Jahresbericht Яг.10/1956
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Die Übermittlung der Eismeldungen von den niederländischen und skandi- '
navischen Eisdienstetellen ging über Telegraph, Funk oder Fernschreiber stö
rungsfrei vor sich, ebenso der Austausch der schriftlichen Eisberichte und
Biskarten. Das Seewetteramt Hamburg des Deutschen Wetterdienstes stellte dan
kenswerterweise das meteorologische Fernschreibnetz für den Austauschverkehr
mit den skandinavischen bändern zur Verfügung,
Der Atlas der Eisverhältnisse der Deutschen Bucht und westlichen Ost
see wurde druckreif fertiggestellt. Mit der Ausgabe ist im laufe des Jahres
1956 zu rechnen.
5. Chemische Eigenschaften des Meerwassers
Im abgelaufenen Jahr stieg die Anzahl der titrierten Meerwasserproben
infolge der starken Zunahme der Arbeiten auf See auf über 14 000 (11 000 im
Jahre 1954). Zur Durchführung dieser Aufgabe mußten in besonders starkem
Maße institutsfremde Kräfte herangezogen werden. Vorbereitungen und Teilnahme
an den Forschungsfährten mit VFS "Gauss" in die mittlere und südliche Hordsee
im März und mit dem FES "Anton Dohrn" in die grönländisch-isländischen Gewäs
ser von Ende Mai bis Mitte Juli sowie die Aufarbeitung des gewonnenen Mate
rials nahmen die Arbeitskräfte voll in Anspruch. Die Ergebnisse trugen wesent
lich zur Klärung von Produktionsfragen an den neuen Fangplätzen in den grön
ländisch-isländischen Gewässern bei.
Auf Anregung des Internationalen Rates für Meeresforschung in Kopenhagen
wurde in internationaler Zusammenarbeit an der Verbesserung der Salzgehalts
bestimmung im Meerwasser gearbeitet. Die Untersuchungen über die thermische
Unruhe des Meeres konnten zum Abschluß gebracht und veröffentlicht werden.
6. Physikalische Eigenschaften des Meerwassers und Instrumente
Die umfangreichen instrumenteilen Vorbereitungen für die Märzunterneh-
müngen mit "Gauss" und "Anton Dohrn" sowie für die Grönlandfahrt des "Anton
Dohrn" im Mai/Juli beanspruchten wiederum einen großen Teil der Arbeitszeit.
Auch für die übrigen Keisen des "Anton Dohrn" sowie für verschiedene andere
Zwecke wurden Instrumente und Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung gestellt.
Die Aufbereitungs- und Auswertearbeiten der Trübungs-Dauerregistrierungen und
Vertikaiserien von den erwähnten Fahrten sind angelaufen; wegen ihres großen
Umfangs wurden dafür zusätzliche Hilfskräfte benötigt. Die Bearbeitung der
Trübungsmessungen des Sommers 1954 (nordfriesisches Wattenmeer) ergab ein
drucksvolle Ergebnisse in bezug auf die Zusammenhänge zwischen Trübung und
Sinkstoffgehalt in Abhängigkeit von den wechselnden Gezeitenströmen (vgl.auch
Abschnitt 7, Geologie und Morphologie).
Die instrumenteile Entwicklung, insbesondere für die Meßwertübertragung
von Schleppgeräten an Bord, wurde weiter fortgeführt mit dem Ziel, Genauig
keit und Repräsentierbarkeit der Meßwerte zu erhöhen.