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Full text: Jahresbericht 1955

Seevermessung und nautische Geodäsie 
- Seite 21 - 
III. SEEVEEKESSDNG UND NÄHTISCHE GEODÄSIE- 
1, Allgemeines 
Im Juli 1955 wurde dem Dezernenten für nautische Geodäsie,HB.Dipl.-Ing. 
Ansorge, der die Dienstgeschäfte des Deiters der Abteilung seit Beginn der 
Vermessungsperiode 1955 kommissarisch wahrgenommen hatte, die Deitung der Ab- 
teilung endgültig übertragen. Gleichzeitig wurde das bisher der Abteilung 
"Seekartenwerk" angeschlossene Dezernat "Nautische Geodäsie" der Abteilung 
"Seevermessung" eingegliedert. 
Zur Sicherstellung von ausgebildeten Nachwuchskräften für das Vermessungs- 
personal wurde im November 1955 mit einem Lehrgang von 10 Teilnehmern zur 
fachlichen Weiterbildung von Matrosen der Vermessungsfahrzeuge begonnen. 
2. Einsatz der Termessungsfahrzeuge 
Eür die Durchführung von Seevermessungsarbeiten standen im Berichts 
jahr das Termessungs- und Forschungsschiff "Gauss", die Vermessungsschiffe 
"Hooge", "Huden", "Hungholt" , "Atair" und "Wega"- zur Verfügung.*' 
Bis zum Ende der Termessungsperiode konnten folgende Vermessungsaufgaben 
des Vermessungsplans 1955, der sich auf Gebiete in der Nordsee beschränkte, fer 
tiggestellt werden: Die See- und Wattengebiete zwischen den ostfriesischen In 
seln Juist und Wangerooge, mit Ausnahme des Seegebiet'es zwischen Baltrum und 
Spiekeroog, die Nordergründe, der innere und äußere Teil der Elbmündung, die 
Außeneider mit dem Wesselburener Loch, der innere und äußere Teil der Hever 
und der Heverstrom, das Vortrapp-Iief, die Gewässer ostwärts und nördlich der 
Düne von Helgoland sowie der'südwestliche Teil des Hörnum-Tiefs. Außerdem 
wurde die mittlere Hochwasserlinie der Insel Irischen für eine Berichtigung 
der Darstellung in der Seekarte aufgemessen. Als Sonderaufgabe wurden in der 
westlichen Ostsee 20 Eüstenansiehten und Vertonungen für das Seehandbuchwerk 
angefertigt. 
In den außerhalb der normalen Begrenzung der Sichtweiten für Doppel 
winkelmessungen gelegenen Teilen der Vermessungsgebiete He.ver, Nordergründe 
und Elbmündung wurd.en die Schiffsorte beim loten mit Hilfe des Dec-ca-Naviga- 
tors bestimmt. Dabei wurde im Bereich der Nordergründe und der Elbmündung 
erstmalig mit zwei .Decca-Navigator-Anlagen unter Benutzung je einer Hyperbel 
der deutschen und der dänischen Decca-Kette geortet, um an Stelle der ungün 
stigen Winkel, unter denen sich die beiden deutschen Decca-Hyperbeln in die 
sem Gebiet schneiden, Hyp-erbel-Sohnittwinkel von angenähert 90° zu erhalten 
und somit die Auswirkung der unvermeidbaren Fehler des Becea-Verfährens auf 
ein Mindestmaß hinabzudrücken. Die auf diese Weise erzielte Erhöhung der Or 
tungsgenauigkeit beträgt etwa 50$. Auch die diesjährigen Erfahrungen mit dem 
+)-Die beiden letzteren werden vorwiegend für Wracksucharbeiten eingesetzt.
	        
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