Jahresbericht Nr,10/1955
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A. Allgemeiner Bericht
I. BAS DEUTSCHE HTDR0GRAPHISCHE INSTITUT IM JAHRE 1955
Der Bericht über die Tätigkeit des Deutschen Hydrographischen Instituts
im abgelaufenen Jahr muß wieder von einer im wesentlichen, unveränderten läge
in Bezug auf die zur Verfügung stehenden personellen und sachlichem Mittel
ausgehen. Dem immer noch wachsenden Arbeitsanfall konnte für das Berichts
jahr noch durch .weitere Intensivierung und Rationalisierung der Arbeit ent
sprochen werden.
Bei seinen Bemühungen in der Eörderung seiner Arbeit wurde das Institut
durch die aktive, lebhafte Mitarbeit der Mitglieder des Ausschusses für die
Angelegenheiten des Deutschen Hydrographischen Instituts im Seeverkehrsbei
rat auf. das beste unterstützt (vgl.S.13).
Es war auch weiterhin das Bestreben, die noch bei den Nautischen Veröf
fentlichungen bestehenden Bücken auszufüllen. So konnten 2 Neuauflagen von
Seehandbüchern erscheinen, und 2 weitere Bücher zum Druck gegeben werden.
5 Bücher befinden sich in Neubearbeitung. Außerdem wurden 14 Handbücher durch
Nachträge auf das laufende gebracht. Zu Anfang des Jahres erschien der 2.Band
(Südatlantischer Ozean) des Atlantischen Handbuchs; dazu kam unter Mitwirkung
des Seewetteramtes ein berichtigter Nachdruck der bekannten Monatskarten für
den Südatlantischen Ozean heraus. Vom Leuchtfeuerverzeichnis konnten erstma
lig sämtliche bisher bearbeiteten Teile nach einjähriger Laufzeit erneuert
werden. Der Nautische Funkdienst bewährte sich in seiner Ringbuch-]?orm wei
terhin; seine 4 Bände werden durch Nachträge laufend erneuert. Die Auflage
der Nachrichten für Seefahrer mußte auf 2 6Q0 + ^ Stück erhöht Werden.
Die rege freiwillige Mitarbeit der Reedereien und Schiffsführungen war
auch im abgelaufenen Jahr erfreulich und wirkte sich auf die nautischen Veröf
fentlichungen bereichernd und belebend aus.
Das Seekartenwerk konnte die Zahl der nunmehr auf den neuesten Stand ge
brachten Blätter auf 711 Nummern - das sind rund 2/3 des gesamten Seekarten
werkes - erhöhen. East alle noch in den europäischen Gewässern bestehenden
Bücken wurden geschlossen. Auch der größte Teil der "Segelkarten" und- ein
Teil der Küstenkarten des Golfes von Mexiko und des Karibischen Meeres mit den
Westindischen Inseln können wieder’berichtigt an die Schiffahrt abgegeben
werden. Im Anschluß hieran werden auf Anregung des Seeverkehrsbeirates (Aus
schuß für die Angelegenheiten des Deutschen Hydrographischen Instituts) zu
nächst die Seekarten der amerikanischen Ostküste nach Maßgabe der vorhandenen
Mittel und des zur Verfügung stehenden Personals in Arbeit genommen.
Auf Empfehlung des Seeverkehrsbeirates - Ausschuß für die Angelegenhei
ten des Deutschen Hydrographischen Instituts - werden die Deckblätter für See
karten ab Oktober 1955 nur noch einfarbig herausgebracht. Durch diese Verein-
+) Anfang 1956 weiter auf 2 800 erhöht.