Jahresbericht Nr.10/1955
- Seite 38 -
Nordamerika die gewonnenen Erkenntnisse mit einem Decca 45 im Nordatlantik
prüfen. Nie Beobachtungen 'boten eine wertvolle Ergänzung zu den bisherigen
und zeigten vor allem, daß die langen Wellen eines Ozeans viel weniger Störreflexe
geben als die kurzen eines fiandmeers wie Nord- und Ostsee.
Die Vielzahl von englischen Ausdrücken auf dem Gebiet der Funkortung
führt für'die deutsche Schiffahrt zu einem unangenehmen Nebeneinander verschiedener
deutscher Worte für den gleichen Begriff. In Zusammenarbeit mit
der Bundesanstalt für Flugsicherung, der Nachrichtentechnischen Gesellschaft
und Vertretern Von anderen deutschen Dienststellen und Firmen bemühen wir uns
um einheitliche Definitionen und Worte auf diesem Gebiet. Diese Arbeiten sind
noch nicht abgeschlossen. In Zusammenarbeit damit wurde die deutsche Übersetzung
von "Ehe Use of Badar at Sea", Badar in der Seeschiffahrt, herausgegeben
vom Funkortungsausschuß, durchgesehen.
Auch sonst wurde die Zusammenarbeit mit dem Funkortungsausschuß fortgesetzt,
vor allem durch Wiederaufnahme der Beobachtungen auf dem Bundesbahnfährschiff
"Deutschland", die einen Vergleich der Anwendbarkeit und Genauigkeit
der Funkverfahren in der Navigation zum Ziel haben. Schon zuvor konnten
auf einer kurzen Fahrt mit einem Schiff der Hamburg-Süd Erfahrungen über Funkpeilungen
und ihre Auswertung gesammelt werden. Auch die Untersuchung der
theoretischen Verhältnisse der Fernnavigationsverfahren, vor allem Loran, gehört
zu diesem Fragenkreis. Während -diese theoretische Untersuchung abgeschlossen
ist, werden die praktischen Untersuchungen auf "Deutschland" fortgesetzt
und erweitert. Besonders wird dabei auf-Deccabeo’oachtungen nach verschiedenen
Ketten Wert gelegt, die auch in Zusammenarbeit mit II A und III während einiger
Tage auf "Buden" eigens hierfür angestellt wurden.
Von der Zeitschrift "Der Seewart" erschienen wie im Vorjahr 6 Hefte, die
in Zusammenarbeit mit dem Seewetteramt des deutschen Wetterdienstes herausgegeben
wurden. Die Zeitschrift erweitert langsam aber stetig ihren Abonnentenkreis,
so daß die Auflage erhöht werden mußte. Auch die Mitarbeit fahrender
Nautiker ist erfreulicherweise weiter sehr rege.
Soweit es die Arbeitskraft des Dezernats zuließ, wurden einige historische
Geräte der alten Seewartensammlung identifiziert und instandgesetzt.
3. Zeitdienst und Chronometrie
a) Neubau. Der weitere Ausbau und die Durchführung des laufenden Zeitdienstes
wurden auch in diesem Berichtsjahr noch durch den Umzug aus dem Seematmshaus
in den Neubau der Bundesverkehrsbehörden sowie durch längere Erkrankung
einer technischen Schlüsselkraft erheblich beeinträchtigt.
Ende Februar wurde der eigentliche Umzug ohne Unterbrechung des täglichen
Sendedienstes beendet. Weitere fünf Monate waren jedoch nötig, um die verschiedenen
Geräte zu überholen, sie der veränderten Stromversorgung anzupassen und