sich aus Vertretern der Industrie, der
See-Berufsgenossenschaft, der Seefahrtschulen und des Deutschen Hydrographi
schen Instituts zusammensetzt, überarbeitet zur Zeit die Prüfvorschriften
des Deutschen Hydrographischen Instituts für die einzelnen Geräte.
In der Biblio thek und im Archiv wurde der Austausch
von Druckschriften mit in- und ausländischen Tauschpartnern weiter ausge
baut. Die Katalogisierung der Bibliothek macht Fortschritte. Die jährlichen
Zugänge betragen zur Zeit etwa 1300 Titel Periodica (fast ausschließlich
Tausch) und etwa 1700 Titel Bücher (fast ausschließlich Kauf); das sind etwa
7500 Einzelstücke im Jahr. Der Gesamtbestand beträgt zur Zeit etwa 67000
Bände.
Im Archiv blieben die Zahlen der Eingänge von Büchern (meist rein nau
tischer Art) im Jahr 1954 fast die gleichen wie im Vorjahre, dagegen ist