Jahresbericht Hr.10/1955
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71. KAUT IS CHS TBCHBTIK
1. Hautisahe Instrumente
a) Kompasse. Zur Gewinnung meßtechnischer Unterlagen für die aufzustel
lenden Bedingungen zur dynamischen Prüfung von Magnetkompassen wurden im
Frühjahr und Herbst weitere Schlechtwetter-Erprobungsfährten auf VFS "Gauss"
mit verschiedenen Typen von Magnetkompassen durchgeführt, wobei auch gleich
zeitige Registrierungen der wahren .Schiffsbewegungen im Seegang mit Hilfe von
Kreiselneigungs- sowie Translations- und Drehbeschleunigungsmessern vorgenom-
men wurden. Für die parallel hierzu verlaufenden. Untersuchungen im Magnet-
kompaSlaboratorium wurde eine pneumatische Antriebsanlage für das im Jahres
bericht iTr.9/1954 abgebildete und beschriebene große Schaukelgerät entworfen,
welche ebenfalls von der Instituts?ierkstatt gebaut wurde. Diese Antriebsanla
ge erlaubt einen konstanten Betrieb des Gerätes auch über die Dauer von Stun
den, wie dies beispielsweise für die Erprobung von Kreiselkompassen notwen
dig ist. Bei dem zur Aufzeichnung der Rosenschwingüngen benutzten Gerät soll
im Hinblick auf seine spatere Verwendung bei den auswärtigen Prüfstellen des
Institutes zur bequemeren Auswertung eine dem Winkel der Auslenkung statt, der
dem Sinus des Auslenkungswinkels proportionalen Registrierung erreicht werden.
Zur Ermittlung des erforderlichen'Schutzabstandes verschiedener Haviga-
tionsgeräte vom Magnetkompaß wurde im Rahmen der funktechnischen Baumuster
prüfung der Deviationseinfluß einer weiteren Radar-Anlage deutscher Fertigung
untersucht und auf Veranlassung der Wasser- und Schiffahrtsdirektion Hamburg
der Schutzabstand bestimmt für eine Type tragbarer Funksprechgeräte, wie sie
im Lotsendienst zur Zeit verwendet werden; dabei wurden Vorschläge zur Ver
ringerung ihres magnetischen Störeinflusses gemacht.
Für die Aufnahme quasistatischer Magnetisierungskurven zur Begutachtung
von Kompensiermagneten und Weicheisehkorrektoren wurde eine Umformeranlage
zur Erzeugung einer Wechselspannung von 2 Hz aufgebaut, die bei 24 7 bis zu
50 A abgibt.
Zur Prüfung der Rüttelempfindlichkelt von Kompassen und anderer nauti
scher Instrumente wurde ein Rütteltisch zur Erzeugung von Vertikalvibrationen
im Bereich von 2 bis 25 Hz entworfen und in der Institutswerkstatt gebaut.
Das Gewicht des zu prüfenden Gerätes kann bis zu 200 kg betragen. Die Konstruk
tion ist so durchgeführt, daß trotz des hohen Gewichtes der schwingenden Teile
die Wechselbeanspruchung des Bodens am Aufstellungsort sehr gering ist. Zur
unmittelbaren Messung der Vibrationsamplituden des Horizontalrütteltisches
wurde eine Meßanordnung mit Dehnungsmeßstreifen hergestellt.'