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Full text: Jahresbericht 1955

Jahresbericht Nr.10/1955 
- Seite 40 
sich die Hamburger Sternwarte dankenswerterweise bereit erklärt, sämtliche 
Sterne des Zenitfernrohr-Programmes im Rahmen ihrer Beobachtungen für den 
Britten Katalog der Astronomischen Gesellschaft mit zu beobachten. 
Für die Bürchführung der Zeitbestimmungen am photographischen Zenit 
fernrohr wurde schließlich eine graphische Barstellung gefertigt, die für 
jede Nacht des Jahres die Beobachtungsmöglichkeiten der einzelnen Sterngrup 
pen zwischen Ende und Beginn der nautischen Bämmerung zu entnehmen gestattet. 
c) Zeitbewahrung. Bie während des Berichtsjahres im Zeitdienst eingesetz 
ten acht Quarzuhren zeigten bis auf die Uhr B befriedigende Gangleistungen. 
Sieben dieser Uhren wurden Mitte des Jahres zwecks Beseitigung der Abhängig 
keiten von äußeren Einflüssen durch die Herstellerfirma eingehend unter 
sucht und überholt. 
Nach Sichtung und Aufbereitung des z.I. seit acht Jahren angesammelten 
Beobaehtungs- und Zahlenmaterials der einzelnen Quarzuhren wurden Untersu 
chungen über die Güte der Uhren, ihr lang- und kurzfristiges. Gangverhalten 
sowie über die Temperaturabhängigkeit angestellt. Bie Ergebnisse ermöglich 
ten Vergleiche mit den Gangleistungen ausländischer Quarzuhren und bildeten 
die Grundlage für die untengenannten Versuche einer Extrapolation der Zeit so 
wie für die Schaffung einer mittleren Uhr. 
Für die Inbetriebnahme von zwei der im Selbstbau erstellten sechs Quarz 
uhren konnte mit den Schaltarbeiten sowie mit dem Bau von Hilfs- und Kontroll 
geräten begonnen werden. 
Über eine festgeschalteta Beitung wurden, wie im Vorjahre, laufend Quarz 
uhrkontakte und -freq.uen.2en mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt der Beut- 
schen Bundespost in Barmstadt ausgetausoht. Seit Anfang des Jahres werden 
zweimal wöchentlich Quarzuhrenkontakte der Physikalisch-Technischen Bundesan 
stalt, Braunschweig, nach Hamburg übermittelt und hier über die Quarzuhren des 
Institutes an - die astronomischen Zeitbestimmungen angeschlossen. 
Für die laufenden Uhrvergleiche wurde ein weiterer quarzgesteuerter, elek 
tronischer Bezimalzähler beschafft. Zwei bei der Abteilung VI in der Entwick 
lung befindliche Anpassungsverstärker sollen später neben den Uhrvergleichen 
auch die Registrierung von Funkzeitzeiohen mittels dieser Bezimalzähler ermög 
lichen. 
d) Zeitkundgebung. Für die Auslösung der Zeitsignale zur astronomisch 
richtigen Zeit wurden zwei verschiedene Bxtrapolationsmethoden entwickelt, 
die zur Zeit erprobt werden. Für den gleichen Zweck sowie zur Steigerung der 
Betriebssicherheit des laufenden Zeitdienstes - Ausfall einer Steueruhr - und 
als Unterlage für langfristige Untersuchungen wurden Versuche mit einer mitt 
leren fiktiven Uhr angestellt, deren ßangeigenschaften aus dem entsprechenden 
Verhalten der zu ihrer Bildung herangezogenen einzelnen Uhren resultieren. 
Auch diese Versuche befinden sich noch im Erprobungsstadium.
	        
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