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Volltext : Jahresbericht 1955

Jahresbericht  Ht,10/1955

II,  SEBKARïEHfERK
1,  Allgemeines
Arbeitsbereich  und  Personalbestand  des  Seekartenwerkes  hielten  sich  Im
Jahre  1955  auf  dem  alten  Stand.  1er  bisherige  Leiter  der  Kartographie,  Amtsrat
  a  J.  Li-minier,  trat  am  30.  April  1955  nach  43-jähriger  ununterbrochener
Tätigkeit  im  Seekartenwerk'wegen  Erreichung  der  Altersgrenze  in  den  Ruhestand. ­
  In  einer  besonderen  Feierstunde  wurden  seine  außerordentlichen  Verdienste ­
  lim  die  Entwicklung  der  deutschen  Seekarten  gewürdigt.  Zu  seinem
Hachfolger  wurde  der  Kartographen-Amtmann  Krüger  bestellt»
2.  Kartographie
Mit  Zustimmung  des  Bündesministeriums  für  Verkehr  wurde  am  8»Juni  1955
zwischen  dem  US  Havy  Hydrographie  Office  und  dem  Leutschen  Hydrographischen
Institut  .zwecks  Rationalisierung  der  Kartenherstellung  eine  Vereinharting
getroffen,  Zweitoriginale  von  Seekarten  auszutauschen  mit  der  gegenseitigen
Erlaubnis,.  die  Seekarten  des  Vertragspartners  nach  Überarbeitung  zu  drucken
und  ,z.u  vertreiben.  Es  wurden  zunächst  einige  deutsche  Seekarten  aus  dem  Gebiet ­
  für  die  Fahrt  nàch  Hamburg  und  Bremerhaven  gegen  eine  Reihe  amerikanischer ­
  aus  den  westindischen  Gewässern  ausgetauscht.  Dia  in  den  amerikanischen ­
  Originalen  enthaltenen  Tiefenzahlen  werden  von  Faden  in  Meter  uiagewandelt,
  die  Havigätionshilfsmittel,  Kennungen,  Randaus.stattuixg  sowie  Humerierung
  naoh  dem  Zeichenschlussei  der  deutschen  Seekarten  geändert.  In  Bezug
auf  die  Preisgestaltung  wurde  vereinbart,  daß  der  Verkaufspreis  für  die
Hacb.druc.ke  nicht  niedriger  sein  darf  als  im  Herstellungsland.
Die  Zahl  der  auf  den  neuesten  .Stand  gebrachten  deutschen  Seekarten  könnte ­
  von  602'  auf  711  Seekarten  erhöht  werden»  Darunter  waren  13  neue  Karten  und
94  neue  Ausgaben.  Außerdem  wurden  96  Karten  mit  großen  Berichtigungen  gedruckt
Von  den  13  neuen  Karten  sind  3  für  die  Tankscbiffäbrt  wichtige  Küstenkarten  des
Persischen  Golfes,  die  anderen  betreffen  Karten  von  europäischen-Gewässern.
Fast  alle  noch  in  den  europäischen  Gewässern  bestehenden  Lücken  konnten  geschlossen ­
  werden.  Auch  der  größte  Teil  der  Segelkarten  und  ein  Teil  der  Küstenkarten, ­
  des  Golfes  von  Mexiko  und  des  Karibischen  Meeres  mit  den  Westindischen ­
  Inseln  können  wieder  berichtigt  an  die  Schiffahrt  abgegeben  werden.  Im
Anschluß  hieran  werden  auf  Anregung.des  Seeverkehrsbeirates  (Ausschuß  für
die  Angelegenheiten  des  Deutschen  Hydrographischen  Instituts)  die  Seekarten
der  Ostküste  der  USA  nach  Maßgabe  der  vorhandenen  Mittel  und  des  zur  Verfü-  ■
gung  stehenden  Personals  in  Arbeit  genommen.  Eine  Verbesserung  dès  Seekartenwesena
  bedeutet  die  vermehrte  Herausgabe  mehrfarbiger  Seekarten,  die  von  der
Schiffahrt  sehr  begrüßt  werden.  In  den  navigatorisch  schwierigen  Sehärengewäsaern
  wird  .außerdem  allmählich  wieder  auf  das.  dreifarbige  Fsuerkolor.it
übergegangen.

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