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Full text: Jahresbericht 1955

Jahresbericht Яг.10/1956 
- Seite 28 - 
Die Übermittlung der Eismeldungen von den niederländischen und skandi- ' 
navischen Eisdienstetellen ging über Telegraph, Funk oder Fernschreiber stö 
rungsfrei vor sich, ebenso der Austausch der schriftlichen Eisberichte und 
Biskarten. Das Seewetteramt Hamburg des Deutschen Wetterdienstes stellte dan 
kenswerterweise das meteorologische Fernschreibnetz für den Austauschverkehr 
mit den skandinavischen bändern zur Verfügung, 
Der Atlas der Eisverhältnisse der Deutschen Bucht und westlichen Ost 
see wurde druckreif fertiggestellt. Mit der Ausgabe ist im laufe des Jahres 
1956 zu rechnen. 
5. Chemische Eigenschaften des Meerwassers 
Im abgelaufenen Jahr stieg die Anzahl der titrierten Meerwasserproben 
infolge der starken Zunahme der Arbeiten auf See auf über 14 000 (11 000 im 
Jahre 1954). Zur Durchführung dieser Aufgabe mußten in besonders starkem 
Maße institutsfremde Kräfte herangezogen werden. Vorbereitungen und Teilnahme 
an den Forschungsfährten mit VFS "Gauss" in die mittlere und südliche Hordsee 
im März und mit dem FES "Anton Dohrn" in die grönländisch-isländischen Gewäs 
ser von Ende Mai bis Mitte Juli sowie die Aufarbeitung des gewonnenen Mate 
rials nahmen die Arbeitskräfte voll in Anspruch. Die Ergebnisse trugen wesent 
lich zur Klärung von Produktionsfragen an den neuen Fangplätzen in den grön 
ländisch-isländischen Gewässern bei. 
Auf Anregung des Internationalen Rates für Meeresforschung in Kopenhagen 
wurde in internationaler Zusammenarbeit an der Verbesserung der Salzgehalts 
bestimmung im Meerwasser gearbeitet. Die Untersuchungen über die thermische 
Unruhe des Meeres konnten zum Abschluß gebracht und veröffentlicht werden. 
6. Physikalische Eigenschaften des Meerwassers und Instrumente 
Die umfangreichen instrumenteilen Vorbereitungen für die Märzunterneh- 
müngen mit "Gauss" und "Anton Dohrn" sowie für die Grönlandfahrt des "Anton 
Dohrn" im Mai/Juli beanspruchten wiederum einen großen Teil der Arbeitszeit. 
Auch für die übrigen Keisen des "Anton Dohrn" sowie für verschiedene andere 
Zwecke wurden Instrumente und Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung gestellt. 
Die Aufbereitungs- und Auswertearbeiten der Trübungs-Dauerregistrierungen und 
Vertikaiserien von den erwähnten Fahrten sind angelaufen; wegen ihres großen 
Umfangs wurden dafür zusätzliche Hilfskräfte benötigt. Die Bearbeitung der 
Trübungsmessungen des Sommers 1954 (nordfriesisches Wattenmeer) ergab ein 
drucksvolle Ergebnisse in bezug auf die Zusammenhänge zwischen Trübung und 
Sinkstoffgehalt in Abhängigkeit von den wechselnden Gezeitenströmen (vgl.auch 
Abschnitt 7, Geologie und Morphologie). 
Die instrumenteile Entwicklung, insbesondere für die Meßwertübertragung 
von Schleppgeräten an Bord, wurde weiter fortgeführt mit dem Ziel, Genauig 
keit und Repräsentierbarkeit der Meßwerte zu erhöhen.
	        
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